Viele sind gekommen, um der feierlichen Umbenennung des Zivilschutzzentrums Sulden auf den Namen von Franz Heinisch beizuwohnen.
Die Widmungstafel ist enthüllt (v.l.): Vizebürgermeister Christian Knoll, Bürgermeister Samuel Marseiler, Martina und Melanie, Frau und Tochter von Franz Heinisch, und Landeshauptmann Arno Kompatscher.
Das Zivilschutzzentrum Sulden
Franz Heinisch
Olaf Reinstadler

Bleibendes Zeichen

Zivilschutzzentrum Sulden trägt den Namen von Franz Heinisch. Auch des langjährigen Leiters der Bergrettung Sulden, Olaf Reinstadler, wurde gedacht.

Publiziert in 17 / 2026 - Erschienen am 22. September 2026

Sulden - Man nannte ihn den „Apres-Franz“, den „Franz vom Weißen Kreuz“ oder einfach nur den „Franz“. Der plötzliche Tod von Franz Heinisch am 9. Juli des Vorjahres hatte eine große Lücke in seiner Familie, in seinem Heimatdorf Sulden, in der gesamten Gemeinde Stilfs und weit darüber hinaus hinterlassen. Als bleibendes Zeichen der Erinnerung und des Gedenkens an den ehemaligen Bürgermeister und langjährigen Sektionsleiter des Weißes Kreuzes Sulden wurde am 19. September das Zivilschutzzentrum Sulden offiziell nach Franz Heinisch benannt. Zur feierlichen Zeremonie und Enthüllung der Widmungstafel konnte Bürgermeister Samuel Marseiler die Familienmitglieder, viele Wegbegleiter von Freunde von Franz Heinisch sowie zahlreiche Ehrengäste aus nah und fern begrüßen.

„Ein Mann mit Handschlagqualität“

Marseiler würdigte seinen Vorgänger als Mann mit Handschlagqualität, der stets das Allgemeinwohl im Blick hatte und sowohl als Politiker als auch als Mensch und Ehrenamtlicher viel Gutes für die Gemeinde getan habe. „Ein besonderes Steckenpferd von Franz war dieses Zivilschutzgebäude, vor dem wir uns heute versammelt haben, um es offiziell nach ihm zu benennen“, sagte der Bürgermeister. Der Bau des Zivilschutzgebäudes trage ebenso seine Handschrift wie dessen energetische Sanierung. Das Weiße Kreuz Sulden sei „ein Teil des Lebens“ von Franz Heinisch gewesen.

„Offen, ehrlich und geradlinig“

Auf das Leben von Franz Heinisch (24.11.1959 – 09.07.2025), seine menschlichen Qualitäten, seine beruflichen Tätigkeiten und Verdienste als Bürgermeister und Leiter des Weißen Kreuzes blickte Franz Angerer zurück. Er würdigte Franz Heinsich als „offenen, herzlichen, kontaktfreudigen, geradlinigen und verlässlichen Menschen.“ Als Bürgermeister habe er „viele erfolgreiche Resultate für die ganze Gemeinde erzielt.“ Im Besonderen erinnerte Angerer an das PNRR-Projekt „Stilfs - Resilienz erzählen“, das nun weitgehend abgeschlossen sei. Angerer bezeichnete dieses Projekt als das „größte Lebenswerk“ von Franz Heinisch. Ähnlich äußerte sich auch Landeshauptmann Arno Kompatscher in seiner Ansprache. Franz Heinisch habe als Mensch mit Herz und Verstand, als Verwalter und Ehrenamtlicher Großes geleistet. Von 2010 bis 2020 war Heinisch Vizebürgermeister und von 2020 bis zu seinem Tod Bürgermeister. Die Sektion Sulden des Weißen Kreuzes hat er von 2002 bis 2025 ehrenamtlich geleitet, von 1996 bis 2024 war er zudem ehrenamtlicher Dienstleiter.

„Franz war der Mann im Tal und Olaf der Mann am Berg“

Im Rahmen der feierlichen Umbenennung des Zivilschutzzentrums erinnerten Bürgermeister Samuel Marseiler und die vielen Ehrengäste auch an die Verdienste des langjährigen Leiters der Bergrettungsstelle Sulden, Olaf Reinstadler. Er war am 5. Juli 2026 nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren gestorben. Olaf Reinstadler war vor allem als Bergretter und Bergführer in ganz Südtirol und darüber hinaus geschätzt und bekannt. „Franz war der Mann im Tal und Olaf der Mann am Berg“, sagte Sarah Crazzolara, die Leiterin der Sektion Sulden des Weißen Kreuzes. Auf eine Initiative von Olaf Reinstadler geht die Schaffung einer neuen Teil-Route des Ortler-Normalweges zurück. Die neue Anstiegsvariante, angelegt von der Bergrettung und von Bergführern aus Sulden, umgeht den steinschlaggefährdeten Abschnitt am Bärenloch und ermöglicht so eine günstigere Linienführung. Der Anstieg heißt „Olaf Reinstadler-Variante“.

Viel für die Gemeinschaft getan

Neben dem Landeshauptmann, dem Bürgermeister und der Sektionsleiterin des Weißen Kreuzes würdigten noch viele weitere Vertreter von Zivilschutzorganisationen und Behörden sowie Ehrengäste das Wirken und ehrenamtliche Engagement von Franz Heinisch und Olaf Reinstadler: Alexander Schmid, der Präsident des Landesrettungsvereins Weißes Kreuz,  Mara Reinstadler, die neue Leiterin der Bergrettungsstelle Sulden, Oliver Mattivi, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Sulden, Silvia Cavazzi, die Bürgermeisterin von Bormio, Rafael Alber, der Bürgermeister von Prad, der ehemalige Landesrat Richard Theiner, Carabinieri-Oberst Marco D'Addato sowie Hanspeter Gunsch im Namen des Nationalparks Stilfserjoch und Werner Platzer im Namen der Raiffeisenkasse Prad-Taufers. Was alle hervorhoben, waren die gute Zusammenarbeit und freundschaftlichen Beziehungen mit Franz Heinisch und Olaf Reinstadler. Den kirchlichen Segen erteilte Pfarrer Konrad Gasser. Für Musik beim anschließenden Beisammensein sorgten die Tauferer Wirtshausmusikanten.

Josef Laner

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