Leserbriefe

Mega-Black-Box und mehr

Es ist noch nicht so lange her, dass im Volksmund behauptet wurde, dass der dümmste Bauer die größten Krautköpfe hätte. Jetzt ist es an der Zeit, diese Behauptung neu zu formulieren: Je hinterwäldnerischer Bauerndörfer einst waren, desto monströser ihr baulicher Aufholbedarf: z.B. Graun wünscht sich eine hunderter Bettenburg, Schnals ein Almdisneydorf samt megagalaktischer Aussichtsplattform hoch oben Richtung Ewigkeit. Die Mega-Black-Box in Kastelbell, mitten in die Vinschger Landschaft platziert, haben wir noch gar nicht verdaut, und schon wird daran gearbeitet, das Andere des Vinschgaus zu zerstören. Aber nicht alle Vingscher leiden unter einem Minderwertigkeitskomplex den Pustertalern oder Grödnern gegenüber, weil wir weniger Verkehr, weniger Touristen und weniger Müll haben, dafür aber das weite Licht der Valentiner Haide, das großartige Ortlerpanorama und vom Reschenpass kommend, wohl die prächtigste Horizontale südtirolweit. Also, liebe Bauernpolitiker: versperrt und nicht die Aussicht, plärrt nicht um die vermeintlich entgangenen Gewinne, sondern denkt daran, dass die Landschaft allen gehört.

Doris Oberperfler/Kiem, Lichtenberg/Wien, 24.07.2020

Neuer Radweg am Suldenbach in Prad

Derzeit läuft das Verfahren zur Eintragung des neuen Radweges von Prad nach Stilfser Brücke in die Bauleitpläne der Gemeinden Stilfs und Prad. Besonders die Trasse ab der Suldenbach-Brücke oberhalb der Sportzone in Prad bis zum Ortsende in der „Schmelz“ hat es in sich und ist sehr problematisch. Hat man deshalb bewusst die Bevölkerung der Gemeinde Prad nicht informiert und um ihre Meinung befragt? Warum braucht es überhaupt einen neuen Radweg entlang des Suldenbaches im Dorf? Werden die zahlreichen Fußgänger mit ihren Kleinkindern und die Spaziergänger mit Hunden von den zukünftigen Radfahrer-Kolonnen ausgegrenzt? Sind nur mehr Radfahrer auf diesem Weg zugelassen? Wird der Schmelzer Spielpark beeinträchtigt? Wird diese Zone für die bisherigen Naherholungssuchungen zur Tabu-Zone? Wird dieser wertvolle Uferstreifen des Suldenbaches nachhaltig zerstört? Wird wieder Boden versiegelt? Wie kann es sein, dass man einen Radweg dort vorsieht, wo schon eine Landesstraße als mögliche Entlastungsstraße für das verkehrsgeplagte Dorf im Bauleitplan eingetragen ist? - Liebe Bürgerinnen und Bürger, macht euch selber Gedanken zur zukünftigen Entwicklung unseres Dorfes und informiert euch, sonst könnte es unliebsame Überraschungen geben.

Rudi Maurer, Prad am Stilfserjoch, 25.07.2020

Sagt man Rescher oder Reschner?

Die Ableitung von Reschen lautet Rescher bzw. Rescherinnen, die Einheimischen sagen Rescher See, Rescher Alp usw. In der Literatur hat sich jedoch auch Reschener bzw. Reschner eingebürgert. So heißt der Pass „Reschenpass“ und man sagt „übern Reschen“. In Anlehnung dazu sagt man landläufig nun „Reschensee“. „Rescher“ ist die korrekte Ableitung vom Nominativ „Resch“, das ist „der Rösche, Reasche“, Beiname für einen munteren, aufbrausenden, jähzornigen Mann (mundartlich „reasch“ = aufbrausend!). „Bei dem Reschen“ ist die Lokativ bzw. Dativ-Endung zu „Resch“. Aber vom Lokativ werden nie Ableitungen gebildet. Einige Beispiele: Bremen ist auch ein Lokativ zu „Brem“, daher „Bremer“ und nicht „Bremener“, „(An der) Gassen“ ist Lokativ, Ableitung aber vom Nominativ „Gasse“ Gasser, und eben nicht Gassner! Schenna ist Nominativ, Ableitung also Schenner und nicht „Schennaner“; bei Lana hingegen ist „Lanan“ die richtige Nominativform, also Ableitung „Lananer“ und nicht „Laner“! Zu empfehlen wäre die Verwendung der korrekten Ableitungsform „Rescher“, also „Rescher Alp“ oder „Rescher See“, „Rescher Wind“, „Rescher Gemeindehaus“, „Rescher Kirche“ …

Johannes Ortner, 29.07.2020

Gescheiterte Barmherzigkeit

Kurz vor den Gemeindewahlen schadet es vielleicht nicht, den Schlussstrich zu ziehen unter einer Initiative, die den Bürgern damals als Barmherzigkeit verkauft wurde und in Wirklichkeit ein knallhartes Geschäft ist und sonst gar nichts. Die Rede ist von der Aufnahme der Flüchtlinge im ehemaligen Gebäude des Landesrettungsdienstes in Schlanders, einer Immobilie im Besitze der Sanitätseinheit. „Gastfreundschaft“ hat Dr. Conca damals gepredigt. Er ist Psychiater, er muss es wissen. Sich offen zeigen als Gemeinde für die Probleme einer Martha Stocker, hieß es von der Gemeindeverwaltung. Klar, man will ja gut dastehen. Integration, Ausbildung, Schulung, Sprachkurse, Überprüfung des Flüchtlingsstatus und vieles mehr. Alles rosig, versprochen und beschwört von der zuständigen Assessorin Dunja Tassiello und den Vereinen und Freiwilligen der „Barmherzigkeit“. Heute die traurige Bilanz: Menschenunwürdige Unterbringung in einer ehemaligen Garage des Landesrettungsdienstes, notdürftige Adaptierung, keine Spur von Integration, ebenso nicht von Ausbildung und Sprachkursen. Ständiger Wechsel der Bewohner, Abstellgeleise für Menschen, die nicht in das Dorfbild von Schlanders passen und die sich auch nicht im Geringsten darum kümmern. Elemente, welche die Nachbarn stören mit 90 dzb Musikboxen, mit Geschrei, Gestank und anderem mehr. Ein Schandfleck in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses. Die Führung in den Händen des Roten Kreuzes, von denen man nie einen Verantwortlichen gesehen hat. Fazit: Fette Beute für Sanität und Rotes Kreuz, eine untragbare Belastung für die Nachbarn und eine Schande für Schlanders. Das Scheitern einer falschen Barmherzigkeit. Wann wird dieses traurige Schauspiel ein Ende haben?

Sebastian Felderer, Schlanders, 16.07.2020

Der Schock sitzt tief

Der Schock sitzt tief. Die Nebel der vergangenen Stunden und Tage legen sich noch immer wie ein Schleier der Ungewissheit über die Wahrnehmung aller Bürger unserer Gemeinde. Man kann und will es nicht glauben, jedoch ist es wahr. Eine Untat, ohne Respekt und fern von Menschlichkeit hat sich hier abgespielt und unser traditionsreiches Country-Gelände den Flammen preisgegeben. Die Empörung darüber, wie man einen Platz der Zusammenkunft und des Vergnügens für die lokale Bevölkerung, sowie für Gäste aus nah und fern, einfach und gewissenlos zerstören kann, ist groß. Wie man das Standbein einer Institution, welche es sich seit Jahren zum Ziel macht, unsere Kinder und Jugend zu unterstützen, Perspektiven zu bieten und Werte zu vermitteln, einfach dem Erdboden gleichmacht. Wie man sich, ohne einen Gedanken an die Menschen dahinter zu verschwenden, auf die Arbeit von Jahrzehnten stürzt und diesen gelebten Traum in Asche verwandelt. Der Worte gibt es viele, der Taten meist doch wenige. Was übrig bleibt, ist es sich auf die verlassen zu können, die einem nahestehen, auf die Gemeinschaft und auf seinen Nächsten. Darauf zu setzen, dass mit viel Engagement, Zusammenhalt und Durchhaltevermögen, aus Solidarität wieder etwas Neues und Schönes hervorgehen kann. Dass man abermals die Energie aufbringt, den Menschen etwas zu bieten und diesen Platz wiederzubeleben. Dass man es schafft, mit eurer Hilfe die Sektion Eishockey des ASV Prad am Leben zu erhalten.

Sektion Eishockey des ASV Prad, Prad, 19.07.2020

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