Landesrätin Martha Stocker überreicht den Jurypreis an Alexander Agethle von „Adam & Epfl“.

„Agieren, nicht Lamentieren“

Publiziert in 12 / 2014 - Erschienen am 2. April 2014
„Cultura Socialis“-Preis geht an „Adam & Epfl“ Gröden/Vinschgau - Seit 2007 prämiert und sammelt die Landesabteilung Sozialwesen unter dem Motto „Cultura Socialis“ landesweit besondere Initiativen und Projekte im Sozialen. Bei der heurigen Auflage wurde erstmals nur ein Jurypreis vergeben und der wurde am 21. März in ­Gröden der Initiative „Adam & Epfl“ zugesprochen. Die Jury verweist in ihrer Begründung auf 4 Schlüsselbegriffe der 2011 gegründeten Initiative aus dem Obervinschgau: Bürgerbeteiligung, Gesundheitsprävention, Nachhaltigkeit und Vielfalt. „Adam & Epfl“ rückte das Agieren in den Vordergrund, nicht das Lamentieren. „Was in unserem Territorium geschieht, das geht uns alle an. Uns dass so eine Aktion von unten entsteht, durch das Zutun von Bauern, Müttern, Handwerkern, Hausfrauen, Ärzten, Schülerinnen und vielen anderen Vinschgerinnen und Vinschgern, das ist wertvolle ‚Subkultur für unser Land’“, so die Jury. Die Menschen im Obervinschgau wollen im offenen Dialog und mit mutiger Diskussionskultur herausfinden, „wie heute sie und morgen die nächsten Generationen diese Landschaft beleben, bewohnen und bebauen wollen.“ Die Initiative wolle Freiräume schaffen und sich gemeinsam mit anderen auf den Weg machen, „um zukunftsfähige Lösungen für die Menschen und die Landschaft des Oberen ­Vinschgaus aufzuspüren.“ Dies könne nicht an Spezialisten übertragen werden, es seien die Betroffenen gefragt. „Jeder von uns hat die Verantwortung für seine Werte und Überzeugungen einzustehen, auch wenn dies bedeutet, gegen den Strom, in diesem Fall gegen den überdimensionalen Ökonomismus, zu schwimmen.“ Die „verführende“ Initiative setze auf das Mitreden, Mitgestalten und Mitentscheiden. Ins Leben gerufen wurde „Adam & Epfl“, weil eine Gruppe von Bürgern den schleichenden Wandel der Landschaft und das Vordringen der intensiven Obstkulturen im Obervinschgau mit gemischten Gefühlen beobachtete. Man wollte sich frühzeitig mit dem gesellschaftlichen Wandel auseinandersetzen. „Adam & Epfl“ setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft in Südtirol ein. Die Vision des Vereins: „Der Obervinschgau wird in Zukunft eine Region sein, die gezielt Streuobstanbau betreibt, biologisch und vielfältig wirtschaftet, die vor allem wieder auf die Versorgung der Region abzielt und nicht für große internationale Märkte produziert. Eine Region, in der sich die Menschen wohlfühlen und dadurch auch die Gäste.“ Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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