Leserbriefe

Präzisierung zum Artikel „Noch ‚Mystery‘ um Mystery-Serie ‚Curon‘“ (der Vinschger Nr. 33 vom 02.10.2019)

Die Südtiroler Filmförderung (IDM Film Fund & Commission) hat die Produktionsfirma Indiana Production S.p.a. bis zum heutigen Zeitpunkt mit Services und Dienstleistungen, wie dem Location Scouting oder der Vermittlung von lokalen Filmschaffenden und Dienstleistern, unterstützt. Die Netflix-Serie wurde bislang nicht vom Südtiroler Filmfonds gefördert, die Möglichkeit hierzu besteht aber selbstverständlich im letzten Förderzyklus 2019, dessen Ergebnisse Mitte November veröffentlicht werden.

DM Film Fund & Commission, 08.10.2019

Und täglich grüßt das Murmeltier: Busfahrer im Vinschgau können kein Deutsch

Letzthin wurde der Süd-Tiroler Freiheit mitgeteilt, dass für den Busersatzdienst von Mals nach Schlanders ausschließlich süditalienische Busfahrer eingesetzt werden. Diese würden sich nicht bemühen, Deutsch zu sprechen. Im Gegenteil, sie würden sogar auf die italienische Sprache beharren. Die Süd-Tiroler Freiheit wollte mehr wissen und fragte bei der Landesregierung nach, die im Zuge der Landtagssitzung vom 8. Oktober antwortete. Die Süd-Tiroler Freiheit wollte unter anderem wissen, welche Firma für den Busersatzdienst von Mals nach Schlanders beauftragt wurde und ob es stimmt, dass bei dieser Linie größtenteils nur einsprachig italienische Busfahrer eingesetzt werden. Laut Landesrat Alfreider ist die Firma SAD für den Busersatzdienst von Mals nach Schlanders zuständig. Der Landesrat wies zwar daraufhin, dass Fahrgäste das Recht hätten, Auskünfte in ihrer Muttersprache zu erhalten, jedoch müsse auch das Recht auf Beförderung garantiert werden. Die Süd-Tiroler Freiheit gab jedoch zu bedenken, dass das Problem mit den einsprachig italienischen Busfahrern nicht nur auf der Linie Mals-Schlanders bestehe, sondern in ganz Süd-Tirol. Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll warnt: „Dieses Problem muss ernst genommen und darf nicht totgeschwiegen werden. Denn es ist nicht nur das Recht auf Gebrauch der Muttersprache, das hier verletzt wird. Es ist auch ein wirtschaftlicher Schaden für den Tourismus, wenn fast kein Busfahrer mehr ein Wort Deutsch spricht.“

Süd-Tiroler Freiheit – Landtagsklub, 08.10.2019

Justiz statt Demokratie

Oft werden Gerichte zur Durchsetzung von lobbygeschriebenen Gesetzen missbraucht, die von Partikularinteressen weniger oder von lobbygesteuerten Politikern verfasst wurden. Und die weder dem Willen der demokratischen Mehrheit noch wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Dadurch werden die demokratischen Möglichkeiten der Gesellschaft mehr und mehr minimiert und unterminiert. Wenn mehr und mehr Gerichte anstelle des Volkes über zukunftsweisende Lebensfragen entscheiden, dann bekommt das eh schon angeschlagene Rechts- und Demokratie-Verständnis der Bevölkerung noch größere Risse, die Demokratie an sich wird beschädigt und sie droht dabei, irgendwann mal selbst auf der Strecke zu bleiben. PS: FAO, die Welternährungsorganisation der UNO, der Weltagrarbericht, die UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung, Hilal Elver, und nicht gekaufte Wissenschaftler/innen wie Prof. Angelika Hilbeck von der ETH Zürich betonen unisono: Landwirtschaft ohne Pestizide ist nicht nur möglich, sondern notwendig, um das Welt-Klima und die weltweite Ernährungssicherheit für die Zukunft nicht noch mehr zu gefährden.

Fragner-Unterpertinger Johannes, Sprecher des „Malser Weges, 10.10.2019

Der „Malser Weg“ ist größer

Der „Malser Weg“ ist viel mehr als „nur“ Pestizidfreiheit. Der „Malser Weg“ hat sich den Aufbau einer pestizidfreien Gemeinwohlregion auf die Fahne geschrieben, wobei auf die Erhaltung und auf die Stärkung der Gesundheit aller, auf die Einbindung aller Wirtschaftszweige, auf die kulturelle Entwicklung und auf die Stärkung der lokalen Kreisläufe besonderer Wert gelegt wird. Der „Malser Weg“ als Idee ist mittlerweile größer als wir alle zusammen. Der „Malser Weg“ wird auch lobbygesteuerte Präpotenzen, präpotente Politiker und Gerichtsurteile überleben. Miar lossn nitt lugg!

Fragner-Unterpertinger Johannes, Sprecher des „Malser Weges, 10.10.2019

Mit Autostopp sicher nach Hause

Der Sommer geht zu Ende und somit auch die zahlreichen, meist von Vereinen organisierten Feste für Jung und Alt. Das Feiern verschiebt sich ins Gebäudeinnere: Maturabälle stehen an und die verstreuten Diskotheken öffnen wieder ihre Türen, eine An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Elterntaxi wird unumgänglich. Seit Einführung der Fünf-Tage-Woche an Südtirols Schulen wird neben dem Samstag- auch der Freitagabend genutzt, um das spärliche aber dennoch existente Nachtleben im Vinschgau zu entdecken. Spärlich sind aber nicht nur die Möglichkeiten, im Vinschgau auszugehen, sondern seit heuer auch die Chance, nach dem Ausgehen wieder sicher nach Hause zu kommen. Nachdem sich in den letzten Jahren viele Taxidienste dem lukrativen Nachtdienst verschrieben haben, sieht die Situation 2019 nun völlig anders aus. Nahezu alle Taxiunternehmen haben ihren Nachtdienst eingestellt. Vor genau einem Jahr hat das Forum Prävention die App „Shuttle Finder“ erstellt. Hier finden sich die Kontaktdaten von 13 Shuttlediensten aus dem Vinschgau, inklusive der Möglichkeit Bewertungen hinzuzufügen. 2019 gibt es lediglich Taxiunternehmen, die mit Vorbestellung nachts fahren sowie eines, welches ausschließlich mit einer Diskothek kooperiert. Künftig kann auf der App auch gefiltert nach Taxiunternehmen mit Nachtdienst gesucht werden. Wenn private Unternehmen einen für das Gemeinwohl wichtigen Dienst nicht oder nicht ausreichend erbringen, wird es zur Aufgabe der öffentlichen Hand, diesen zu garantieren. Dieses Credo war auch 2009 der ausschlaggebende Grund für die schrittweise Einführung des Nightliner-Dienstes in Südtirol. Der Nightliner fährt samstags jeweils zweimal von Mals nach Meran und zurück. Von Mals in Richtung Reschenpass gibt es ebenfalls Verbindungen. Auf Anregung der Jugendvereinigung ist es seit April auch gelungen, die Seitentäler Schnals, Martell, Stilfs bzw. Sulden und Taufers anzubinden. Dass man beispielsweise für die Fahrt von St. Valentin nach Schlanders eine Stunde, zwölf Minuten und viel Geduld benötigt ist zumutbar. Unzumutbar ist hingegen der Umstand freitags völlig auf sich alleine gestellt zu sein. Benötigt wird eine Ausweitung des Nightliner-Dienstes auf Freitag. Zudem sollten Überlegungen angestrebt werden, einen Anreiz zu schaffen, damit Taxiunternehmen ihren Dienst in den Nachtstunden wiederaufnehmen. Bis diese Grundlage für eine sichere Heimfahrt geschaffen ist, bleibt wohl weiterhin nur das Elterntaxi.

Jugenddienst Obervinschgau, 10.10.2019

Ärztenotstand in Prad oder können wir uns glücklich schätzen?

Nachdem die „Süd-Tiroler Freiheit Prad“ mit ihrer Presseaussendung in Sachen Gesundheitsversorgung in Prad einigen Wirbel in den Medien verursacht hat, müssen einige Dinge ins rechte Licht gerückt werden, denn Vermutungen, Halbwahrheiten und Schuldzuweisungen sind der Sache nicht dienlich, sondern verwirren und verunsichern die Bevölkerung. Die Behauptung, dass die aktuelle Gemeindeverwaltung in der Angelegenheit nicht aktiv ist und „Bälle weiterspielt“ bzw. „Däumchen dreht“, ist eine Unterstellung sondergleichen. Fakt ist, dass die Gemeindeverwaltung von Prad in der Person des Bürgermeisters sofort, nach Bekanntwerden der anstehenden Pensionierung Dr. Wallnöfers, mit den zuständigen Stellen Kontakt aufgenommen hat, um sich über die Vorgehensweise und die Rolle der Gemeinde in der Causa zu informieren. Der Gemeindeausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Problematik auseinandergesetzt, des Weiteren hat es Gespräche mit den betroffenen Ärzten und der zuständigen Amtsdirektion der Sanitätseinheit in Meran gegeben. Es stellt sich nun die Frage, ob Prad ein weiteres Ambulatorium braucht oder unbedingt einrichten soll, nachdem die Süd-Tiroler Freiheit richtigerweise feststellt, dass im nächsten Jahr zwei weitere Hausärzte im Obervinschgau in Pension gehen und man sich allgemein schwertut, Ersatz zu finden. Ein Ärztenotstand bestünde dann eher in den umliegenden Gemeinden als in Prad. Wir Prader können nämlich von Glück reden, dass wir nach der Pensionierung von Dr. Wallnöfer sofort einen Ersatz mit Dr. Lendi erhalten haben. Sollte es in Zukunft eine Neuorganisation der hausärztlichen Betreuung auf Wunsch der Sanitätseinheit oder interessierter Ärzte des Einzugsgebietes geben, z.B. die Einrichtung zentraler Ärztepraxen, wird die Gemeinde Prad sich der Herausforderung stellen und gemeinsam mit den zuständigen Stellen und verantwortlichen bzw. interessierten Ärzten eine Lösung finden. So war es auch in der Vergangenheit, wo im Übrigen die Räumlichkeiten für die Ambulatorien stets unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurden, was nur in wenigen Gemeinden des Tales geschah. Im Moment sind wir aber noch in der glücklichen Lage, zwei junge Ärzte zu haben und denen möchten wir die besten Arbeitsbedingungen bieten. Unsere Ärzte haben sich nie darüber beschwert, dass sie zu wenig Platz hätten oder dass das Ambulatorium „aus allen Nähten“ platzen würde. Auch ein zusätzlicher Arzt könnte in den vorhandenen Räumlichkeiten zeitweise ordinieren, sollte es gewünscht bzw. erforderlich sein. Seit Neuestem gibt es zur besseren Abwicklung auch eine eigene, qualifizierte Sprechstundenhilfe. Wissen muss man außerdem, wie die Prozedur bzgl. Besetzung von Hausarztstellen abläuft. Noch einmal: Dr. Raffaele Lendi besetzt die nach der Pensionierung von Dr. Wunibald Wallnöfer vakant gewordene Stelle provisorisch. Im Herbst wird ein Wettbewerb für die fixe Besetzung der freien Hausarztstelle ausgeschrieben, welche dann im Frühjahr 2020 definitiv besetzt wird. Am Wettbewerb kann sich jede Hausärztin bzw. jeder Hausarzt auch aus der näheren Umgebung und somit auch Dr. Lendi, beteiligen. Die Zuweisung wird über die Sanitätseinheit erfolgen und darauf hat die Gemeinde keinen Einfluss. Auch in dieser Angelegenheit werden wir uns nicht an einem „Klatsch“ beteiligen, der der Sache nie förderlich sein kann. Wir werden unseren Weg der Diskretion und Sachlichkeit weitergehen. Respekt vor den zuständigen Instanzen des Sanitätswesens und den betroffenen Ärzten gegenüber gebieten eine solche Vorgehensweise.

Karl Bernhart , Bürgermeister und Gemeindeausschuss, Prad, 02.10.2019

Kein Mitgefühl für verletztes Kätzchen

Die Tierärztin war fassungslos über den Zustand des kleinen Kätzchens, welches eine Mitarbeiterin des Tierschutzverein Vinschgau am 1. Oktober in ihre Praxis brachte. Das hintere Bein war zerfetzt, Knochen traten hervor und unzählige Maden hatten sich bereits eingenistet. Das ca. acht bis zehn Wochen alte Kätzchen war stark abgemagert und völlig erschöpft. Es hatte viel Blut verloren und hatte sichtlich große Schmerzen. Fassungslos macht auch die Tatsache, dass sich niemand für das schwer verletzte Tier interessierte, welches auf dem Friedhof in Laas für alle sichtbar neben der Kirche lag. Es ist immer wieder beschämend, dass Menschen derart gefühllos gegenüber Tieren sein können. Ein Großtierarzt, der zufällig vor Ort war, wurde um Hilfe gebeten, doch auch dieser fühlte sich für das Tier nicht verantwortlich und wimmelte die Mitarbeiterin ab. Laut Einschätzung der Tierärztin lag das Kätzchen bereits seit mindestens zwei Tagen am besagten Ort. Leider kam jede Hilfe zu spät und das Kätzchen musste von seinem Leid erlöst werden. Der Tierschutzverein Vinschgau möchte hier nochmals an das Mitgefühl der Bevölkerung appellieren: Falls jemand ein verletztes, krankes oder ausgezehrtes Tier wahrnimmt und selbst keine Hilfe leisten kann oder möchte, möge man umgehend den Tierschutzverein Vinschgau unter der Tel. 333 5418810 kontaktieren. Außerdem möchte der Tierschutzverein Vinschgau darauf aufmerksam machen, dass aktuell viele kleine Kätzchen vor allem von freilebenden Katzen streunen und auf Futtersuche sind. Wir bitten die Bevölkerung vermehrt darauf zu achten und sich gegebenenfalls an den Tierschutzverein zu wenden.

Ellen Schuster, Tierschutzverein Vinschgau, 02.10.2019
Vinschger Sonderausgabe

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