Brücke bleibt Thema
Konzept soll vorgestellt werden, kontradiktorisches Verfahren läuft. Deutscher Ingenieur hilft.
Laas - Es mutet derzeit wie eine „never ending story“ an, sprich eine nie enden wollende Geschichte. Die Causa Etschbrücke sorgt bei den Laaser/innen und vor allem in der Gemeindeverwaltung weiterhin für Gesprächsstoff. „Was uns derzeit am meisten beschäftigt, ist die Etschbrücke“, sagte die Bürgermeisterin Verena Tröger bei der Gemeinderats-
sitzung am 16. September. Zur Erinnerung: Die zwischen 70 und 75 Tonnen schwere Brücke war Ende März eingesetzt worden, einer der beiden stählernen Obergurte hatte jedoch einen Knick bekommen. Lange Zeit herrschte an der Brücken-Baustelle Stillstand, Untersuchungen und Überprüfungen liefen. Ein erstes Sanierungskonzept war verworfen worden, im Juli wurde ein zweites vorgelegt. Dieses wurde im August an alle beteiligten Firmen und Techniker geschickt, die Rückmeldungen ergaben, dass es so umsetzbar sei. Für die technische Abnahme gelte es aber noch einzelne Fragen zu klären. „In der Zwischenzeit haben wir auch ein kontradiktorisches Verfahren gestartet“, erklärte Tröger. Bei einem solchen Verfahren handelt es sich um eine verwaltungstechnische Notwendigkeit für öffentliche Auftraggeber mit dem Ziel, eine von allen Beteiligten akzeptierte Lösung für die Behebung des Schadens und die Sicherstellung der einwandfreien Funktion des Bauwerks zu bestimmen. Nach Abschluss des Verfahrens können nächste Schritte gesetzt werden. Als Sachverständigen hat die Gemeinde Ing. Claudio Sartori vom renommierten Bozner Ingenieurbüro Studio Sartori & Piazzi beauftragt.
Brückenbauingenieur steht zur Seite
„In den letzten zwei Wochen hat sich ein kleiner Glücksfall für uns als Gemeinde ergeben“, informierte die Bürgermeisterin. Ein Ingenieur aus Deutschland, der teils in Laas wohnt und rund 30 Jahre lang weltweit im Brückenbau tätig war, habe einen Blick auf die Unterlagen geworfen. „Er sah sofort, was passiert ist und auch warum. Er möchte noch einige Gespräche führen und uns zur Seite stehen“, so Tröger. Hinauslaufen dürfte es – Stand jetzt – bei der Brücke auf eine Sanierung, ein Neubau sei nicht einfach. Man müsse den Verantwortlichen die Möglichkeit geben, den Fehler zu beheben. „Wenn wir auf einen Neubau beharren würden, dann würde es sicher auf ein Gerichtsverfahren hinauslaufen“, so Tröger. Bereits Ende Juli konnte der westliche Fachwerkträger ausgeglichen bzw. rückgebogen werden. Als nächste Maßnahme gelte es, dem Gemeinderat das neue Sanierungskonzept vorzustellen.
Platz für Flüchtlingsfamilie
Erfreuliche Nachrichten gab es bei der Gemeinderatssitzung, was die Aufnahme einer Flüchtlingsfamilie betrifft. Lange Zeit sei eine Wohnung gesucht worden, nun konnte eine gefunden werden. Diese wird von der Gemeinde angemietet, die Kosten trägt das Land. Vater, Mutter und drei Kinder werden darin untergebracht. „Eine sehr nette Familie“, so die zuständige Gemeindereferentin Brigitte Schönthaler. Bürgermeisterin Verena Tröger lobte Schönthaler für ihren Einsatz. Laas ist eine von sechs Vinschger Gemeinden, die im Rahmen eines landesweiten Integrationsprojekts – auch um die Hauptstadt Bozen zu entlasten – eine Flüchtlingsfamilie unterbringt. Die entsprechende Abänderung des Haushaltsvoranschlages dazu wurde vom Gemeinderat einstimmig genehmigt.
Tourismuszonen verlängert
Ebenfalls genehmigt – bei drei Enthaltungen – wurde bei der Gemeinderatssitzung die Verlängerung von vier Tourismuszonen. Da Laas zu jenen Gemeinden Südtirols gehört, die als strukturschwach und von Abwanderung betroffen gelten, können bestehende Bettenrechte trotz des Bettenstopps unter bestimmten Voraussetzungen um fünf Jahre verlängert werden, sprich bis 2031. „Wir haben die betroffenen Betriebe in den Zonen angeschrieben und von allen die Rückmeldung erhalten, dass sie gerne die Frist verlängern möchten“, so die Bürgermeisterin. Sollte ein entsprechendes Projekt zum Ausbau eingereicht werden, brauche es ein Nachhaltigkeitskonzept. „Wir sollten den Leuten die Möglichkeit geben, dass sie etwas tun können, wenn sie möchten. Von Übertourismus brauchen wir in Laas nicht zu reden“, unterstrich Tröger.