Leserbriefe

Niemals vergessen!

Vor 76 Jahren war der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende und damit die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten, die in einem der grässlichsten Genozide der Menschheitsgeschichte gipfelte. Es gibt nur noch wenige Menschen, die aus dieser Zeit erzählen können, und dennoch ist es unser aller Familiengeschichte. Es waren unsere Urgroßeltern, Großeltern oder Eltern, die für oder gegen die Nazis gekämpft haben, gefallen sind oder in Konzentrationslagern umgebracht wurden. Ich bin in Südtirol aufgewachsen, und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und Faschismus bestand hauptsächlich darin, sich als Opfer und nicht als Täter zu sehen. Dabei hat Südtirol so einiges dazu beigetragen, hochgradige Nazis zu verstecken und ihnen die Flucht über den Atlantik zu ermöglichen, über die sogenannte „Rattenlinie“ mit Stationen in Meran, Bozen und Brixen, um nur die größten Ortschaften zu nennen. Adolf Eichmann und Josef Mengele konnten sich in Südtirol eine neue Identität zulegen. Die Liste der NS-Größen, die sich nach dem Krieg relativ ungestört hier aufhalten konnten, umfasst die SS-Schergen Erich Priebke, Ulrich Greifelt, Lothar Debes und Josef Schwammberger, den österreichischen Kommandanten des KZ-Treblinka, Franz Stangl, den Linzer Gestapo-Chef Gerhard Bast und den Innsbrucker SS-Sturmbannführer Alois Schintlholzer. Kriegsverbrecher konnten in Südtirol auf SS-Kameraden bauen, die Region war eine Drehscheibe und ermöglichte vielen die Flucht in ein neues Leben. Dabei spielte auch die katholische Kirche eine wesentliche Rolle, nachzulesen im Buch von Gerald Steinacher „Nazis auf der Flucht“. Dieser Tage gedenken wir des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa, der vielen Familientragödien und des Leides auf allen Seiten. Grade wir Südtiroler dürfen nicht vergessen, dass dieses kleine Land damals Mördern und Kriegsverbrechern, die nie zur Rechenschaft gezogen wurden, die Flucht ermöglichte. Eine große Schuld, die seit Jahrzehnten verdrängt wird. Niemals vergessen!

Dominik Plangger, Wien, 06.05.2021

Muss das sein?

Wie rücksichtslos anscheinend zivilisierte Menschen mit der Natur und mit fremdem Eigentum umzugehen pflegen, zeigt dieses Foto, das am 18. April in einer Wiese in Prad entstanden ist. Auf dem Foto fehlen die hinterlassenen Exkremente solcher Menschen.

RED, 18.04.2021

Könnten Gelder für Zahlungen an Arbeitgeber von Referenten sinnvoller für die Bürger verwendet werden?

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung vom 23. März dieses Jahres brachte die neue Bürgerliste Partschins Rabland Töll den Vorschlag ein, den Ausschuss am frühen Abend einzuberufen. Bis dato wurde diese Anregung jedoch (leider) links liegen gelassen. Diesem Ersuchen geht folgende Tatsache voraus: der Arbeitgeber des Referenten und leitenden Bankangestellten Ulrich Schweitzer macht regelmäßig von seinem Recht Gebrauch, von der Gemeinde die Rückerstattungen für die bezahlten Abwesenheiten seines Arbeitnehmers aufgrund der Ausübung seines politischen Mandates einzufordern. Da die Ausschusssitzungen meistens gegen 08:00 Uhr beginnen, sammeln sich die Abwesenheiten von der Arbeit natürlich in einem nicht unbeträchtlichen Maße an. Hochgerechnet auf die gesamte Verwaltungsperiode, fallen der Gemeinde bzw. dem Geldbeutel des/der Partschinser Bürger/in, dadurch Mehrkosten von über 30.000 Euro an. Hinsichtlich dieser Feststellung und Mehrausgaben stellte ein Ratsmitglied der Freiheitlichen Partschins die Frage in den Raum, wie viel uns Mitmenschen die Politik wert sei. Hinsichtlich dieser Frage bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, was er von dieser Frage hält und welche Antwort er darauf findet. Mit der Verlegung der Ausschusssitzungen auf die Abendstunden (z.B. 17:00 oder 17:30 Uhr) könnte diese Mehrkostenposition auf jeden Fall vermieden werden. Nicht wenige Gemeinden, unter anderem Algund, Bruneck, Marling, Schluderns oder Tramin, halten die besagten wöchentlichen Sitzungen abends ab. Zudem dürfte die zeitliche Verschiebung der gegenständlichen Zusammenkunft auch für den Gemeindesekretär keine allzu große Last darstellen, da er in seiner Funktion und unter anderem als Personalchef der Gemeinde bei der Einteilung der eigenen Arbeitszeit gewöhnlich große Freiheiten genießt und somit flexibel sein müsste. Schlussendlich ist sich die neue Bürgerliste sicher, dass die zurzeit anfallenden Ausgaben für die Arbeitgeberentschädigungen für Dienste verwendet werden könnten, die für den Bürger nützlicher sind. 

Die neue Bürgerliste Partschins Rabland Töll, 21.04.2021

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