Leserbriefe

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Neue Zuggarnituren für Südtirol: Quantität anstelle Qualität für unser schönes, reiches Tourismusland?

An dem unerwartet großartigen Erfolg der 2005 reaktivierten Vinschgerbahn haben die Zuggarnituren des Schweizer Unternehmens STADLER einen wesentlichen Beitrag geleistet. Auch jene im Pustertal und zum Teil auf der Brennerbahnlinie fahrenden „Flirt“-Zuggarnituren derselben Firma, bereiten nicht nur Freude und Spaß am Eisenbahnfahren, sie sind auch eine Anregung zum Umstieg auf diese nachhaltige Mobilität. Kürzlich wurde über die Medien, mittels einer höchst bescheidenen Mitteilung, der Kauf von 8 Zuggarnituren eines französischen Herstellers bekannt gegeben, mit der Begründung „höhere Kapazität und mehr Platz für Fahrräder“. Einige Zuggarnituren dieser Marke sind zwischen Meran und Brenner im Einsatz. Der Fahrkomfort ist zwar angenehm, weniger allerdings das Ambiente, weit entfernt von der Verwöhn-Qualität der STADLER-Züge. Inakzeptabel, unpraktisch und nicht mehr zeitgemäß auch der Fahrradtransport in diesen Zügen (Aufhängen mit Vorderrad). Bekanntlich sind - mit zunehmender Tendenz - über 60% der Radfahrer mit Pedelecs unterwegs. Das Gewicht dieser meist teuren Fahrräder liegt zwangsweise (mit elektr. Hilfsmotor + Akku), im Schnitt um ca. 10 kg höher, wenig geeignet für derlei Art Transport. Für mich eine Schande, dass man im schönen und reichen Tourismusland Südtirol, stets bestrebt nach dem Besten, Quantität über Qualität stellt. Als Widerspruch zur Nachhaltigkeit oder Bestätigung mangelnden Interesses sowie Glaubwürdigkeit und Seriosität einiger Volksvertreter?

Walter Pöder, Naturns, 13.04.2022

Schwimmbad in Graun

Die Planungsarbeiten für das Schwimmbad in Graun schreiten laut dem letzten Zeitungsbericht (der Vinschger Nr. 7/2022) voran. Ich habe mir dazu einige Gedanken gemacht – und es haben sich mir Fragen gestellt, auf die ich leider keine bzw. keine schlüssigen Antworten erhalten habe. 1: Warum ein Schwimmbad in Graun? Das nächste Schwimmbad samt weiterer Sportinfrastruktur ist ja nur einen Katzensprung entfernt. Wäre es nicht sinnvoller, mit dem Schwimmbad in Mals eine Nutzungsvereinbarung zu treffen? Zwei derartige Strukturen in unmittelbarer Nähe machen sich gegenseitig nur noch mehr Konkurrenz, bzw. verringern die jeweilige Auslastung noch weiter, wo doch schon dem Schwimmbad Mals mehr Besucher guttäten; 2: Es gab anscheinend einen Vorschlag vom Jahr 2016 von Seiten „Sportwell“: 20 Euro pro Gästebett der Gemeinde Graun pro Jahr, entspricht Pi mal Daumen 2500 x 20 Euro = 50.000 Euro, und alle Gäste können die Struktur gratis nutzen! Dem gegenüber stehen geschätzte 400.000 Euro allein an Betriebskosten, die die Gemeinde Graun für das neue Schwimmbad berappen muss, nur um die Spesen zu decken, ohne dass ein Fuß nass geworden wäre; 3: Ein Schwimmbad mit beheiztem Becken im Außenbereich auf einer Meereshöhe von 1500 m? Ökonomisch sinnvoll? Ökologisch wohl mehr als fragwürdig; 4: Eine kleine Gemeinde wie Graun mit 2.376 Einwohnern und (bei kalkulierten 2 Kindern pro Familie) somit geschätzten 594 Familien. Kosten pro Jahr pro Familie wären somit ca. 673 Euro, ohne das Schwimmbad ein einziges Mal genutzt zu haben (Eintritte separat), wollen wir uns das wirklich leisten? Baukosten von geschätzten 7.000.000 Euro plus Planungskosten usw. („unvorhersehbare“ Mehrkosten nicht eingerechnet): ca. 12.000 pro Familie. Ist es uns das Wert? Dazu kommen noch Kosten für Baulichkeiten wie Kreisverkehr, Parkplätze usw.; 5: Abschreibungen bzw. Amortisierung: nach 15 bis max. 20 Jahren ist davon auszugehen, dass die Einrichtung generalsaniert bzw. erneuert werden muss. Warum werden diese zukünftigen Kosten nicht einkalkuliert, bzw. öffentlich kommuniziert? 6: Wieso wird die Führung des Betriebs samt Restaurantbetrieb nicht öffentlich ausgeschrieben? 7: Im aktuellen Umfeld, wo Rohstoff- und Energiepreise extrem volatil sind, wo bei jeder Gelegenheit sowohl von Politik (auf Landes- und Staatsebene; https://nachhaltigkeit.provinz.bz.it/de/das-projekt) und Gesellschaft als auch von der Wirtschaft mehr Nachhaltigkeit, mehr Unabhängigkeit von Energie, mehr Ökologie gefordert werden, ist es nicht schon allein aus diesen Gründen kontraproduktiv, ein derartiges Projekt zu realisieren? 8: Warum wird mir als Bürger der Gemeinde die Einsichtnahme in die Planungsunterlagen verweigert? Ist es nicht sogar die Pflicht der Verwaltung, alle Informationen transparent und für jeden nachvollziehbar zur Verfügung zu stellen?; Vielleicht täte eine Nachdenkpause gut, um unter den sich seit mehr als 2 Jahren rapide veränderten Umständen den Mut zu finden, das Projekt neu zu bewerten.

Ulrich Stecher, St. Valentin/Dörfl, 20.04.2022

Zum Floriani-Sonntag

Worte des Dankes und der Anerkennung eines Feuerwehrmannes an die Herzallerliebste im Morgengespräch: „Es ist mehr als angebracht, Dir am heutigen Floriani-Sonntag einmal ganz herzlich zu danken. Ohne Deine Mitarbeit, Dein Mitdenken und Deine oft grenzenlose Rücksicht wäre es für mich als Feuerwehrmann sehr schwierig. Dein Zutun in aller Stille und unter Verzicht oder Abbruch manch froher Stunden im Familienkreis entwickelt in mir die unbändige Kraft, plötzlich auftauchender Notwendigkeit für dringende Hilfe offen in die Augen zu schauen. Lob braucht nicht immer Worte, sogar an diese meine, oft nach schwierigen Einsätzen von belastenden inneren Gefühlen getragene Schwäche hast Du Dich gewöhnt. Verleihe mir bitte weiterhin die nötige Phantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte, mit oder ohne Worte, zuhause zum richtigen Zeitpunkt abzugeben. Und ich verspreche: In das Spiel deiner Gefühle, in das Fehlen meiner Nähe, in die Ernsthaftigkeit deiner Gedanken, in die Enge deines Alltages und in den Reichtum deines Schweigens lege ich meine Zusage: Ich bin auch für dich da!“

Karl Pircher, Naturns, 25.04.2022

Krieg

Woher kommt das Wort Krieg? Von nicht genug kriegen? Beim Kriegsaggressor Putin scheint das zu 100% zuzutreffen. Macht, Geld, Besitzansprüche, Gier nach noch viel mehr, davon kann er nicht genug kriegen. Ich wollte den Ukrainern, die nicht so viel kriegen, eine Spende machen, über eine landesübliche Bank hier in Südtirol. Für die Überweisung wollten sie drei (3) Euro haben. Ich dachte mir, das kann doch nicht sein. Können sie auch nicht genug kriegen? Müssen die Banken am grausamen Krieg auch etwas abkriegen? Anstatt drei Euro für jeden Privatspender dazuzuzahlen, was den Kriegsgebeutelten zu Gute käme, müssen Banken Kasse machen, weil sie auch nie genug kriegen, so wie es aussieht. Habe die Spende nicht mehr gemacht, unterstütze keinen, der nicht kriegen kann.

Hermann Haringer, Glurns, 25.04.2022

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