Vorbilder für Generationen
Latsch ehrt die Olympiamedaillengewinner Werner Kiem und Hubert Tscholl.
LATSCH - „Damit soll ein Zeichen für die sportliche Leistung, die sie erbracht haben, gesetzt und zugleich an die Olympischen Winterspiele erinnert werden, die mit Antholz auch bei uns in Südtirol stattfinden“, unterstrich der Latscher Sportreferent Manuel Platzgummer am 8. Jänner bei der feierlichen Enthüllung der Olympiatafel am Sportplatz in Latsch. Anlässlich von Olympia 2026 wurde vom Verband der Südtiroler Sportvereine (VSS), dem Südtiroler Gemeindenverband, dem Land sowie dem Olympischen Landeskoordinierungskomitee eine gemeinsame Initiative ins Leben gerufen. In den Herkunftsgemeinden der Olympischen und Paralympischen Medaillengewinner werden dabei Olympiatafeln aufgestellt. Insgesamt nahmen bisher mehr als 300 Südtiroler Athletinnen und Athleten an Olympischen und Paralympischen Spielen teil, 66 Sportlerinnen und Sportler aus 32 Südtiroler Gemeinden holten eine oder mehrere Medaillen. Aus Latsch gelang dieses Kunststück Werner Kiem und Hubert Tscholl. Kiem gewann 1988 bei den Olympischen Winterspielen im kanadischen Calgary mit der italienischen Biathlon-Staffel die Bronzemedaille. Tscholl, der im Alter von 29 Jahren bei einem Unfall sein Augenlicht verlor, holte ebenfalls 1988 in Innsbruck Bronze mit der Para-Langlauf-Staffel. „Die beiden beeindruckten nicht nur durch ihre sportlichen Leistungen, sondern auch darüber hinaus“, betonte Platzgummer. Werner Kiem bringe sich seit vielen Jahren mit großem Engagement als Präsident des Sportvereins Latsch ein und leiste damit einen unschätzbaren Beitrag für das Vereinsleben und die Nachwuchsarbeit in der Gemeinde. Hubert Tscholl sei ein Beispiel für Durchhaltevermögen, Mut und Willenskraft. „Er zeigt, dass es keine Grenzen gibt“, sagte der Gemeindereferent über den mittlerweile 75-Jährigen. Die Erfolge der beiden Latscher Sportler stehen laut Platzgummer für Disziplin, Ausdauer und Leidenschaft für den Sport, „Werte, die weit über Medaillen hinausgehen und auch für kommende Generationen Vorbildcharakter haben“. Kiem und Tscholl freuten sich über die Ehre und enthüllten die Tafel persönlich. „Es ist für jeden Sportler ein Traum, bei Olympia dabei zu sein“, so Kiem.
Latsch als positives Beispiel
Grußworte vom VSS überbrachte unter anderem Obmann Paul Romen. „Schön, dass so viele Leute hier sind. Das ist ein Ausdruck von Sportbegeisterung – genau darum geht es“, betonte er. Die Initiative sei entstanden, um für Olympia zu sensibilisieren. „In Südtirol hatten die Spiele im Vorfeld ein eher schlechtes Image, die wahren Werte von Olympia gingen oft unter. Wir wollen die olympische Idee in die Dörfer tragen“, erklärte Romen. Der Gedanke sei von den Gemeinden gut aufgenommen worden. „Latsch ist ein Beispiel dafür“, lobte der VSS-Obmann. Die Olympiatafel bleibt auch über die Spiele hinaus am Sportplatz bestehen, für künftige Medaillengewinner wäre ausreichend Platz.