Leserbriefe

Unsere Gesundheitsautonomie

Wie wir von unseren lieben Politikern so oft hören, haben wir eine Vorzeige-Autonomie.  Ja sie wird auch als die weltbeste gepriesen. Ich frage mich dann: Warum sind unsere Ärzte nicht zweisprachig? Warum bekommen wir immer wieder Befunde in italienischer Sprache? Warum sind wir immer wieder gezwungen auf unser hart erkämpftes Recht zum Gebrauch unserer Muttersprache zu verzichten? Warum müssen wir jedes Mal in der Apotheke nach dem deutschen Beipackzettel fragen?

Markus Sachsalber, Latsch, 10.01.2020

Ausbildung der Pflegekräfte

In Südtirol gibt es einen gewissen Mangel an Pflegekräften im Gesundheitswesen. Kein Wunder: Italien verlangt, dass Krankenschwestern studieren müssen (Bachelor). In Deutschland kann man auch ohne Studium die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger machen. Warum ist das bei uns nicht möglich? Das würde die angespannte Personalsituation sicher entlasten.

Arno Rainer, Goldrain, 13.01.2020

Eine Sanität – 2-Klassengesellschaft

Bedenklich, wenn der Verzicht auf den Proporz und die Zweisprachigkeit im Gesundheitswesen durch die Landesregierung dazu führt, dass nur italienisch die Amtssprache ist. Wenn ein Bürger beispielsweise jahrzehntelang ins Gesundheitswesen einzahlt und eines Tages dann einen Facharzt braucht, nach monatelanger Wartezeit einen Arzt bekommt der kein Wort Deutsch spricht und am Ende der Untersuchung auch noch den Befund nur in Italienisch erhält, so ist dies die reinste Provokation gegenüber uns SüdTiroler und der Autonomie. Obwohl Landesrat Widmann versucht die Sanität und deren Probleme zu beheben, wird er von der Politik und Landesregierung nur halbherzig unterstützt. Es stellt sich die Frage warum sollten wir SüdTiroler klaglos zusehen wie unsere Rechte missbraucht werden. Im Klartext, in SüdTirol ist es soweit, dass derjenige, der auf eine Ungerechtigkeit hinweist gefährlicher gilt, als der, der das Unrecht verursacht.

Luis Pixner, Kastelbell, 16.01.2020

Langtaufers: Landwirte sind verärgert

Der Geschäftsführer Gerald Burger vom Tourismusverein Reschenpass hat den Landwirten hoch und heilig versprochen, das Langlaufrennen „La Venosta“ werde nicht hergenommen um gegen das Projekt Langtaufers/Kaunertal Stimmung zu machen. Langtaufers kann beide Projekte, Langlauf und den Anschluss ans Kaunertal gut gebrauchen, so seine Aussagen uns gegenüber bisher. Die Landwirte stellten daraufhin ihre Grundstücke für das Rennen zur Verfügung. Am 14. Dezember 2019, dem Tag der Veranstaltung, vertrat er gegenüber Rai Südtirol ganz unerwartet die Aussage, dass es den Zusammenschluss Langtaufers/Kaunertal nicht mehr brauche, ähnlich Bürgermeister Heinrich Noggler. Dem nicht genug, zwei Tage später war er ebenfalls in Bozen zu Gast, um gemeinsam mit AVS und den Umweltverbänden nochmals gegen das Projekt Stimmung zu machen. In Langtaufers staunte man vielfach nicht schlecht über den plötzlichen Sinneswandel und dem nicht eingehaltenen Versprechen. Bei der Versammlung am 27.12.2019 um 20.30 Uhr in Pedroß, Langtaufers, mit den Vertretern des TV Reschenpass Deborah Zanzotti, Gerald Burger und Manuela Wallnöfer, sowie mit Tourismustreibenden aus Langtaufers und Aktionären der Oberländer Gletscherbahn AG, wurden die strittigen und enttäuschenden Aussagen von Gerald Burger angegangen, aber leider nicht geklärt. Burger beharrt auf seine persönliche Meinung, die er wohl vertreten darf, laut seiner Aussage, obwohl er als Geschäftsführer des TV Reschenpass vor die Kamera trat. Diese Uneinsichtigkeit und Falschheit haben dann die Bauern dazu bewogen eine erste kleine Gegenmaßnahme zu ergreifen, indem man für eine Teilstrecke der Loipe die Durchfahrt ab sofort verweigert. Der Geschäftsführer nahm dies zur Kenntnis und versprach dies auch weiterzuleiten. Zum wiederholten Male wurde auch von fachlicher Seite nochmals darauf hingewiesen, dass das Gebiet von Melag zur Melager Alm eine sehr lawinengefährliche Zone ist und man sich schon gut überlegen muss, hier intensiv Wintersport zu betreiben oder sogar noch auszubauen, wie es schon mehrmals die Gemeinderäte von Langtaufers vorgebracht haben. Dazu braucht es rund um die Uhr, 5 Monate hindurch, ehrenamtliche Personen, die sich um die Sicherheit kümmern und ein Bürgermeister der ständig unter Druck vor dem Gesetz steht. Noch dazu hat sich der Bürgermeister über 10 Jahre hinweg nicht ausreichend bemüht den mehrmaligen Forderungen des Vorsitzenden der Lawinenkommission nachzukommen. Die beiden vergangenen Winter haben sehr wohl aufgezeigt, wie die Realität in diesem Abschnitt aussieht, hier haben die Naturkräfte das Wort und nicht die Manager! Das soll nicht heißen, dass dort Wintersport überhaupt nicht möglich ist, aber in Maßen und mit Bedacht! Mit Sicherheit ist es kein idealer Tummelplatz für Großveranstaltungen und das Risiko, auch wirtschaftlich, für den Veranstalter und Bürgermeister, sowie die Gefahr einer kurzfristigen Absage ist sehr hoch, was heuer beinahe schon passiert wäre. Weiters wird immer wieder behauptet, daß es durch den Zusammenschluss Haideralm/Schöneben die Verbindung mit dem Kaunertal nicht mehr brauche. Auch das ist nicht verständlich nachweisbar, da doch durch die Fusion in St.Valentin 3 Skilifte geschlossen wurden und in Schöneben nur ein Skilift hinzukam. Genauso behauptet man, Langtaufers sei ein schneesicheres Langlauf- und Skitourengebiet. Wir sind schon sicherer, als tiefer liegende Gebiete, aber wenn es überhaupt nicht schneit, was ja schon vorgekommen ist, dann haben auch wir keinen Schnee und die Gäste haben keine Alternative dazu. Nach vorzeitigem Verlassen des Raumes der Vertreter des TV Reschenpass, wurde fleißig weiter diskutiert und alle waren über das Verhalten des Gerald Burger zu tiefst enttäuscht, da er sich zusätzlich, innerhalb kurzer Zeit, in unterschiedliche Aussagen verstrickte und sich somit bei den Anwesenden noch mehr Ungläubigkeit erarbeitet hat. Bei vielen ist der Faden gerissen und eine zukünftige Zusammenarbeit kaum mehr vorstellbar. Fest hinter Burger standen nur Deborah Zanzotti und Manuela Wallnöfer. Sie störte nicht einmal, dass Burger die Bezeichnung „in diesem Loch“ anstatt „in diesem Tal“ mehrmals bevorzugt verwendete.

Benedikt Patscheider, im Namen der Landwirte und Aktionäre der Oberländer Gletscherbahn AG, Langtaufers, 02.01.2020

Besuch der Müllverbrennungsanlage in Bozen

Wo landet eigentlich unser Hausmüll, nachdem wir ihn entsorgt haben? Um das heraus zu finden, besuchten wir, die Klasse 3B, am 12. November mit unserer Parallelklasse 3A (im Fach Technik) die Müllverbrennungsanlage in Bozen. Draußen, neben dem Hauptgebäude stand eine riesige Waage. Ingenieur Erhard Berger erklärte uns, dass auf ihr die Abfälle gewogen, registriert und auf Radioaktivität untersucht werden. Mit einer Power-Point-Präsentation zeigte uns Herr Berger den Weg des Mülls von der Anlieferung bis zur Entsorgung der Schlacke, dann folgte eine interessante Führung durch die Anlage. Erste Station war der Müllbunker: Lastwagen laden die Abfälle direkt dort hinein. Der Müll wird hier durchmischt und gelangt über Brückenkräne in den Verbrennungsraum. Im 10 x 6 Meter großen Ofen verbrennen die Abfälle (Hausmüll und Sperrmüll) bei fast 1.000 Grad. Mit der Verbrennungswärme wird entmineralisiertes Wasser in Dampf umgewandelt. Der Dampf wird in die Turbine geleitet, diese erzeugt über einen Generator Strom für 20.000 Einwohner. Ein weiterer Teil des Dampfes wird ins Fernheizungsnetz abgegeben: 30 Megawatt Fernwärme für Warmwasser oder Heizzwecke werden produziert. Die Verbrennungsgase durchlaufen Filter. Staub, Säuren, Schwermetalle und Dioxine werden so herausgefiltert. Doch was passiert mit den nicht verbrannten Resten? Sie werden im Schlackebunker gelagert und kommen anschließend in die Mülldeponie Frizzi Au. Eisenmetalle sind nicht brennbar. Sie werden aussortiert und wiederverwertet. Flugasche und Filterstäube sind Giftmüll. Sie werden in Deutschland unter Tage, in einem Bergwerk wasserdicht eingemauert. Wer kontrolliert das alles? Das Überwachungssystem ist sehr komplex und mit der Landesumweltagentur verbunden: 5.000 Kontrollinstrumente, 30 Kameras und Mitarbeiter in Schichtarbeit kontrollieren rund um die Uhr. Nicht nur der Müll aus Südtirol wird hier verbrannt, sondern auch ein Teil des Mülles aus dem Trentino. Uns hat dieser Ausflug sehr gut gefallen, weil wir uns normalerweise nicht damit beschäftigen, wo unser Hausmüll eigentlich hinkommt. Besonders erstaunt waren wir beim Anblick des Ofens und über die Größe der Anlage.

Andreas Holzner, Daniel Holzner, Lukas Marsoner , (3B der Mittelschule Schlanders) , 15.01.2020
Vinschger Sonderausgabe

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