Leserbriefe

Gratulation

Sehr geehrte Redaktion und Verlagsleitung, ich bin zwar Schweizer und lebe in Graubünden, aber meine Nachbarn interessieren mich sehr. Ich vergleiche gerne Ihre Beiträge mit meiner Welt und fühle mich sehr heimisch auch im Vinschgau. Wir haben im Grunde genommen die gleichen Sorgen und Freuden, den gleichen sympathischen Menschenschlag. Ich schreibe Ihnen das nicht, weil Sie das nicht auch wissen, ich schreibe Ihnen, weil ich nach jedem Durchblättern Ihres Online-Produktes staune, ob der außergewöhnlichen Qualität der Aufmachung, der ausgesuchten Beiträge, der perfekten Gestaltung der blätterbaren Zeitung und das Tüpfchen auf dem i, die perfekte elektronische Präsentation, die in meinen Augen das weltweit beste Format aufweist, alles lässt sich völlig intuitiv steuern und macht das Lesen zu einem unvergleichlichen Genuss. Ich musste Ihnen dies heute schreiben, in einer Zeit, die „nur“ von Corona geprägt zu sein scheint. Meine Hochachtung an die Verantwortlichen aller Stufen in Ihrer Redaktion und Ihres Verlages!

Walter Knutti, Mit freundlichen Grüßen aus der Schweiz, 09.11.2021

Wo bleibt ausgewogene Speisekarte?

Ich bin Vegetarier, ich esse weder Fleisch noch Fisch. Auch Fisch ist nicht vegetarisch. Zuhause ist es kein Problem, vielseitig zu kochen, jedoch wird es in Restaurants zur Herausforderung, etwas Vegetarisches zu finden. Ich habe es satt, hauptsächlich nur Knödel oder Nudelgerichte (Spaghetti, Tomaten, Schlutzer) essen zu können. Ist es nicht angebracht, sich der Zeit anzupassen? Wie schwer kann es sein, eine ausgewogene Speisekarte zu haben? Nicht einmal eine Suppe kann man essen. Wieso? Fleischbrühe! Man könnte doch auch als Alternative eine Gemüsebrühe anbieten oder statt Fleischlasagne eine Gemüse- oder Tomatenlasagne zubereiten. Für Leute, die Fleisch essen, wird es immer noch genug andere Speisen geben. Ich verurteile niemanden, der Fleisch isst, möchte aber auch nicht verurteilt werden, wenn ich keines esse, wie es schon so oft vorgekommen ist. Ich bin mir sicher, dass es kein Besitzer oder Koch böse meinen. Sicher bin ich mir aber, dass es als Fleischesser nicht auffällt, wenn kaum Gerichte ohne Fleisch/Fisch auf der Karte stehen.

Andrea Gurschler, Schlanders, 13.11.2021

Rambach: viel Geld für nichts

Die Revitalisierungsmaßnahmen am Rambach zwischen Laatsch und Glurns, die als Ausgleichsmaßnahme für das Rambach-Kraftwerk durchgeführt wurden, sind ökologisch wertlos. Dies stellte der Vorstand der Umweltschutzgruppe Vinschgau fest, als er gemeinsam mit Prof. Florin Florineth, von der Universität für Bodenkultur Wien, die durchgeführten Arbeiten begutachtete. Prof. Florineth erstellte folglich im Auftrag der Umweltschutzgruppe Vinschgau ein Gutachten, mit folgenden zentralen Aussagen: die durchgeführten Arbeiten bestehen aus einem Seitenarm und aufgeschütteten Kiesinseln; der Seitenarm ist der wasserführende Rambach mit aus Blocksteinen hart verbauten Ufern ohne jede Bepflanzung. Eine ökologische Funktion hat dieses neue Bachbett keine, weil es als Hauptgerinne das Wasser viel zu schnell ableitet; die Kiesinseln mitten im angrenzenden Feld werden in nächster Zeit zuwachsen und verlieren damit jede ökologische Funktion. Kiesinseln bleiben nur in Bachbetten erhalten, wo sie mehrmals im Jahr überflutet werden; der angekaufte Grund am Rambach würde viele Möglichkeiten einer echten ökologischen Bereicherung bieten: Statt der Kiesinseln können Teiche gebaut werden. Für einen ökologischen Teich soll sich das Wasser erwärmen können, damit in Flachwasserzonen entsprechende Pflanzen wachsen, die verschiedenen Lurchen und anderen Wassertieren einen Lebensraum bieten. Solche Teiche sind im Vinschgau eine große Mangelware, daher wären sie eine echte ökologische Ausgleichsmaßnahme; zum Rambach-Seitenarm: ein Blick ins nahe gelegene Münstertal hätte genügt, um eine gelungene Revitalisierung des Rambaches als Beispiel zu nehmen. Dort wurde durch entsprechende Aufweitungen ein ökologisches Bachbett geschaffen mit Geschiebeablagerungen unterschiedlicher Korngröße, die vielen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum bieten; um eine echte Aufweitung zu errichten, wäre der Bereich zwischen dem alten und neuen Bachbett auf dem Niveau des alten Bachbettes abzutragen und abzutransportieren. Anschließend sollten die Blocksteine beseitigt werden für die Schaffung eines unregelmäßigen flachen Ufers mit Zugangsmöglichkeiten. Durch die Aufweitung fließt das Wasser langsamer, daher braucht es diesen massiven Uferschutz nicht mehr; ein 5-10 m breiter Randstreifen sollte mit heimischen Ufergehölzen bepflanzt werden. Damit wird ein zusätzlicher Hochwasserschutz als Rückhaltezone geboten mit der Überflutung der ökologischen Fläche; um diese Zone herum kann ein kleiner Damm gebaut werden zum Schutz der angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Felder. Mehr braucht es nicht: der Rambach kann seine eigene Struktur bilden mit Ablagerungen und Eintiefungen als echte ökologische Ausgleichsmaßnahme. Mit einem Budget von ca. 500.000 Euro müsste es möglich sein, ökologische Ausgleichsmaßnahmen zu schaffen, die diesen Namen verdienen.

Der Vorstand der Umweltschutzgruppe Vinschgau, 07.11.2021

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