So könnte der Zubau des Seniorenwohnheims aussehen.

Mehr Platz für Senioren

Naturnser Heim St. Zeno soll einen Holz-Zubau erhalten.

Publiziert in 18 / 2026 - Erschienen am 6. Oktober 2026

Naturns - „Eine bodenständige, einfache, deutliche und klare Sache“, beschrieb Bürgermeister Zeno Christanell die Pläne zur Erweiterung des Seniorenwohnheims St. Zeno. Die Planer Sebastian Gamper und Lukas Schwienbacher (Gamper & Schwienbacher) präsentierten am Montag, 28. September, dem Gemeinderat das Vorprojekt dazu. Kurzum: Das 2006 eröffnete Heim soll im dritten Obergeschoss einen Zubau aus Holz erhalten und dabei direkt angrenzend an den Bestand fünf neue Zimmer und einen Aufenthaltsraum bzw. Büro für das Personal, vorgesehen ist auch die Neugestaltung des Außenbereichs. Vor rund einem Jahr waren Gamper und Schwienbacher von Bürgermeister Zeno Christanell und Referent Florian Gruber kontaktiert worden. „Wir haben darüber gesprochen, was die Bedürfnisse eines Seniorenwohnheims sind“, schilderte Sebastian Gamper. Nach einem ersten Lokalaugenschein kurz vor Weihnachten wurde eine Bestandserhebung durchgeführt. Im Frühjahr folgte die Bestandsvermessung, anschließend die Vorprojektierungsphase. Bei der Planung wurden auch Direktor Stephan Hartwig Rinner und das Personal des Seniorenwohnheims eingebunden. Eine wichtige Vorgabe der Gemeinde war die Ausführung des Zubaus in Holz. „Es war ein großer Wunsch seitens der Gemeinde, Holz aus der Fraktion zu nehmen und mit einheimischem Holz die Erweiterung zu machen“, so Gamper. Da der Zubau in Holz ausgeführt werden soll, ergeben sich auch bei der Fassadengestaltung neue Möglichkeiten. Der bestehende Bau weist bereits mehrere architektonische Konzepte auf, Ziel sei es daher gewesen, eine gemeinsame Linie zu finden. Ausgearbeitet wurden zwei Varianten: Bei einer bleibt der Holz-Zubau als solcher sichtbar, bei der anderen wird die bestehende weiße Fassadengestaltung nach oben weitergeführt. 

Außenbereich für Senioren

Ein Schwerpunkt liegt auf der Neugestaltung des Außenbereichs. Als Beispiel schauten sich die Planer unter anderem das Seniorenwohnheim in Lana an. Vorgesehen ist in Naturns ein Erholungsbereich mit einer Art Endlosschleife, die auch für an Demenz erkrankte Bewohner/innen geeignet ist. So soll das Pflegepersonal mit den Senioren Spaziergänge unternehmen können. Entlang des Weges sind zudem zahlreiche Sitzmöglichkeiten vorgesehen. Der Entwurf wurde dem Direktor und dem Personal vorgestellt und gemeinsam mit jenen Technikern besprochen, die bereits beim 2006 fertiggestellten Neubau beteiligt waren. Im Zuge der Erweiterung sollen auch bestehende Feuchtigkeitsschäden auf der heutigen Dachterrasse behoben werden. Das vorhandene Heizsystem sollte für den Zubau ausreichen.

1,5 Millionen Euro

Auf diesen Grundlagen basiert auch die erste Kostenberechnung. „Das Projekt ist eine Sache, die Kosten sind ein anderes Paarl Schuhe“, meinte Gamper. Lukas Schwienbacher stellte die Kostenaufstellung vor. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro, inklusive technischer Spesen, Einrichtung und Mehrwertsteuer. Bürgermeister Christanell verwies auf die hohe Auslastung des Seniorenwohnheims: „Wir sind eines der Seniorenwohnheime, das fast eine 100-prozentige Auslastung hat.“ Für die Erweiterung sei mit erheblichen Landesbeiträgen zu rechnen, möglich seien Förderungen von bis zu 70 Prozent. Der Baustart wird derzeit für 2028 angepeilt. Im kommenden Jahr sollen die Detailplanung und die Ausschreibung erfolgen. Der Gemeinderat genehmigte das Projektleitdokument einstimmig.

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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