Im Entwurf von Architekt Jürgen Wallnöfer ist das Gebäude im ehemaligen Aufforstung-Areal Teil der neuen Freizeit-Struktur.

Auf drei Säulen entschleunigen

Publiziert in 35 / 2013 - Erschienen am 9. Oktober 2013
Nicht nur den Malsern wird eine Entschleunigung verabreicht. Das Projekt „Pflanzgarten Hoache“ soll „natürlich. regional. sozial“ sein. Mals - Für das EU-Projekt „Diversicoltura. Biodiversität der Kulturlandschaft“ hat die EU 703.740 Euro zur Verfügung gestellt. Die Projektträger im Schweizerischen Zernez und im Südtiroler Mals und Taufers im Münstertal haben Kosten von 1.066.520 Euro errechnet. Damit soll nicht nur der „Felsenfalter“ in den Obervinschger Trockenwiesen vor dem Aussterben bewahrt werden, sondern den Nachfahren der „Kulturlandschaft-Verur­sacher“ ein ökologisch nachhaltiger, entschleunigender und sozial erlebbarer Raum geschaffen werden. Aus dem Projekt erwuchs ein weiteres Projekt - diesmal mit der erst im Juli gegründeten Sozialgenossenschaft Vinschgau „VISO“. Der Konzeptentwurf für den „Pflanzgarten Hoache“ wurde kürzlich im Gemeinderat Mals besprochen und bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung genehmigt. Laut Bürgermeister Ulrich Veith seien nicht alle Mittel für das Interreg-Projekt ausgegeben worden. „Wir glauben, dass es ein nachhaltiges Projekt wird,“ erklärte Veith, das auf den Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales beruhe und im ehemaligen Pflanzgarten oberhalb von Tartsch einen Erholungs- und Bildungsraum mit Jausenstation schaffen solle Nach dem Motto „natürlich. regional. sozial“ würden dort ausschließlich Produkte verabreicht, die auf den Trockenstein-Terrassen wachsen oder aus hauseigener Landwirtschaft stammen. Das Handlungsfeld Sozial betreffend, gehe es um ein Grund-Ziel der Sozialgenossenschaft, nämlich Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen oder Menschen den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Ratsmitglied Peppi Stecher fragte kurz und prägnant: „Wer baut, wer führt, wer bezahlt?“ Auf Veith‘s Antwort: über Interreg- und Haushalts-Mittel und über einen Pachtvertrag, hakte Stecher nach: „Der Gemeinderat sollte schon Zahlen erfahren. Wer trägt denn die Folgekosten?“ Kontrolliert, aber bestimmt dazu Veith: „Im Augenblick wollen wir von euch (Gemeinderat, Red.) nur wissen, ob ihr das Konzept annehmt. Danach werden wir auch über Ausgaben reden müssen. Hätten wir (der Ausschuss, Red.) ein Konzept mit Zahlen vorgelegt, wäre uns vorgeworfen worden, wir hätten den Gemeinderat übergangen.“ Dazu ergänzte Christine Taraboi: „Ich find es toll, dass das Konzept die VISO trägt, aber die Kosten sollten schon bekannt sein.“ Im Verlauf der Diskussion äußerte auch Egon Alber Bedenken über zukünftige Belastungen für den Gemeindehaushalt. Zudem wurde recht intensiv über die Qualität der Arbeit von Menschen mit Behinderung diskutiert. Referent Josef Thurner erinnerte daran, dass Arbeiten am Oberen Waal auf jeden Fall laut Interreg-Projekt durchgeführt und der Kräutergarten - wie mit Partner Biosfera vereinbart - errichtet werde. s
Günther Schöpf
Günther Schöpf

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