Leserbriefe

Skiverbindung Kaunertal-Langtaufers: Gemeinsam Chancen nutzen

Im Artikel „Dicke Luft um Skischaukel-Projekt“ – erschienen in der Tiroler Tageszeitung vom 9. Mai 2019 – wird Heinrich Noggler, Bürgermeister der Gemeinde Graun im Vinschgau, bezugnehmend auf das geplante Erweiterungsprojekt Kaunertal-Langtaufers mit folgenden Worten zitiert: „Mit dem Zusammenschluss der Skigebiete Schöneben und Haider Alm haben wir ein hervorragendes Projekt. Der Kuchen für einen weiteren Player ist zu klein, aus dem Kaunertal sind keine neuen Gäste zu erwarten.“ Der Tourismusverband Tiroler Oberland mit seinen Erlebnisregionen Nauders-Tiroler Oberland-Kaunertal ist hierzu grundlegend anderer Meinung. Die Gletscherregion Kaunertal bietet Skilaufen von Mitte September bis Anfang Mai, das Pistenangebot eignet sich optimal für alle Altersgruppen und Könnerstufen. Der Kaunertaler Gletscher ist somit ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und Motor in einer ansonsten strukturschwachen Region. „Das geplante Projekt Kaunertal-Langtaufers bietet eine große, sinnvolle Chance zur touristischen Weiterentwicklung der ganzen Region Tiroler Oberland und des Obervinschgaus, welche man nicht verstreichen lassen sollte“, erklärt Armin Falkner, Obmann des TVB Tiroler Oberland. „Denn das aus der Skiverbindung neu entstehende Angebot würde die gesamte Region als Skiregion attraktiver machen und so vollkommen neue Möglichkeiten eröffnen.“ Selbstverständlich würden die Gäste aus dem Kaunertal dann auch in die Nachbarregionen kommen, eben auch in Saison-Randzeiten. Denn insbesondere von den verlängerten Saisonzeiten würden bei einer Umsetzung des Projektes in Zukunft sowohl Langtaufers, Graun und der gesamte Obervinschgau sowie vor allem auch Nauders als Teil des eigenen Tourismusverbandsgebietes profitieren. Damit wären die Erlebnisregionen des Tiroler Oberlandes über die italienische Seite verbunden. Die Bedeutung der Frühjahrs- und Herbstsaison im Kaunertal belegt vor allem der Anteil der Übernachtungen im Herbst und Frühjahr an den Gesamt-Winternächtigungen (von 01.10. bis 31.05.): In den letzten Wintersaisonen lag dieser stets bei rund 40 Prozent, in der Saison 2017/18 sogar bei 42 Prozent. Das zeigt, dass im Kaunertal ein erheblicher Anteil der gesamten Winternächtigungen in einer Zeit lukriert wird, welche in Nicht-Gletscherregionen betriebstechnisch gar nicht bedient wird. Es würde sich zudem auch die historische Möglichkeit ergeben, das erste länderübergreifende Seilbahnprojekt zwischen Nord- und Südtirol zu realisieren. Dieses Projekt hätte somit Signalwirkung für die Europaregion Tirol. „Gerade strukturschwache Regionen sollten in einem modernen Europa ihre Kräfte bündeln, altes Denken in Landesgrenzen hinter sich lassen und an einer gemeinsamen Zukunft arbeiten“, betont Armin Falkner, Obmann des TVB Tiroler Oberland.

TVB Tiroler Oberland, Kaunertal Tourismus, 13.05.2019

Hilfsbereiter Bürgermeister

Einen besonderen Dank für seine Bemühungen möchte ich an dieser Stelle dem Schludernser Bürgermeister Peter Paul Trafoier aussprechen. Nachdem ich mich monatelang vergebens bemüht hatte, bei der INPS-Stelle in Meran eine Auskunft bzw. Klärung in Sachen Kindergeld zu erhalten (mein Mann arbeitet in der Schweiz und ich habe nach mehrmaliger Mutterschaft wieder eine Arbeitsstelle im Vinschgau angetreten), wandte ich mich an den Schludernser Bürgermeister, der früher in der Schweiz gearbeitet hat. Er rief zweimal bei der INPS-Stelle an und das Problem war gelöst. Ich hingegen war trotz unzähliger Anrufe auf keinen grünen Zweig gekommen. Was ich damit sagen will: wir brauchen vermehrt Politiker, die sich konkret und persönlich für die Anliegen der Menschen in einer zunehmend komplizierter werdenden Welt einsetzen. Nightliner-Dienst Öffentlich bedanken möchte ich mich auch für die kürzlich erfolgte Ausdehnung des Nightliner-Dienstes auf weitere Gemeinden im Vinschgau. Als Mutter einer 17-jährigen Tochter möchte ich unterstreichen, wie wichtig und wertvoll dieser Dienst ist. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Jugendlichen nach Diskobesuchen sicher nach Hause gebracht werden, und zwar bis vor die Haustür. Verbunden mit dem Dank an die Verantwortlichen möchte ich auch anregen - sofern es nicht zu viel verlangt ist - den Nightliner-Dienst zeitlich auszudehnen, und zwar auf Freitag.

Sonja Pircher, Laatsch, 05.05.2019

Tourismus: Erweitert wird sicher

Im der Vinschger vom 27. April wird vom Turbo-Tourismus in der Gemeinde Naturns berichtet. Wenn auch der Tourismus Wohlstand in unser Land gebracht hat, so zeigt sich zunehmend dessen negative Seite. Verkehr, Verbauung, Lärm, steigende Wohnungspreise, hoher Trinkwasserverbrauch lassen die Einheimischen diese Entwicklung immer argwöhnischer beobachten. Im Bericht wird der Bürgermeister mit der Bemerkung zitiert, dass es keine Zweifel an der Hotelerweiterung an und für sich gebe, weil das Hotel Nocturnes über kein Schwimmbad verfüge. Diese Aussage ist falsch, denn das Hotel verfügt über ein Hallenbad, wovon sich jeder auf dessen Internetseite überzeugen kann. Wünschenswert wäre, wenn die Gemeinde bei jenen baulichen Veränderungen, welche Einfluss auf das Dorfbild haben, bereits im Vorfeld offen mit allen interessierten Bürgern diskutieren würde. Zurzeit ist dem nicht so. Zuerst heißt es, es ist noch zu früh für eine Diskussion, und dann, es ist zu spät, weil alles schon entschieden ist. Dass sich bei den Bürgern Enttäuschung und das Gefühl breit macht, dass nur bestimmte Kreise im Dorf bestimmen, darf nicht wundern.

Hanns Fliri, Naturns, 05.05.2019

„Kein Grund zum Rücktritt“

Der Grauner Bürgermeister Heinrich Noggler hat mich in der Gemeinderatssitzung vom 2. Mai 2019 offen zum Rücktritt als Gemeinderat und Wirtschaftsreferent der Gemeinde Graun aufgefordert. Der Bürgermeister begründet dies mit einem nicht mehr vorhandenen Vertrauensverhältnis, unter anderem wegen meines politischen Einsatzes für die Gletscherverbindung Langtaufers-Kaunertal. Außerdem werden mir offen „Untätigkeit im Amt“ und sogar „Erpressung“ vorgeworfen, ohne diese schweren Anschuldigungen näher zu erklären. Alle diese Behauptungen weise ich entschieden zurück. Ich setze mich seit Jahrzehnten mit voller Kraft für die wirtschaftliche und touristische Weiterentwicklung unserer Gemeinde und des Obervinschgaus ein und werde dies auch in Zukunft machen. Als Gemeindereferent habe ich die Beschlüsse des Gemeinderates zu respektieren und mich für deren Umsetzung stark zu machen. Das habe ich stets nach bestem Wissen und Gewissen gemacht, auch in Bezug auf das Projekt Langtaufer-Kaunertal. Die Aussagen und Rücktrittsaforderungen des Bürgermeisters sind völlig absurd und zurückzuweisen. Um aus dem in unserer Gemeinde kürzlich genehmigten Projekt Schöneben-Haideralm Rückschlüsse für das Projekt Langtaufers-Kaunertal ziehen zu können, hat die Oberländer Gletscherbahn AG im März 2019 einen einfachen Antrag auf Akteneinsicht gestellt. Die Akteneinsicht ist nach dem Transparenzprinzip der öffentlichen Verwaltung ein herkömmlicher Vorgang und damit auch nichts Außergewöhnliches. Es ist für mich daher absolut nicht nachvollziehbar, dass der Bürgermeister als Reaktion auf den Antrag der Oberländer Gletscherbahn AG meinen Rücktritt fordert und schwerwiegende Anschuldigungen ohne nähere Begründung in den Raum stellt. Deshalb ziehe ich auch die Einleitung rechtlicher Schritte in Erwägung. Im Artikel der „Dolomiten“ vom 4. Mai steht im letzten Satz, dass ich auf die Rücktrittsaufforderung nicht reagiert hätte. Das ist so nicht richtig. Ich habe Bürgermeister Noggler vor den versammelten Gemeinderäten gesagt, dass er über seinen eigenen Rücktritt nachdenken sollte, da er offenbar nicht bereit ist, gültige Gemeinderatsbeschlüsse zu respektieren und umzusetzen. Es ist nämlich rechtlich sehr bedenklich, dass sich der Bürgermeister mehrfach öffentlich und gegenüber den zuständigen Stellen der Provinz Bozen im Namen der Gemeinde Graun gegen die Verwirklichung eines vom Gemeinderat genehmigten Projekts ausgesprochen hat. Der politische Wille der Gemeinde Graun für das Projekt Langtaufers-Kaunertal bleibt so lange aufrecht, bis der Gemeinderat einen neuen gesetzeskonformen Beschluss fasst, der den bestehenden Beschluss aufhebt. Die Tatsache, dass ich ein Projekt unterstütze, das vom Gemeinderat genehmigt wurde, ist sicherlich kein Grund für meinen Rücktritt.

Josef Thöni, Gemeindereferent, Langtaufers, 05.05.2019

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