Leserbriefe

Zum Leitartikel „Kochen und Prozessieren“ (der Vinschger Nr. 3-4/2021)

Ich möchte dieser apokalyptischen Sichtweise, dass ein Leben ohne Fernseher, in einer Krise wie dieser, kaum vorstellbar wäre, entgegentreten! „Ohne Fernseher wären wir ganz schön arm dran“ steht da! Und ich sage: Nein! Ich habe keinen Fernseher im Haus und fühle mich dadurch besonders reich! Nämlich reich an Zeit, die mir gehört, zum Lesen von Nachrichten auf Papier und im Netz, zum Lesen von Büchern am Abend, statt sich von der tausendsten Serie in den Schlaf lullen zu lassen. Zeit, um sich mit sich selbst zu beschäftigen und nicht in diese Katastrophensucht zu verfallen, die allerorten wuchert! Ich empfehle allen, den Stecker des Fernsehers zu ziehen, und dafür in die Natur hinaus zu ziehen, zur großen Lehrmeisterin für unser hektisches Leben!

Sigmund Kripp, Partschins, 17.02.2021

Bahnverbindung Schweiz, Landeck oder Bormio? („Kämpfen für die Bahn“, der Vinschger Nr. 3-4/2021)

Seit Jahrzehnten, vor allem nach erfolgreicher Reaktivierung der Vinschger Bahn, gibt es verschiedene Bahnprojekte als Verbindung in die Schweiz (ehestens realistisch), nach Landeck (über den Reschenpass ein Nonsens) sowie nach Bormio mittels Tunnel (wohl eher eine Seifenblase). Wie immer man diese, zum Teil seit Jahrhunderten, im Gespräch befindlichen Bahnverbindungen zu betrachten geneigt ist, in Anbetracht der zur Zeit laufenden Elektrifizierung der bestehenden Vinschgaubahn im „Schneckentempo“, dann müsste ich vermutlich ein biblisches Alter von ca. 120 bis 200 Jahre erreichen um jemals eine Bahn in die Nachbarregionen besteigen zu können. Aber in einer Zeit, in welcher ein schier grenzenlos-kreativer Umgang mit der Wahrheit die Gesellschaft beflügelt, kann der Bahnhof Mals in einigen Jahrzehnten, oder Jahrhunderten, vielleicht zur Drehscheibe für das Dreiländereck aufsteigen, ich wünsche das dem oberen Vinschgau von ganzem Herzen.

Walter Pöder, Naturns, 21.02.2021

Hass ist keine Meinung!

Leider zeigt sich wieder einmal, wie tief die Diskussionskultur im Internet gesunken ist. Wenn man öffentlich seine Meinung zu einem Sachthema vertritt und mit purem Hass darauf geantwortet wird, so wie am 26. Februar nach meiner Stellungnahme zum „Grünen Pass“ erneut geschehen, hat das weder etwas mit Diskussion noch mit freier Meinungsäußerung zu tun. So verkommen soziale Medien zu Müllhalden für den persönlichen Frust von wenigen Fanatikern, die weder Anstand noch Argumente kennen. Inhalte werden offensichtlich nicht einmal gelesen, sondern es gilt das Motto: Einfach dreinhauen! Hier kommt es zu unverschämten Anfeindungen, die weder mit DiskussionsKULTUR noch mit freier Meinungsäußerung etwas zu tun haben. Gerade jene, die glauben, so ihre, durch unseren Rechtstaat garantierte Freiheiten verteidigen zu müssen, treten die Prinzipien desselben Rechtsstaates mit Füßen. Ich kann hier nur die Worte unseres Landeshauptmannes wiederholen: Hass ist keine Meinung! Und ich füge dem hinzu: Hass und Hetze (auch im Netz!) sind strafbar und einfach nur daneben!

Jasmin Ladurner, SVP-Landtagsabgeordnete, 27.02.2021

Für mehr Respekt im Internet

Die Corona-Pandemie belastet die Menschen zunehmend. Frustrationen sind allgegenwärtig präsent und werden durch existenzielle und Zukunftsängste verstärkt. Menschen verlieren Orientierung und Sicherheit und absolute Positionen nehmen zu. Zwischen Wut und Akzeptanz scheint es kaum noch Facetten zu geben. Dies spiegelt sich auch im Internet wieder. Wer sich im Netz äußert, muss zunehmend mit persönlichen Anfeindungen, Beleidigungen und Hasskommentare rechnen. Anlässlich des weltweiten Safer Internet Day ruft das Forum Prävention zu mehr Respekt im Netz auf. Positive Umgangsformen in sozialen Medien, auf Newsseiten und in Kommentarbereichen sollen gefördert werden. Jeder und jede kann zu einem besseren Miteinander in der digitalen Welt beitragen: Print- und Onlinemedien, Schulen, Familien und Einzelpersonen. Für eine bessere Kommunikation im Internet empfiehlt das Forum Prävention folgende Netiquette (Verhaltensregeln im Netz). Es ist eine Empfehlung, wie im Internet am besten kommuniziert werden sollte: 1. Ich hinterlasse respektvolle und freundliche Kommentare. 2. Ich bin fair und ehrlich. 3. Ich mache mich nicht auf Kosten anderer lustig. 4. Ich verbreite keine Beleidigungen, Beschimpfungen oder Unwahrheiten. 5. Ich bin mir bewusst, dass unterschiedliche Meinungen bereichernd sein können. 6. Ich antworte auf Beleidigungen anderer nicht ebenso beleidigend. 7. Ich trage keinen Streit online aus, sondern im direkten, ungestörten Gespräch. 8. Ich verbreite keine Fotos und Videos, die Gewalt zeigen. Hass, Diskriminierung, sexistische oder rassistische Sprüche haben im Web nichts verloren. 9. Ich nehme keine Videos und Fotos heimlich auf; erst recht nicht, wenn eine Person darauf unvorteilhaft abgebildet wird. 10. Ich überlege was ich schreiben will und lese das Geschriebene noch einmal durch, bevor ich auf „Senden“ drücke.

Forum Prävention, Bozen, 09.02.2021

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.