Tomas Eller (rechts): „Zu Beginn konnte ich mir, mit all der Massivität, die Glurns hat, Kunst dort gar nicht vorstellen“.

Mit Kunst dem Postkarten-Idyll begegnen

Publiziert in 14 / 2015 - Erschienen am 15. April 2015
AdOppidum - In der Stadt: Glurns stellt Gewinner des Kunstwettbewerbes im öffentlichen Raum vor. Glurns - Alles begann im Jahr 2010: Im Rahmen der Stadtentwicklung sollte ein Geschichte-Kunst-Weg erstellt, die Glurnser Jahrhunderte mit Hilfe von Zeitgenössischer Kunst erlebbar gemacht werden. Doch es kam ganz anders. Der Rückblick in die Vergangenheit blieb größtenteils aus, die 2014 begonnene öffentliche Ausschreibung des Kunstwettbewerbes setzte den Akzent in die Zukunft: „Das Kunstprojekt“, so Architektin Susanne Waiz, gemeinsam mit der Präsidentin der Stiftung Museion, Marion Piffer-Damiani, Koordinatorin des Wettbewerbes, „ist ein Beitrag, an einer Zukunft für Glurns zu arbeiten“. Das Mittelalterflair könne leicht kippen, so Waiz und lud die Besucher am ersten sonnigen Samstagmorgen im April ein, sich eigene Gedanken über die sechs - von der aus Jürgen Wallnöfer, Alois Frank, Christoph Dosswald, Luigi Fassi und Lisa Mazza bestehenden Jury - der Gemeinde zur Realisierung vorgeschlagenen Projekte zu machen. Und während der Gemeinschaftsgarten auf einem gemeindeeigenen Grundstück von Carmen Müller als auch die Publikation eines Stadtbuches - mit Interviews und Fotos der Bürgerinnen und Bürger - von Elisabeth Hölzl bald schon verwirklicht werden dürften, müssen die anderen prämierten Arbeiten auf konkrete Finanzierungspläne warten. Der Großteil der Mittel stammt von der Autonomen Provinz Bozen, der Gemeinde Glurns und einem EU-Interreg-Projekt. Seine vorgeschlagene „permanente, geistige Skulptur“, wie Tomas Eller seine Arbeit nannte, sieht LED-beleuchtete Schrifttafeln an einem der Stadttore vor; eine Mischung aus Worten, die aus einem großen Fundus sprachlicher Begriffe aus der Region bis hin zu Reuters-Newstickern schöpft. Stefano Bernardi hingegen will mit einer begehbaren Tastatur und Orgelpfeifen leise Orte entlang der Stadtmauer mit Tönen füllen. Ingrid Hora würde mit einem Bürgerrechtlichen Kunstverein für eine weitere Vernetzung von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt und deren Werk-Präsenz im privaten und öffentlichen Glurnser Raum anstreben. Der Gesellschaftsbaum von Hans Winkler, ein Baumhaus für ein bis zwei Besucher, soll den Blick auf die Stadt schärfen; über ein Verwahren des Schlüssels wird nachgedacht. Weitere Arbeiten, von denen die Jury eine Ausarbeitung wünschte, kamen von Sven Sachsalber, Othmar Prenner, Josef Rainer, Arnold Mario Dall‘O, Hannes Egger, Sissa Micheli, Gabriele Oberkofler, Philipp Messner, Leander A. Schwazer, Martha Jiménez Rosano und Erich Kofler Fuchsberg. Die Salzbank von Kofler Fuchsberg, eine Beton-Skulptur und gleichzeitig Erinnerung an Glurnser Tage des Salzes, wurde von den 41 abgegebenen Stimmen mit dem Publikumspreis prämiert. kat
Katharina Hohenstein
Katharina Hohenstein
Vinschger Sonderausgabe

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