Leserbriefe

MitfahrApp LightRide

Ein Novum im Bereich der Mobilität hat das Potential, eine wesentliche Veränderung für alle Verkehrsteilnehmer zu erwirken und ehrenamtlichen Vereinen deutlich unter die Arme zu greifen. Worum geht es? Die neu entwickelte MitfahrApp LightRide erleichtert es, Fahrgemeinschaften zu bilden und ehrenamtliche Vereine finanziell zu unterstützen. Großes Interesse von Seiten vieler Einrichtungen und Organisationen für diese Neuerung lässt auf eine breite Anwendung hoffen. Die Umweltschutzgruppe Vinschgau hat heuer in Zusammenarbeit mit dem Mobilitätsberater Sergio Fedele ein Projekt gestartet, um der Bildung von Fahrgemeinschaften einen erneuten Impuls zu verleihen und diese für die Interessierten zu erleichtern. Sergio Fedele (Meran/Bologna) hat zusammen mit seinem Team die MitfahrApp LightRide entwickelt. Diese kann kostenlos heruntergeladen und genutzt werden (www.lightride.it). Mit der MitfahrApp LightRide sind ökologische und solidarische Entscheidungen einfache Gesten: Verkehrsteilnehmer können eine Fahrt finden oder eine anbieten und eine Spende an einen gemeinnützigen Verein leisten. Der Mechanismus ist einfach: Man kann eine Anzeige als Fahrer oder Mitfahrer für eine einzelne oder wiederkehrende Fahrt schalten und andere Benutzer, die die gleiche Route fahren müssen, antworten, um einen Sitzplatz anzubieten oder einen zu bekommen. Der Fahrer hat die letzte Wahl, ob er den Kostenbeitrag behält oder ihn an einen gemeinnützigen Verein seiner Wahl spendet. LightRide ermöglicht es dem Fahrer, einen Verein seinen Neigungen und seinen Interessen entsprechend auszuwählen. Der Beitrag geht sodann vollständig an den Verein. Die alltägliche Mobilität wird so zu einem solidarischen Akt mit positiven Auswirkungen: das Verkehrsaufkommen wird verringert; die CO2 Emissionen werden reduziert; die finanziellen Zuwendungen für gemeinnützige Vereine steigen; mehr zwischenmenschliche Beziehungen werden ermöglicht; jeder kann Fahrtkosten sparen. Um die Sicherheit der Fahrer und Mitfahrer zu gewährleisten und die Vertrauenskette zu schließen, wurden mehrere Sicherheitsfilter eingebaut: So kann u. a. jeder bis zu 10 Personen den Einladungslink schicken oder Betriebe können ihre Mitarbeiter zertifizieren. Die Höhe des Kilometergeldes, das vom Fahrer eingehoben wird, richtet sich nach den gängigen gesetzlichen Bestimmungen. Wenn ein gemeinnütziger Verein auf die Liste von LightRide aufgenommen werden möchte, kann er sich an clima.sergiofedele@gmail.com wenden.

Umweltschutzgruppe Vinschgau, 06.07.2026

Rechtschaffenheit in der Politik

Der Bürgermeister von Schnals, Peter Grüner, ist gleichzeitig Verwaltungsleiter der Schnalstaler Gletscherbahnen AG. Es mag sein, dass er sich bei offiziellen Abstimmungen in der Gemeinde der Stimme enthält, wenn es um die Großprojekte seines Arbeitgebers geht. In öffentlichen Verlautbarungen hingegen spricht er sich eindeutig für dessen Projekte aus. Es würde dem Bürgermeister aber gut anstehen, sich auch in der Öffentlichkeit neutral zu verhalten, um nicht die Glaubwürdigkeit und Integrität der Gemeindepolitik zu beschädigen.

Hanns Fliri, Naturns, 13.07.2026

Zur „neuen“ Brücke in Laas

Im der Vinschger Nr. 10 vom 20.05.2026 konnte man lesen, dass ein Konzept für Sanierungsmaßnahmen an der neuen Brücke vorliege, aber einen genauen Zeitrahmen dieser Arbeiten könne man derzeit nicht abstecken, das hänge auch von der Verfügbarkeit des benötigten Materials ab, von Seiten der Gemeindeverwaltung hoffe man aber sehr, die neue Brücke in den Sommermonaten für den Verkehr freigeben zu können. Seit dieser Verlautbarung ist nun schon wieder ein Monat vergangen, der Sommer hat begonnen, man kann aber keinerlei Tätigkeit am stillgelegten Brückenbau wahrnehmen, noch wurde Material für die nötige Sanierung gebracht. Außer ab und zu Beschwichtigungen und Vertröstungen dieser Art, auf baldige Fertigstellung, erhalten wir jenseits der Brücke wohnenden Bürger keinerlei Informationen seitens der Gemeindeverwaltung, Anfragen bei der Gemeinde-App werden nicht beantwortet, wohl aber wurde zum Schulschluss kurzerhand der Shuttle Dienst an den Nachmittagen gestrichen, was jeglicher Logik entbehrt, es würde genügen, am Morgen die Schülerfahrten einzustellen. Für ältere Mitbürger, die nicht so mobil sind und auch nicht ständig bei Familie und Nachbarn um Fahrten ins Dorf ersuchen möchten, bleiben Arzttermine, Beerdigungsteilnahme, mögliche Einkäufe, Seniorennachmittage, Besuche im Altersheim und vieles mehr wichtig und notwendig und das Schulende rechtfertigt in keiner Weise die Einstellung der Nachmittagsfahrten. * * Am 25. Juni wurde auf der neuen Brücke eine Behelfsbrücke montiert. Seit dem Nachmittag des 26. Juni ist die Etschbrücke somit wieder für Fußgänger und Radfahrer provisorisch offen (siehe dazu Bericht oben). Die Leserbrief-Redaktion

Gertraud Tappeiner, im Namen vieler verärgerter „Enderbrüggler“, Laas, 16.06.2026

Nachruf auf Gabriel Zipperle

Da ich in Erfahrung gebracht habe, dass Gabriel Zipperle von hier gegangen ist, für immer, möchte ich noch einiges zu ihm sagen. Der Gabriel war ein namhafter Schellenschmied, aus meiner Sicht der beste im ganzen Alpenraum. Da ich selbst ein Schellensammler bin, beinahe fanatisch, hatte ich mit ihm viel zu tun. Es gibt und gab einige Schellenschmiede weit und breit. Der allerbeste war Eduard Schuchter aus Pfunds in Österreich, geboren 1857, gestorben 1940. Die Fantasie von Eduard Schuchter hat Gabriel Zipperle nachgeahmt. Von der Qualität her waren die Schellen von Eduard Schuchter und Gabriel Zipperle fast gleichgestellt. Man kann beide Schellenschmiede gleichstellen. Eduard Schuchter kenne ich aus der Literatur. Zwischen Gabriel Zipperle, geboren 1943 in Kuens/Riffian, gestorben 2026 dortselbst, und mir hat sich eine Freundschaft entwickelt, da ich zahlreiche Schellen von ihm habe. Abschließend ein Dankeschön. Lieber Gott, hab ihn selig.

Max Kuntner, Oberrazoihof in Außersulden, 26.06.2026
Vinschger Sonderausgabe

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