Leserbriefe
Wassermangel
LH Kompatscher erlässt am Montag, 20. Juli, ein wichtiges Dekret zum Wassersparen … Vor einigen Jahren wurde uns per Dekret verboten, Beregnungswasser für Grünflächen zu verwenden. Dieses Verbot gilt für private wie für öffentliche Grünflächen. Derzeit dürfen Grünflächen landesweit nur mit kostbarem und teurem Trinkwasser bewässert werden. Dies gilt natürlich nicht für die Bauern, die bewässern seit jeher und immer noch mit billigem Beregnungswasser. Jetzt sollen wir auf einmal mit Trinkwasser sparsam umgehen. Vielleicht sollten alte Dekrete neu überdacht werden, bevor man neue ins Leben ruft.
Das Fernheizwerk LEEG in Laas – im Zentrum schwerwiegender Vorwürfe
„Der Polizei ist ein Schlag gegen die Mafia gelungen. Eine internationale Organisation, die giftigen Abfall ins Ausland verkauft, zu Grillkohle sowie Dünger verarbeitet und dadurch Millionen an Gewinnen erzielt haben soll, wurde ausgehoben.“ So oder ähnlich lauteten die Schlagzeilen in Presse, Radio, Fernsehen und Teletext – im In- und Ausland. Unser Fernheizwerk, die LEEG, ist dadurch massiv unter Beschuss geraten. Der Obmann und der Heizwart wurden in einer spektakulären Aktion mit großem Aufwand festgenommen und für 16 Tage inhaftiert. Die Betroffenheit über das Schicksal von Andreas und Hugo, aber noch viel mehr die Betroffenheit über Aussagen von Mitbürgern und Anschuldigungen gegenüber diesen Personen – Anschuldigungen, die jeglicher Grundlage entbehren – sowie die Enttäuschung darüber, dass ehrenamtlicher Einsatz und Aufopferungsbereitschaft für die Gemeinschaft von manchen Menschen so wenig geschätzt werden, veranlassen mich, diese Zeilen zu schreiben. Wir alle im Verwaltungsrat arbeiten ehrenamtlich und erhalten keinen Cent für unsere Tätigkeit. Kaum jemand hat so viel Zeit und Herzblut für diese Genossenschaft aufgebracht wie jene drei Menschen, die nun die Hauptlast dieser Anschuldigungen tragen müssen. Ich bin bestürzt, weil ich den Betrieb von innen kenne und weiß, dass wir alle Entscheidungen gemeinsam und nach bestem Wissen und Gewissen für die Genossenschaft getroffen haben. Um etwas Licht in die Angelegenheit zu bringen, muss ich etwas weiter ausholen: Das Fernheizwerk Laas/Eyrs ist ein vergleichsweises kleines Fernheizwerk, das im Jahr 2002 als Genossenschaft gegründet wurde. Ziel war es, die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Laas zu günstigen Konditionen mit umweltschonender Energie zu versorgen und gleichzeitig die Luftqualität in Laas, in den Wintermonaten zu verbessern. Die Genossenschaft wird von einem ehrenamtlichen Vorstand geführt, der von den Mitgliedern gewählt wird. Ehrenamtlich bedeutet dabei, dass der gesamte Vorstand weder Sitzungsgelder noch sonstige Vergütungen erhält. Im Jahr 2004 nahm das Fernheizwerk den Betrieb auf. In den Sommermonaten musste jedoch stets ein Heizkessel betrieben werden, um die Kundinnen und Kunden beziehungsweise Mitglieder mit Warmwasser zu versorgen. Deshalb suchte der Vorstand nach effizienteren Lösungen. Nach zahlreichen Gesprächen mit Fachleuten sowie Besichtigungen von Anlagen im In- und Ausland entschied man sich nach eingehender Diskussion für die Anschaffung einer Holzvergasungsanlage. Diese sollte mit ihrer Abwärme in den Sommermonaten den Betrieb eines Heizkessels überflüssig machen. Zudem bestand damals die Möglichkeit, den erzeugten Strom zu vergünstigten Bedingungen zu verkaufen. Mit der ersten Holzvergasungsanlage waren intensive Versuche und erhebliche Mehrarbeit für Heizwart und Vorstand verbunden. Schließlich wurde die Anlage durch einen Brand zerstört, die Herstellerfirma ging in Konkurs und die LEEG erlitt einen erheblichen finanziellen Schaden. Der Vorstand stand damit vor einer großen Herausforderung: Wie sollte es weitergehen? Die Überlegung, für die Sommermonate eine effizientere Lösung als den Betrieb eines Heizkessels zu finden, blieb weiterhin bestehen. Ein sinnvoller und umweltschonender Ansatz war nach wie vor die Stromerzeugung mittels Holzvergasung. Hinzu kam, dass die Vergünstigungen für den Stromverkauf noch bis 2028 gültig sind und die dabei entstehende Abwärme den Wärmebedarf in den Sommermonaten decken konnte. Erneut wurden Fachleute konsultiert und Anlagen besichtigt. Schließlich überzeugte ein österreichischer Hersteller den Vorstand mit seiner Technologie. Dieser verfügte über eine lizenzierte Holzvergasungsanlage zur Produktion von Strom, Wärme und Kohle. Nach intensiven Diskussionen und mit Unterstützung von Experten beschloss der Vorstand einstimmig, diesen anspruchsvollen Weg zu gehen und die Anlage anzuschaffen. Ziel war es auch, den durch den Brand entstandenen Schaden durch den Stromverkauf möglichst gering zu halten. Dies erforderte einen enormen Einsatz seitens des Vorstandes und insbesondere der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Während der Testphase wurden unzählige Nachtstunden geleistet und zusätzliche Belastungen auf sich genommen. Umso größer war die Erleichterung, als die neue Anlage nach umfangreichen Tests und Optimierungen sehr gut funktionierte und die Stromproduktion, das ganze Jahr über, die Erwartungen teilweise sogar übertraf. Die neue Anlage arbeitet im Gegensatz zur ersten nach einem grundlegend anderen Verfahren. Das sogenannte Schwebebettverfahren produziert neben Wärme und elektrischem Strom auch Holzkohle. Genau diese Holzkohle ist der Auslöser der gesamten aktuellen Ereignisse. Die Anlage des österreichischen Herstellers verfügt über ein sogenanntes REACH-Zertifikat (REACH steht für Registrierung, Evaluierung, Autorisierung und Beschränkung von Chemikalien gemäß EU-Verordnung). Die LEEG ließ diese Kohle analysieren und zertifizieren und verkaufte sie als Nebenprodukt. Nach Auffassung der NOE (Umweltpolizei) handelt es sich bei dem Produkt einer Holzvergasung jedoch um Asche, die entsorgt werden muss. Im Kern geht es darum, dass die italienische Gesetzgebung die durch Vergasung hergestellte Holzkohle nicht kennt und sie deshalb als Abfall einstuft. In anderen Ländern – nicht nur innerhalb der Europäischen Union – wird dieselbe Holzkohle hingegen geschätzt und als reguläres Handelsprodukt angesehen. Selbst Analysen, die von der NOE veranlasst wurden, haben ergeben, dass das Produkt aus unserer Holzvergasungsanlage zu rund 95 Prozent aus Kohle besteht. Für uns als Vorstand war es gerade in Zeiten des Klimawandels wichtig, diese Holzkohle wieder in den Kreislauf zurückzuführen. Sie bindet dauerhaft Kohlenstoff, den der Baum zuvor aus der Atmosphäre aufgenommen hat, und wirkt somit als langfristiger Kohlenstoffspeicher. Woher die Zahlen stammen, wonach Millionen an Gewinnen erzielt worden sein sollen, kann ich nicht nachvollziehen. Zur Information für alle, die es genau wissen möchten: Die LEEG hat aus dem Verkauf der Kohle insgesamt maximal 170.000 Euro eingenommen. Nach der ersten Intervention der NOE im Jahr 2023 wurde keine Kohle mehr verkauft. Stattdessen musste die LEEG die Entsorgung übernehmen und dabei zahlreiche Unannehmlichkeiten sowie zusätzliche Kosten in Kauf nehmen. Ich vertraue auf die Rechtsprechung und bin fest davon überzeugt, dass in unserer Holzvergasungsanlage kein Giftmüll, sondern Kohle produziert wird. Daher bin ich überzeugt, dass die Beschuldigten freigesprochen werden. Ebenso hoffe ich, dass diese Zeilen dazu beitragen, dass zumindest einige Menschen künftig genauer überlegen, welche Vermutungen und Beschuldigungen sie im Gasthaus oder bei anderen Gelegenheiten über Personen und Sachverhalte äußern. Der ehrenamtliche Einsatz in Genossenschaften verdient mehr Wertschätzung. Der entstandene Schaden für die betroffenen Personen, deren Familien, für die LEEG und für das Ehrenamt insgesamt ist enorm. Ich frage mich: Wer wird dafür die Verantwortung übernehmen? Der vom Untersuchungsrichter eingesetzte Kommissar hat in einer Aussprache, mit dem verbliebenen, „auf Eis gelegten“ Verwaltungsrat, versichert, dass die Wärmeversorgung für Mitglieder und Kunden gesichert ist. Abschließend richte ich einen Appell an die Politikerinnen und Politiker unseres Landes sowie an unsere politischen Vertreter in Rom: Schaffen Sie die dringend notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen, damit solche aus meiner Sicht unverständlichen Belastungen für Personen und Genossenschaften künftig vermieden werden können. Gerade in Zeiten des Klimawandels darf Holzkohle nicht als Asche entsorgt werden.
MitfahrApp LightRide
Ein Novum im Bereich der Mobilität hat das Potential, eine wesentliche Veränderung für alle Verkehrsteilnehmer zu erwirken und ehrenamtlichen Vereinen deutlich unter die Arme zu greifen. Worum geht es? Die neu entwickelte MitfahrApp LightRide erleichtert es, Fahrgemeinschaften zu bilden und ehrenamtliche Vereine finanziell zu unterstützen. Großes Interesse von Seiten vieler Einrichtungen und Organisationen für diese Neuerung lässt auf eine breite Anwendung hoffen. Die Umweltschutzgruppe Vinschgau hat heuer in Zusammenarbeit mit dem Mobilitätsberater Sergio Fedele ein Projekt gestartet, um der Bildung von Fahrgemeinschaften einen erneuten Impuls zu verleihen und diese für die Interessierten zu erleichtern. Sergio Fedele (Meran/Bologna) hat zusammen mit seinem Team die MitfahrApp LightRide entwickelt. Diese kann kostenlos heruntergeladen und genutzt werden (www.lightride.it). Mit der MitfahrApp LightRide sind ökologische und solidarische Entscheidungen einfache Gesten: Verkehrsteilnehmer können eine Fahrt finden oder eine anbieten und eine Spende an einen gemeinnützigen Verein leisten. Der Mechanismus ist einfach: Man kann eine Anzeige als Fahrer oder Mitfahrer für eine einzelne oder wiederkehrende Fahrt schalten und andere Benutzer, die die gleiche Route fahren müssen, antworten, um einen Sitzplatz anzubieten oder einen zu bekommen. Der Fahrer hat die letzte Wahl, ob er den Kostenbeitrag behält oder ihn an einen gemeinnützigen Verein seiner Wahl spendet. LightRide ermöglicht es dem Fahrer, einen Verein seinen Neigungen und seinen Interessen entsprechend auszuwählen. Der Beitrag geht sodann vollständig an den Verein. Die alltägliche Mobilität wird so zu einem solidarischen Akt mit positiven Auswirkungen: das Verkehrsaufkommen wird verringert; die CO2 Emissionen werden reduziert; die finanziellen Zuwendungen für gemeinnützige Vereine steigen; mehr zwischenmenschliche Beziehungen werden ermöglicht; jeder kann Fahrtkosten sparen. Um die Sicherheit der Fahrer und Mitfahrer zu gewährleisten und die Vertrauenskette zu schließen, wurden mehrere Sicherheitsfilter eingebaut: So kann u. a. jeder bis zu 10 Personen den Einladungslink schicken oder Betriebe können ihre Mitarbeiter zertifizieren. Die Höhe des Kilometergeldes, das vom Fahrer eingehoben wird, richtet sich nach den gängigen gesetzlichen Bestimmungen. Wenn ein gemeinnütziger Verein auf die Liste von LightRide aufgenommen werden möchte, kann er sich an clima.sergiofedele@gmail.com wenden.
Rechtschaffenheit in der Politik
Der Bürgermeister von Schnals, Peter Grüner, ist gleichzeitig Verwaltungsleiter der Schnalstaler Gletscherbahnen AG. Es mag sein, dass er sich bei offiziellen Abstimmungen in der Gemeinde der Stimme enthält, wenn es um die Großprojekte seines Arbeitgebers geht. In öffentlichen Verlautbarungen hingegen spricht er sich eindeutig für dessen Projekte aus. Es würde dem Bürgermeister aber gut anstehen, sich auch in der Öffentlichkeit neutral zu verhalten, um nicht die Glaubwürdigkeit und Integrität der Gemeindepolitik zu beschädigen.