In etwa so werden sich die neue Bergstation (Bild links) und die Talstation in Zukunft präsentieren.
In etwa so werden sich die neue Bergstation (Bild links) und die Talstation in Zukunft präsentieren.
Dieses Bild entstand am 29. Juni.
Einige neue Stützen wurden schon aufgestellt.
Franz Prieth stellte das Projekt des Bus-Bahnhofs vor, der in der Nähe der Talstation entsteht.
Christian Maas (links) und Sebastian Prieth, Präsident bzw. Geschäftsführer der Schöneben AG.

„Unser Herzstück“

Schöneben AG investiert rund 27 Millionen Euro in neue 10er-Kabinenbahn. Gemeinde errichtet überdachte Bushaltestelle in der Örtlichkeit Piz.

Publiziert in 13 / 2026 - Erschienen am 14. Juli 2026

Graun - Voll im Gang ist derzeit der Bau der neuen Umlaufbahn Piz-Schöneben in Reschen. Zusätzlich zu diesem Projekt, in das die Schöneben AG rund 27 Millionen Euro investiert, sind heuer und in nächster Zukunft noch weitere Vorhaben geplant, so etwa der Bau der Sommer-Rodelbahn auf der Haideralm oder die Errichtung der Skipiste „Plan Grand“ von der Bergstation der Haideralm bis zur Mittelstation. Als zusätzliche große Aufwertung für das Skigebiet werteten der Präsident und der Geschäftsführer der Schöneben AG, Christian Maas und Sebastian Prieth, im Rahmen der jüngsten Sitzung des Gemeinderates von Graun die Errichtung einer öffentlichen und regelkonformen Bushaltestelle in der Örtlichkeit Piz in unmittelbarer Nähe der Talstation. Maas und Prieth waren von Bürgermeister Franz Prieth eingeladen worden, um den Gemeinderat anlässlich des Tagesordnungspunktes bezüglich der neuen Bushaltestelle über derzeit laufende sowie geplante Vorhaben der Schöneben AG zu informieren sowie auch über die wirtschaftliche Gesamtsituation der Skiliftgesellschaft. An dieser ist die Gemeinde Graun mit rund 25 Prozent beteiligt und fungiert somit als Hauptaktionär.

Überdacht, geordnet und sicher

Mit der Schaffung der neuen Bus-Bahnhofs in der Nähe der Talstation sollen die bisherigen, teils chaotischen Zustände entzerrt und die Aus- und Zustiege geordnet und sicher gestaltet werden. „Wir haben 4 öffentliche Buslinien, die das Skigebiet anfahren, aber keine richtiggehende, den Vorgaben entsprechende bauliche Bushaltestelle“, schickte der Bürgermeister voraus. Dem Projektleitdokument zum Bau des Bus-Bahnhofs stimmte der vollständig anwesende Gemeinderat einhellig zu. Vorgesehen ist die Errichtung einer überdachten Haltestelle, bei der 3 große Busse und ein Kleinbus geordnet halten und abfahren können. Das Dach soll mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Die Gesamtkosten bezifferte der Bürgermeister mit rund 700.000 Euro, wobei man auf einen Landesbeitrag in Höhe von ca. 70 Prozent hoffe. Das Landesamt für Mobilität begrüße das Vorhaben und habe schon mehrfach darauf gedrängt, die aktuelle Situation zu entschärfen und für mehr Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Laut Franz Prieth sei die Haltestelle auch als weiterer Schritt in Richtung nachhaltige Mobilität, Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs sowie vermehrte Nutzung der Gästekarte einzustufen. Die Gemeinde werde nun alles daransetzen, um zumindest den Großteil des Projektes bis zum Beginn der nächsten Wintersaison zu verwirklichen.

Zwischen „nigelnagelneu“ und „so gut wie neu“

Mit Eckdaten zum Neubau der Umlaufbahn Piz-Schöneben wartete Christian Maas auf. Die Arbeiten haben im Sommer 2025 begonnen, vor allem im Bereich der Bergstation. „Oben wird alles nigelnagelneu, an der Talstation fast alles so gut wie neu, ausgenommen ist nur der Gastronomiebetrieb ‚Sciuri‘“, führte der Präsident aus. Nach dem fast 40-jährigen Bestehen der bisherigen Umlaufbahn sei die Zeit gekommen, die Aufstiegsanlage völlig neu zu bauen und auf den modernsten Stand der Technik zu bringen. „Diese Umlaufbahn ist unser wichtigster Zubringer, den fast 70 Prozent unserer Besucherinnen und Besuchern nutzen,“ sagte Maas. Der Neubau dieses „Herzstückes“ sei nach dem Zusammenschluss der zwei Skigebiete Schöneben und Haideralm seit der Saison 2018/2019 ein weiterer großer Meilenstein. Seitens des Landes rechnet die Schöneben AG mit einem Beitrag in Höhe von rund 35 Prozent jener Ausgabensumme, die für die Seilbahn, die Seilbahntechnik und die damit zusammenhängenden Gebäude notwendig ist. 

Anfang Dezember als Endtermin

Über bereits durchgeführte Arbeiten an der Berg- und Talstation, über den derzeitigen Stand sowie über noch geplante Eingriffe berichtete Geschäftsführer Sebastian Prieth. An der neuen Bergstation werden die Besucherinnen und Besucher unter anderem neue Räume für die Skischule, die Kinderbetreuung und die Erste Hilfe vorfinden sowie weitere Neuheiten. Zu den wichtigsten Neuerungen an der Talstation gehören ein ebenerdiger und barrierefreier Zugang, neue sanitäre Anlagen, neue Räume für Kassa, Skidepot und Büros, eine neue Tankstelle für die Schneekatzen sowie viele Modernisierungen im Sinne von mehr Komfort und Benutzerfreundlichkeit. Das Kernstück des Projektes ist die neue 10er-Kabinenbahn, welche die 6er-Gondelbahn ersetzt. Die neue Anlage aus dem Haus Leitner bietet mehr Platz, Komfort und Kapazität. Die neue Umlaufbahn kann bis zu 2.800 Personen pro Stunde befördern. Als angepeilten Endtermin für die Fertigstellung aller Arbeiten nannte Sebastian Prieth die ersten Dezembertage, denn am Samstag, 5. Dezember 2026, wird die neue Wintersaison eröffnet. Die derzeitige Anlage bleibt weiterhin in Betrieb, und zwar bis zum 17. August. Bis dahin kann man wie gewohnt mit der Umlaufbahn in das in das Wander- und Bike-Gebiet gelangen.

Sommer-Rodelbahn und mehr

Zusätzlich zum Neubau der Umlaufbahn Piz-Schöneben kündigte Christian Maas noch weitere Investitionen der Schöneben AG im heurigen Jahr an. Eine große Aufwertung, speziell für die Sommersaison, erwarte man sich vom Bau einer einzigartigen Sommer-Rodelbahn auf der Haideralm. In diese besondere zusätzliche Attraktion werden rund 2,4 Millionen Euro investiert. Weitere Geldmittel fließen in die „30-jährige Revision Haideralm“, in den Ankauf eines neuen Pistenfahrzeuges sowie in die Potenzierung der Beschneiung (10 Schneekanonen, 5 Lanzen und 1 Pumpe). In absehbarer Zeit errichten will die AG auch die Skipiste „Plan Grand”, mit der die Bergstation der Haideralm mit der Mittelstation verbunden wird. Diese Verbindungspiste ist laut Christian Maas das „letzte Stück“ des Zusammenschlusses der zwei Skigebiete. Wie der Bürgermeister präzisierte, sei diese zusätzliche Talabfahrt seinerzeit als Auflage im Projekt des Zusammenschlusses vorgesehen worden. Zumal die bereits mehrfach verlängerte Umweltverträglichkeitsprüfung 2028 verfällt, sei es angebracht, die Piste „Plan Grand“ bis dahin zu errichten. Im Zuge des Baus sind auch Waldschlägerungen vorgesehen.

„Finanziell auf gesunden Beinen“

Finanziell und gesamtwirtschaftlich gesehen steht die Schöneben AG laut Christian Maas „auf gesunden und starken Beinen“. Er untermauerte dies auch mit konkreten Zahlen und Daten. So seien etwa die Umsatzerlöse der vergangenen Jahre kontinuierlich gestiegen. Belief sich der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2023/2024 (30. Juni 2023 bis 30. Juni 2024) auf ca. 14,2 Mio. Euro, so waren es im Geschäftsjahr 2024/2025 über 15,5 Mio. Euro und im vergangenen Geschäftsjahr gab es eine weitere Steigerung. Laufend gestiegen seien in den vergangenen Jahren auch die Erstzutritte im Skigebiet Schöneben-Haideralm. Informiert hat der Präsident den Gemeinderat auch über die im Vorjahr vorgenommene Neustrukturierung der Verwaltung, speziell über die Schaffung zweier Ebenen der Geschäftsführung: Ski-, Bike- und Wandergebiet (Sebastian Prieth) sowie Erlebnisbad Curunes (Helmut Thurner).

„Weitere Betten sind willkommen“

Mit der Schöneben AG als Wirtschaftsmotor im Oberland sowie mit den bestehenden bzw. noch geplanten Infrastrukturen sei die Gemeinde Graun laut dem Bürgermeister insgesamt gut aufgestellt. Auch private Tourismusbetriebe hätten in den vergangenen Jahren im Gemeindegebiet viel investiert, neue Betten geschaffen und mutige Entscheidungen getroffen. Seit dem Zusammenschluss der zwei Skigebiete bis jetzt seien fast 500 neue Gästebetten dazu gekommen. Eine Aufstockung der Bettenzahl im Gemeindegebiet von derzeit rund 3.500 auf ca. 4.000 hält Franz Prieth für sinnvoll, angebracht und erträglich. Es gelte, dieses Entwicklungspotential angesichts der vorhandenen Infrastrukturen zum wirtschaftlichen Gesamtwohl der Gemeinde auszuschöpfen. In diesem Sinn rief er auch dazu auf, Anträge für die Verbauung von Tourismuszonen alsbald zu hinterlegen. Insgesamt gibt es im Gemeindegebiet über ein Dutzend von Tourismuszonen, die zum Großteil nur teilweise verbaut sind. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung steht die Verlängerung der Zonen auf der Tagesordnung, wobei über jene Zone getrennt abgestimmt wird.

Josef Laner

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