Leserbriefe

Kaum Kontrollen

Ich möchte meine Meinung zum Artikel in der letzten Ausgabe (der Vinschger Nr. 13/2022) äußern. Ich bin glücklicher Besitzer eines Wohnmobils, das ich auch für Kurzreisen, z.B. in Südtirol nutze. Ich verbringe drei oder vier Wochenenden im Jahr direkt in Sulden und parke auch auf dem Parkplatz an der Seilbahnstation. Als Ausgleich für die kostenlose Nutzung des Parkplatzes esse ich in einem der lokalen Restaurants zu Abend und am nächsten Tag bei einer Wanderung auf einer Hütte zu Mittag. Ich habe bis dato nie mehr als 9 oder 10 Wohnmobile auf dem Parkplatz gesehen, außerdem sind viele davon sogenannte Vans, bzw. Kleintransporter und diese bleiben auch nachts leer, da die Besitzer vermutlich auf einer Berghütte übernachten. Ich habe auf dem Parkplatz auch noch nie ein offenes Feuer oder einen gedeckten Tisch gesehen, alles ist stets sehr diskret und sauber. Der „gebührenpflichtige Parkplatz“ von Herrn Reinstadler ist sehr schön und gut ausgerüstet, er ist für diejenigen geeignet, die länger und vor allem im Winter parken wollen. Wenn sein Parkplatz von Wiesen und Bergen umgeben wäre und nicht mitten im Dorf läge, wäre er sicherlich für alle noch attraktiver. Ich wäre bereit dafür zu bezahlen, dass ich auf dem Parkplatz der Seilbahn parken kann (der Parkplatz in Schöneben ist immer überfüllt, obwohl er gebührenpflichtig ist). Für uns Wohnmobilfahrer ist es kein Kostenproblem – mit dem Anschaffungspreis eines Wohnmobils könnten wir jahrelang in Hotels urlauben – unsere Wahl für das Wohnmobil ist von der Schönheit der Natur, der Bewegungsfreiheit und der Landschaft inspiriert, nicht wegen finanzieller Gründe. Herr Reinstadler ist zu Recht darüber verärgert, dass er in die Anlage investiert hat, sie aber nicht genutzt wird. Meiner Meinung nach würde die Mehrheit derjenigen, die den Parkplatz bevorzugen, ohnehin nicht in seiner Anlage parken. Ich kann nur hoffen, dass der Seilbahnpark frei bleibt, um weiterhin ein paar schöne Stunden in Kontakt mit der Natur verbringen zu können. Ich stimme außerdem zu, dass die Aufenthaltsdauer kontrolliert und der Platz nicht zu einem Camping-Lager werden sollte. Ich hoffe, dass uns weiterhin die Möglichkeit gegeben wird, (kurz) anzuhalten, ohne jemanden zu stören.

Beppe Calanducci, Schlanders, 22.07.2022

„Nachhaltige Verkehrslösungen sehen anders aus“

Zum Artikel „Mit 180 in den Verkehrsinfarkt“ (der Vinschger Nr. 13/2022) möchte ich wie folgt Stellung nehmen: Die Freiheitlichen stellen die Frage nach einer „nachhaltigen“ Lösung der Verkehrsprobleme im Vinschgau. Ich denke, sie verwechseln dabei etwas, denn das Wort „nachhaltig“ bedeutet sicher niemals eine Vergrößerung des Ressourcenverbrauchs! Und der kommt unweigerlich, wenn ich die Megaumfahrung Forst-Naturns baue. Aus zwei Gründen: Einerseits werden Millionen Kubikmeter Beton verbaut, ein Baustoff, der an sich schon einen extrem hohen Ressourcenbedarf hat. Und andererseits wird die große Umfahrung in keinem Falle zu einer Reduktion des Autoverkehrs führen, ganz im Gegenteil, sie wird den Autoverkehr anlocken und fördern. Keine Großumfahrung der Welt hat je Autoverkehrs insgesamt reduziert! Das heißt, die Freiheitlichen treten für eine Potenzierung des uns quälenden Autoverkehrs ein! Ganz schön pervers! Ich stimme mit ihnen aber überein, dass auch der Kreisverkehr an der Töll nicht die Auflösung der Staus bewirken wird; denn Staus entstehen, wenn zu viele Autos auf zu kleinen Straßen fahren. Und das bleibt auch nach einem Kreisverkehr (Auf der Brennerautobahn gibt es keine Ampeln und keine Zebrastreifen und trotzdem allwöchentliche lange Staus!). Das vergötterte Projekt der Megaumfahrung wird in Zeiten fehlender Geldmittel und zunehmender Ressourcenverteuerung kaum zu realisieren sein. Was wir brauchen, ist eine Verteuerung des Autoverkehrs, auch für Transitreisende, und eine kleine, günstig zu bauende, oberflächige Ortsumfahrung von Rabland. Und wir brauchen auf Landesebene eine andere Einstellung zum Zug: Man stelle sich vor, die Staatsstraße wäre an der Töll wegen einer Baufirmenpleite bis Dezember gesperrt! Da wäre aber schneller eine Ersatzlösung gefunden! Nur bei der Bahn ist es scheinbar egal, mit der fahren eh nur Schüler, Alte und Touristen. Nein, nachhaltige Verkehrslösungen sehen anders aus, als die große Umfahrung!

Sigmund Kripp, Partschins, 25.07.2022

Richtigstellung

Artikel „Pronto für die Zukunft (Vinschger Nr. 13 vom 20.07): Die Idee und die Planung für das Geschäft „Pronto“ in Eyrs stammt vom Unternehmen „Architektur und Design“ aus Schluderns.

RED, 01.08.2022

BASIS nimmt Stellung

Da wir kürzlich eine an BASIS gerichtete Botschaft auf den Kasernenmauern erhalten und auch sonst von einigen Seiten negative Kommentare zur Nacht vom Samstag, den 18. Juni, erhalten haben, möchten wir die Chance nutzen, um solche Missverständnisse zu beseitigen. BASIS steht unter anderem auch für kulturelle Veranstaltungen und gesellschaftliche Zusammenkünfte. Vielleicht sind wir dadurch auch an anderen Stellen durch Lärmbelastung aufgefallen. Wir sind ständig bemüht, diese Vorkommnisse zu minimieren. Doch in diesem besonderen Fal, handelte es sich um KEINE Veranstaltung, welche im Zusammenhang mit der BASIS Vinschgau Venosta steht. Wir möchten uns daher inhaltlich und organisatorisch klar davon distanzieren und dazu aufklären. Am Samstag, 18.06., wurde auf dem Exerzierfeld der Ex-Caserma Druso ein Musik-Event durch einen externen, privaten Veranstalter organisiert, welcher von der Gemeinde Schlanders den öffentlichen Platz für diesen Zweck mieten durfte. Auch die Lizenz für die Veranstaltung im Freien wurde von der Gemeindeverwaltung selbst bis um 4:00 Uhr morgens ausgestellt. Ordnungskräfte waren laut Zeugen vor Ort. Uns ist bewusst, dass die unterschiedlichen Tätigkeiten im Kasernenareal nicht nur auf Zustimmung in der Nachbarschaft stoßen können. Jedoch nicht alles, was auf und im Kasernenareal passiert, wird von uns organisiert oder kuratiert. Ein nicht zu unterschätzender Teil an Veranstaltungen wird von Vereinen und Initiativen aus dem Vinschgau und der Umgebung durchgeführt. Der Verein BASIS Vinschgau Venosta ist bemüht, die eigenen Veranstaltungen lärmtechnisch, organisatorisch und logistisch so zu gestalten, dass Anrainer*innen so wenig wie möglich gestört werden. Externen Veranstalter*innen werden von uns dahingehend sensibilisiert, aber es ist uns leider nicht möglich, dies zu kontrollieren und einzufordern. Der CIRCO PANIKO residiert bei uns noch bis 25.06., maximal bis 03. Juli. Er probt tagsüber und in den frühen Abendstunden führt er sein Stück auf. Dazu kommen abendliche Aperitivi und Veranstaltungen im Garten im Rahmen des gemeindeweiten Kultursommers ’22 bis maximal 23 Uhr und einzelne Musik-Veranstaltungen im Gebäude. Am 30. und 31. Juli wird das zweitägige DenkMal Festival auf dem gesamten Areal von uns veranstaltet. Workshops, Kunstmarkt, Kinderanimation, Theater und weiteres findet tagsüber im Außenbereich statt. In den Abend- und Nachtstunden haben wir uns bewusst dafür entschieden, das Abendprogramm in die Innenräume der BASIS zu verlegen. Für diese eben genannten Veranstaltungen übernehmen wir als Verein BASIS Vinschgau Venosta die Verantwortung. Dadurch, dass das Areal der Ex-Drusus Kaserne in erster Linie öffentlicher Raum ist und für alle Bewohner*innen der Gemeinde und dem gesamten Vinschgau Zukunft bedeutet, stehen wir für eine konstruktive Zusammenarbeit und Dialog.

Hannes Götsch und Katrin Gruber , Geschäftsführer und Präsidentin, Schlanders, 24.06.2022

Forschungsteilnehmerinnen gesucht!

Mein Name ist Lisa Settari, ich studiere Geschichte in Wien und schreibe meine Diplomarbeit über die Erfahrungen von frauenliebenden Frauen (Jahrgang 1973 oder älter) aus Südtirol. Dafür suche ich noch Frauen, die mir von ihren Erfahrungen und Erlebnissen erzählen würden. Die Forschungsteilnehmerinnen bleiben natürlich anonym. Falls Sie Interesse oder Fragen haben, melden Sie sich gerne direkt bei Lisa Settari, per E-Mail (lisasettari@gmail.com) oder telefonisch (+393491255910).

Lisa Settari, sie/lei/she/elle/ella, Lana/Wien, 05.07.2022

Dauer-Chaos am Stilfserjoch

Wo bleibt die viel versprochene Modellregion für nachhaltige Mobilität im Nationalpark Stilfserjoch und wo bleiben die Grundsätze für einen innovativen und achtsamen Umgang mit den naturgegebenen Ressourcen? Diese Fragen waren in den letzten Tagen sowohl bei Einheimischen, als auch bei den Feriengästen präsenter denn je. Denn, wenn man sich das allwöchentliche Treiben entlang der Stilfserjoch-Straße anschaut, so denkt man eher an einen Rummelplatz als an eine „Modellregion für nachhaltiges Leben“. Einen dieser Glanzpunkte stellte das Oldtimer-Event dar. Fast 500 Traktoren waren aus mehreren Ländern angereist, um - begleitet von Gestank und Lärm - durch die Dörfer zur Passstraße empor zu karren. Geparkt wurde zuvor natürlich am Biotop der Prader Sand. Was haben sich die verantwortlichen Beamten wohl dabei gedacht, als sie so einer Veranstaltung in einem Nationalpark die Genehmigung erteilten und welche Rolle spielten dabei die Verkehrssicherheit und der Klimaschutz? Doch damit nicht genug: am darauffolgenden Tag fand der Drei-Länder-Giro auf das Stilfserjoch statt. Chaotische Szenen spielten sich auch da auf der Straße ab, da im Vorfeld nicht für die entsprechende Verkehrssicherheit und ein einheitliches Benimm-Dich-Reglement gesorgt wurde. Mitten in diesem Irrsinn machten auch wieder unzählige Sportwagenflitzer und Motorrad-Freaks die Straße unsicher. Anscheinend kann hier jeder das Gaspedal nach Lust und Laune ohne Rücksicht auf Mensch und Natur betätigen. Wir fordern die zuständigen Behörden und Politiker auf, endlich den Versprechungen konkrete Taten folgen zu lassen und ein ökologisch ausgerichtetes Mobilitätskonzept für das Stilfserjoch umzusetzen. Es ist der falsche Weg, auf der Straße millionenschwere Investitionen zu tätigen und motorisierte Events durchzuführen, dabei aber die Anrainer und diese einmalige Naturlandschaft mit der ständig höheren Verkehrsbelastung alleine zu lassen.

Eva Prantl , (Umweltschutzgruppe Vinschgau), 07.07.2022
Vinschger Sonderausgabe

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