Debatte um Golfplatz

Publiziert in 8 / 2014 - Erschienen am 5. März 2014
Noch gibt es kein konkretes Projekt Glurns - Die mehrheitliche Entscheidung des Stadtrates, einem Golfplatz im Bereich der „Oberen Au“ grundsätzlich zuzustimmen, führte bei der jüngsten Rats­sitzung in Glurns zu einer angeregten Diskussion. Während BM Erich Wallnöfer und mehrere Referenten beteuerten, dass mit diesem Beschluss lediglich festgelegt wurde, dass man einen Golfplatz grundsätzlich begrüße, sprach der Stadtrat Kurt Warger von einer „mehrheitlichen Willkürentscheidung“. Die betroffenen Bauern seien nicht bereit, auf Weiderechte zu verzichten, auch nicht gegen eine Entschädigung. Laut Warger sei das Vorhaben „undurchsichtig und überhaupt nicht konkret“. Auch Armin ­Bertagnolli gab sich skeptisch und fragte, ob Alternativen geprüft wurden. „Keiner weiß derzeit, ob der Golfplatz kommt oder nicht“, so der BM. Wie er stimmten u.a. auch sein Stellvertreter Luis Frank, der Stadtrat Ignaz Niederholzer und der Rat Albrecht Ebensperger darin überein, dass man die Tür für einen Golfplatz nicht von vornherein zuschlagen dürfe. Ein Golfplatz berge wirtschaftliches Potential für die Stadt und die umliegenden Gemeinden. Der Großteil der ins Auge gefassten Grundflächen gehört der Stadtgemeinde. Der zweitgrößte Anteil steht im Besitz der Seledison, der Rest gehört einigen Privaten. Laut Erich Wallnöfer sind derzeit noch viele Fragen offen, die schrittweise geklärt werden sollen: Entschädigung, Ausgleichsflächen zu den Weidegründen und weitere Fragen mehr. „Auswärtige können tun und lassen was sie wollen“ Mehrheitlich genehmigt hat der Gemeinderat eine Landschaftsplanänderung, wonach der Erlenbestand auf einem Grundstück abgeholzt werden kann, wobei im Gegenzug auf zwei konzentrierten Flächen neue Erlen gepflanzt werden müssen. Das Grundstück, das ein Bauer aus Latsch gekauft hat, soll einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden. ­Martin Prieth von den Freiheitlichen und seine Parteikollegen Armin Bertagnolli und Karl Sagmeister stimmten dagegen. „Es geht nicht an, dass Auswärtige hierher kommen, Gründe kaufen und tun und lassen können was sie wollen, und das noch dazu in einer Bannzone“, so Prieth. Als erste Maßnahme habe der Grundkäufer „alles mit Roundup niedergespritzt.“ Der BM meinte, „dass wir die Tendenz des zunehmenden Apfelanbaus und den damit einhergehenden Verlust bisheriger Kulturlandschaft nicht aufhalten können.“ Er versicherte, dass die Forstbehörde kontrollieren werde, dass die Neupflanzungen tatsächlich erfolgen. Wie schon bei der Debatte rund um den Golfplatz meinte Wallnöfer auch bei diesem Punkt, dass die örtlichen Bauern selbst aktiv werden sollten. Niemand werde gezwungen, Grundflächen an Auswärtige zu verkaufen. sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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