Leserbriefe

Corona-Tagebuch

Ich habe online das Corona-Tagebuch (Tag 1 bis 6) gelesen. Diese menschlichen, authentischen, persönlichen Zeilen in der apokalyptischen Zeit, die wir gerade durchleben, finde ich treffend, wohltuend, einfühlsam. Ich bedanke mich für die niedergeschriebenen Gedanken, die ich teile. Bei allem Respekt vor der surrealen Wirklichkeit dieser Sintflut, dieser globalen Epidemie, deren Bewältigungsmaßnahmen mit ungewissem Ausgang und unabsehbaren Folgen glimmt doch eine große Hoffnung: die deutliche Bewusstseinsschärfung JETZT bei einer neuen Generation von WELTENlenkern, aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik für den nachhaltig grundlegenden Umbau der Weltenordnung zu einer zukunftsfähigen Sozialökonomie globaler Prägung, mit den Zielen: Konsolidierung durch Regionalwirtschaft, Solidarität, Klima- und Artenschutz, gerechte Ressourcenverteilung, Friedens- und Existenzsicherung anstelle von Profitmaximierung, Wachstums- und Konsumzwang, Ausbeutung von Arbeitskräften, Kapital- und Landraub, Flüchtlingselend, Industrie- und Machtmissbrauch. Pardon: Zukunftsträume können in trostloser Zeit Mut machen, sehe den nächsten Tagebuchaufzeichnungen gerne entgegen.

Jörg Bauer, Algund, 26.03.2020

Corona verändert die Welt!

Die Welt hat bildlich versucht, selbst auf den „höchsten Berg“ eine Leiter aufzustellen, diese ist zumindest für eine Zeitepoche umgefallen. Die Zeit des schneller, besser, höher ist vorbei. Ich sehe dieses neue Zeitalter durchaus als Chance, wo Freundschaften, Beziehungen und neue Denkweisen für Frischluft sorgen werden. Ich möchte allen, die in dieser Corona-Zeit Ängste genommen, Aufklärung geleistet, wichtige Dienste garantiert und sich zum Wohle der Gemeinschaft unermüdlich Gefahren ausgesetzt und Opfer gebracht haben und weiterhin erbringen, innigst danken. Am Rande eine Feststellung: Wenn wir derzeit die Kommentare, Bilder und Ermutigungen auf unterschiedlichster Ebene wahrnehmen, so sehnen sich die Menschen zusehends nach Stabilität, Gesundheit, Sicherheit, Frieden, Entschleunigung, einer sicheren Arbeitsstelle, Bewegungsfreiheit usw. Vieles, was vorher selbstverständlich war, wird nun mit ganz anderen Augen gesehen. Wahrscheinich werden wir ein neues Zeitalter erleben, wo Menschen sich selbst über kleine Dinge freuen und dankbarer sein werden, und das ist gut so.

Raimund Niederfriniger, Tanas, 03.04.2020

Besinnen

Seit vielen Jahren ohne Pause bleibt kein Mensch einfach nur zu Hause. Shoppen, essen ununterbrochen, Kreuzfahrtschiffe und Reisewochen, Internet, soziale Medien, ohne Luxus kann keiner mehr leben. Weltweite Vernetzung, globaler Handel, Job, Karriere, Klimawandel Stress und Streit - unsere täglichen Begleiter, aber wir werden nicht gescheiter. Keine Zeit für unsere Lieben, Sind wir damit echt zufrieden? Nun ist durch ein Virus aus und vorbei unsere tägliche Hetzerei. Wir sind zu Hause eingesperrt und denken nach: Ist es das wert? Besinnen müssen wir uns auf das Wichtige im Leben und uns fragen, wonach wir eigentlich streben. Was ist von Bedeutung, um glücklich zu sein, die Shoppingtour oder gesund zu sein? Familie, Freunde und Verwandtschaft geben uns nun Halt und Kraft. Und mein Motto in der Krise ist die folgende Devise: Ruhig bleiben und zusammenhalten, um das Virus anzuhalten.

Sophia Sagmeister, 06.04.2020

Replik auf verschiedene, vorausgegangene Leserbriefe zum Gesundheitswesen im Südtirol, explizit in Bezug auf den Vinschgau

In Leserbriefen zum Gesundheitswesen im Südtirol fällt auf, dass meist die „Probleme“ mit der italienischen Sprache beschrieben werden. Angefangen beim Beipackzettel, der nur italienisch vorliegt. Hier ist das Problem schon längst gelöst, schreibt doch die Südtiroler Landesverwaltung auf ihrer Webseite: „Im Land Südtirol müssen die Beipackzettel zweisprachig sein. Sie befinden sich nicht in der Schachtel, sondern müssen - auf deine Nachfrage hin, vor Ort ausgedruckt und dir zusammen mit dem Medikament ausgehändigt werden“. Dann wird beanstandet, dass der Arzt nur italienisch spricht, das kommt vor, aber er ist jeweils begleitet von einer deutsch sprechenden Fachperson. Befunde nur in italienischer Sprache, muss das sein? Nein! Im Sonderdruck 1 zur Nr. 5/2006 „Das Land Südtirol” Herausgeber: Südtiroler Landesregierung Bozen · Verantwortlicher Schriftleiter: Franz Volgger steht Folgendes: „Alle Mitteilungen und Befunde über den Gesundheitszustand eines Patienten/einer Patientin, die direkt an diese Person gerichtet sind, müssen in der mutmaßlichen Sprache des Patienten verfasst werden oder in der von ihm verwendeten Sprache.“ Würden diese BriefeschreiberInnen mal „über den Tellerrand hinaus schauen“, respektive einen Blick ins Ausland werfen, dann müssten sie feststellen, dass wir hier in Südtirol, insbesondere im Vinschgau, hervorragende Verhältnisse haben. Aufgrund der hier gemachten Erfahrungen darf ich mit gutem Gewissen feststellen, dass die „Schweiz“ hinten anstehen muss. Es ist zwar richtig, dass dort die Beipackzettel dreisprachig sind (D/F/I), von den Rätoromanen wird erwartet, dass sie eine der anderen Sprache beherrschen. Aus meinem familiären Umfeld musste eine Person aus der französischen Schweiz nach Zürich (Fahrzeit über 2 Stunden) zu einem Spezialarzt im Universitätsspital. Dieser, ein Deutscher, sprach kein Französisch und so musste eine mitgereiste Person, die per Zufall Deutsch sprach, übersetzen, und dies bei der Vorbesprechung einer äussert schwierigen Operation. Es kommt hinzu, dass in Schweizer Krankenhäuser Ärzte tätig sind, die schlecht oder bis gar nicht eine der Landessprachen beherrschen. Meine Frau und ich kennen die Krankenhäuser in der Schweiz, bekommen öfters von früheren Nachbarn von ihren Erfahrungen erzählt, auch erhalten wir laufend Informationen aus England (Familie) und hören immer wieder von unwürdigen Zuständen in Deutschland. Interessant dazu war auch die Sendung „mal ehrlich… Geld oder Gesundheit“ vom 22. Januar auf SWR. Es wurde darüber diskutiert, was heute im Krankenhaus massgebend ist. Es sind nur noch die Einsparungen an Materialien und Personal, trotz Zunahme der Fälle (Fallpauschalen). In Vergangenheit durfte sich meine Frau mehrmals auf die hervorragenden Dienste im Krankenhaus Schlanders verlassen. Dazu zählen wir auch die Leistungen des Rettungsdienstes und der Ersten Hilfe. Trifft man auf einen nur Italienisch sprechenden Arzt, so ist dieser in Begleitung einer Deutsch sprechenden Fachkraft. Beruhigend zu wissen ist, dass da der Patient als Mensch mit seinen Beschwerden und nicht als „Fall“ aufgenommen, behandelt und betreut wird. Tatsache ist, und es wird weiterhin so bleiben, dass europaweit ein Ärztemangel besteht. In Südtirols Krankenhäusern fehlen hunderte Fachärzte und die Zukunft sieht alles andere als „rosig“ aus. Wir müssen dankbar sein, dass italienische Fachkräfte bereit sind, bei uns tätig zu sein. An erster Linie steht die fachliche und nicht die sprachliche Kompetenz, heisst es doch: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach!“. Zufrieden sein mit dem, was ist und nicht fordern was es nie geben wird. Im Gespräch mit Einheimischen ist mir schon verschiedentlich aufgefallen, dass wenn man von den guten Erfahrungen mit dem Krankenhaus Schlanders spricht, spontan allgemeine Kritik folgt. Nachgefragt stelle ich dann fest, dass diese „vom Hören sagen“ kommt. Sicher wurden in der Vergangenheit Fehler gemacht, auch durch die Politik(-erin?), jedoch werden Versäumnisse laufend weggeräumt. Was zählt, sind die gemachten Erfahrungen, die zu machen wünscht man ja trotzdem niemandem, und nicht die Beurteilungen von aussen. Eigeninitiative und etwas mehr Selbstvertrauen würden im Übrigen zur „Beruhigung“ beitragen.

Peter H. Schmid, Kastelbell, 01.03.2020

Wichtiger Impuls für ländlichen Raum

Die Landesregierung hat am 3. März das Tiefbauprogramm 2020-2022 auf Vorschlag von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider genehmigt. Darin enthalten sind 30 Prozent mehr Investitionen für die kommenden drei Jahre. Das gesamte Paket ist ein wichtiger Impuls für die Förderung des ländlichen Raumes. Südtirol hat viele kleine Gemeinden, für die ein sicheres und gut befahrbares Straßennetz von großer Bedeutung ist, damit die Menschen gut angebunden sind. Deswegen begrüßen wir die Maßnahme, neue Mittel für die Tiefbauprojekte zur Verfügung zu stellen. Der Gemeindenverband hat sich auch aktiv bei der Zusammenstellung der Liste der Vorhaben eingebracht, mit Landesrat Alfreider stets gut zusammengearbeitet und ihn als verlässlichen Partner wahrgenommen. Nun gilt es, die geplanten Maßnahmen auch zügig umzusetzen.

Andreas Schatzer, Präsident des Gemeindenverbandes, 03.03.2020
Vinschger Sonderausgabe

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