Immaterielles Kulturerbe wird erlebbar
Bozen/Vinschgau - In Südtirol sind der Alpinismus, die Transhumanz, die Trockensteinmauern und die traditionelle Bewässerung Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Hinter diesen Traditionen stehen Bräuche und Handwerkstechniken, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und der Gemeinschaft ein Gefühl von Identität und Kontinuität vermitteln. „Wir wollen zeigen, dass unser immaterielles Kulturerbe lebt“, erklärte Umwelt-, Natur- und Klimaschutzlandesrat Peter Brunner bei einer Pressekonferenz in Bozen. „Ob historische Bewässerungssysteme und die Arbeit der Waaler, die Geschichte des Alpinismus und der Alm-
übertriebe oder die Technik des Trockensteinmauerns - all das soll nicht nur bekannt sein, es soll erlebt werden können“, so Brunner.
Veranstaltungsreihe ist angelaufen
Anfang Oktober sind erstmals die „Tage des immateriellen Kulturerbes“ mit insgesamt 9 Veranstaltungen im Vinschgau angelaufen, die das Land gemeinsam mit 6 Partnerorganisationen organisiert. Auf dem Programm stehen bis zum 22. Oktober Wanderungen, Führungen, Begegnungen und praktische Einblicke in lebendige Traditionen. Die Veranstaltungsreihe richtet sich in erster Linie an die Südtiroler Bevölkerung und lädt dazu ein, das eigene Erbe neu zu entdecken und aktiv zu erleben. Weitere Infos im Internet (respect.provinz.bz.it). „Es geht darum, sichtbar zu machen, wie eng Natur, Menschen und gelebte Traditionen miteinander verbunden sind und welchen Beitrag sie für die nachhaltige Entwicklung unserer Lebensräume leisten“, betont Marcella Morandini, UNESCO-Sonderbeauftragte des Landes.
6 Partnerorganisationen
Rund um jene Menschen, die das immaterielle Kulturerbe Tag für Tag mit Leben erfüllen, hat sich ein Netzwerk von Partnerorganisationen gebildet: Alpenverein Südtirol (AVS), Heimatpflegeverband Südtirol, Nationalpark Stilfserjoch, Naturpark Texelgruppe, Vintschger Museum in Schluderns und „campus transhumanza“ in Schnals. „Was 2025 in kleinem Rahmen mit zwei Veranstaltungen von archeoParc und Vintschger Museum begann, ist nun zu einer Veranstaltungsreihe mit 6 Partnern angewachsen“, berichtete archeoParc-Direktorin Johanna Niederkofler stellvertretend für alle beteiligten Vereine. Die Zusammenarbeit im Netzwerk sei wertvoll und zeige, „wie vielfältig das immaterielle Kulturerbe ist.“ Dazu zeigte Niederkofler alte Grödel, sprich Steigeisen (Alpinismus), ein Senklot (Trockenmauern), ein Wasserblech (traditionelle Bewässerung) und eine Schafschelle (Transhumanz).
Die Veranstaltungsreihe wird von der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung im Rahmen der Kampagne „RESPECT – Natur und Landschaft bewahren. Unser Erbe schützen“ koordiniert. Dazu ist eine kompakte Broschüre erschienen.