Leserbriefe

Echter Naturschutz sieht anders aus

Pflegemaßnahmen an Bäumen und Sträuchern kann doch nicht heißen, sie radikal zu entfernen, wie es kürzlich in einem Teil des Kasernen-Areals in Schlanders geschehen ist. Dann brauchen sie keine Pflege mehr. Dabei weiß doch jeder, wie wichtig Bäume und Sträucher in unserer Zeit des Klimawandels sind. Mit Naturschutz und Ökologie zu punkten ist zu wenig. Echter Naturschutz zeigt sich im achtsamen und verantwortungsvollen Handeln. Schlanders ist eben anders, und das nicht nur im positiven Sinn!

Anna Wielander Platzgummer, Schlanders, 16.04.2026

Schutzmaßnahmen am Büchlbach im Visier

Dieser Bericht (der Vinschger, Nr. 7/2026) ist wiederum Beispiel üblicher Schönfärberei in meiner Heimatgemeinde Naturns, nach der Devise „Wer in die Sonne schaut, sieht keine Schatten“. Als Anrainer vom Luambachl, seit bald 62 Jahren und Geladener an dieser Info-Veranstaltung, habe ich meine Abneigung zum fragwürdigem Bauvorhaben am Luambachl, gut hörbar bekundet, zudem kam das Zitat mit den Worten vom Landesgeologen Volkmar Mair: „Wir leben in einem Gebirgsland, wir können nicht jeden Wildbach verbauern“. Kritiker sind in Naturns unerwünscht und man hat geradezu panische Angst vor negativen Leserbriefen. Dabei müsste jedem politisch einigermaßen gebildeten Volksvertreter bekannt sein: jeder Bürger hat das Recht und auch die „Pflicht“, auf Missstände aufmerksam zu machen. Sehr oft habe ich bei Wanderungen am gegenüber liegendem Nörderberg den Naturnser Sonnenberg beobachtet und das erinnerte mich stets an die Aussage meines Vaters (er war 25 Jahre Waldaufseher der Gemeinde Natuns): „Die einzige Gefahr, vom Luambachl ausgehend, sind die bei Unwettern zu Tal fließenden Wassermengen, können diese in der Talebene nicht abfließen, entsteht eine Art Stausee ...“ (so geschehen um die Jahrhundertwende nach einem ca. zwei Wochen anhaltenden Dauerregen), „... die größte potentielle Gefahr für Naturns sind der Kirchbach- und Martscheingraben. Wäre der Bevölkerung diese Gefahr bewusst, hätte in Naturns, linksseitig der Etsch, nie mehr ein Naubau entstehen dürfen“. Leider aber wurden im vergangenem Jahrzehnt, ohne Rücksicht auf Gefahren, reichlich (zu) viele Neubauten errichtet. Weshalb ist jetzt plötzlich das Luambachl, vermutlich mit Spekulationen wirtschaftlicher Natur im Hintergrund, ein Sündenbock? Zudem wurde vorsorglich der etwas zu harmlose Begriff „Luambachl“ zum „Büchlbach“ umgetauft, fürs einfältige Wählervolk, ein unbekannter Name, besser geeignet für eine transparente sowie ängstlichere und glaubwürdige Optik? Jedenfalls sind die vom Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung am Luambachl vorgesehenen Verbauungsmaßnahmen, mit Helikoptereinsatz und dem Fällen einer über 20 m hohen, gesunden Fichte, mit 3,31 m Umfang an der Basis und ca. 1 m Durchmesser, maßlos überzogen und teilweise überflüssig. Man kann keine Wassermassen mit Rückhaltebecken am Abfließen aufhalten, höchstens die Wucht verringern. Dafür gibt es entlang dem Luambachl genügend durch die Natur entstandene Stufen. Eine Bereinigung des Flußbettes wäre gewiss berechtigt, nicht aber derart überzogene Verbauungen. Zudem gibt es - Jahrhunderte zurückreichend - weder mündliche oder schriftliche Überlieferungen, dass jemals vom Luambachl ausgehend eine Mure den Ort Naturns bedroht hätte. Der Südtiroler Bevölkerung ist inzwischen sehr gut bekannt, auch und besonders unseren „Volksvertretern“, wie tief das Vertrauen in der Bevölkerung gegenüber der Politik gesunken ist. Glaubt man wirklich, derlei kostenintensive Monsterbauten können verlorenes Vertrauen zurück gewinnen?

Walter Pöder, Naturns, 18.04.2026

Gemeinsam Garteln

Ich möchte nicht lange um den Brei herumreden und zitiere aus der Vinschger Nr. 5 zum Artikel „Gemeinsam Garteln“: „ … dass der Kapuzineranger ein ganz besonderer Ort im Herzen von Schlanders ist. Ein Ort der Ruhe, eine Kraftquelle, ein Ort, wo Natur und Mensch zusammenkommen. Schlanders hat einen wahren Schatz mitten im Ort.“ Löbliche schöne Worte für einen Ort, der sich wahrhaft gut für das allgemeine Wohlbefinden der Bevölkerung eignen würde. Doch leider bleibt dieser Ort für den Großteil der Bevölkerung verschlossen. Der elitäre Politikstil der Gemeinde erlaubt nur einigen wenigen den Zugang zu diesem Ort. Es wäre höchst an der Zeit, dass der Kapuziner-Anger, der im Besitz der Gemeinde von Schlanders ist, für ALLE Bürger geöffnet sein sollte. In Schlanders gibt es nämlich keinen Ort, wo ältere Menschen oder Menschen mit physischen Beeinträchtigungen ein ruhiges Plätzchen in der Natur finden können. Daher fordere ich die Gemeinderäte auf, endlich aus dem Kapuziner-Anger einen Park zu machen und für ALLE zu öffnen, damit er wirklich ein Ort der Ruhe und eine Kraftquelle für die ganze Bevölkerung von Schlanders sein kann.

Edeltraut Matzohl, 04.04.2026

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