Das junge, motivierte und tatkräftige Team von Vinschgau Marketing.

Der Zusammenhalt trägt Früchte

Publiziert in 38 / 2014 - Erschienen am 29. Oktober 2014
Tourismus im Vinschgau insgesamt nicht schlecht aufgestellt. Was sucht der Gast bei uns? Latsch - Seit der Gründung von Vinschgau Marketing ist der Zusammenhalt in der Vinschger Tourismusbranche merklich gestiegen. Dass es gilt, in diese Richtung weiterzuarbeiten und den Vinschgau als einmalige und unverwechselbare Feriendestination weiter zu festigen, war einer der Grundtenöre der gutbesuchten „3. Vinschger TourismusRunde“, zu der sich am 23. Oktober nicht nur Tourismusvertreter aus dem ganzen Tal im CulturForum in Latsch eingefunden hatten, sondern auch Gemeindeverwalter sowie Spitzenvertreter des HGV, des Handels, der Landwirtschaft und weiterer Wirtschaftssparten. „Wenn man den Tourismus schon als Motor der Wirtschaft bezeichnet, ist auch dafür zu sorgen, dass dieser Motor genug Benzin bekommt,“ sagte Matthias ­Tschenett, der Präsident von Vinschgau Marketing. Er kritisierte die über 30%igen Beitragskürzungen seitens der Landesregierung: „Der Stellenwert des Tourismus muss auch im Landeshaushalt entsprechend berücksichtigt werden.“ Trotz der Kürzungen sei es Vinschgau Marketing gelungen, über 70% des Budgets für Marketing einzusetzen. Das Tourismusjahr 2014 war laut Tschenett allgemein schwierig, nicht zuletzt wegen der Krise in Italien. Mit einem Nächtigungsrückgang von 1,9% von Jänner bis Ende September 2014 habe der Vinschgau im Vergleich zu anderen Landesteilen trotzdem noch relativ gut abgeschnitten. 700 Gäste befragt Kurt Sagmeister, der Direktor von Vinschgau Marketing, wartete mit den Ergebnissen einer Befragung von 700 Gästen auf. Die Befragung war in Zusammenarbeit mit der EURAC durchgeführt worden. 75% der Befragten gaben an, öfters bzw. regelmäßig in den Vinschgau zu kommen. Was die Gäste im Sommer in den Vinschgau lockt, sind die schöne Landschaft, die Entspannung in der Natur und die Wandermöglichkeiten. Außerdem genießen sie das angenehme Klima, das Fehlen großer Massen von Be­suchern sowie die regionalen gastronomischen Produkte. Die Wintergäste schätzen das angenehme Klima, das Skifahren und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Als besonders wichtig für die Zukunft ist nach Ansicht der Gäste der Erhalt der ursprünglichen Täler, die regionalen Produkte, alternative Wintersportangebote sowie Fahrrad- und Mountainbike-Strecken. In punkto Mountainbike sei laut Sagmeister zwar viel unternommen worden - als Paradebeispiel nannte er die Gemeinde Latsch -, doch man dürfe sich jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern müsse weiterhin aktiv bleiben. „Vinschgau Card“ kommt gut an Ein hoher Grad an Zufriedenheit bei den Gästen sowie auch Anbietern sei mit der „Vinschgau Card“ erreicht worden. Der Gast sehe den Vinschgau jetzt verstärkt als Einheit. Als großes Event kündigte Sagmeister die ZDF Wintershow im Jänner 2015 auf der Madritschhütte in Sulden an. Es sind zwei zweistündige Sendungen geplant, eine davon live. Was sowohl Sagmeister als auch Andreas Tappeiner, der Präsident der Bezirksgemeinschaft hervorhoben, ist die gute Zusammenarbeit bei der Umsetzung von Projekten, vor allem was die Beschilderung der Radwege betrifft sowie die teilweise ebenso schon umgesetzte Beschilderung an den Ein- und Ausfahrten der Orte längst der Hauptdurchzugsstraße. Über neue Herausforderungen und Chancen des Tourismus in den Alpen referierte Markus Ehrensberger, der auf viele ­Managementerfahrungen im In- und Ausland mit Schwerpunkt Marketing und Personal zurückblicken kann. Verstärkt zu pflegen gilt es laut Ehrensberger die Präsenz im Internet, wobei auch die sozialen Netzwerke nicht zu vergessen sind. Der große Zukunftsmarkt Asien sei im Vinschgau derzeit noch nicht gelandet. Im Gegensatz zum Erreichen bestimmter Zielgruppen gelte es mehr auf Lifestyle zu setzen: „Auch Menschen mit 60 und mehr Jahren wollen etwas erleben. Das Erlebnis ist zum neuen Statussymbol geworden.“ Nicht der Preis ist wichtig, sondern die Qualität Die große Herausforderung sei nicht so sehr der Preis, sondern die Qualität, „also weg von Preisdebatten und hin zu Qualitätsdebatten.“ Was der internationale Gast will, sei eine einzigartige Natur, eine authentische Kultur und ein sauberes und ökologisches Umfeld. Dass die Aufenthaltsdauer der Gäste immer kürzer wird - sie sank im Vinschgau in den vergangenen 10 Jahren von 5,4 auf 4,5 Tage -, ist nicht nur laut Tschenett und Sagmeister ein erst zu nehmendes Problem, sondern auch laut HGV Präsident Manfred Pinzger. Dieser verwies noch auf eine Reihe anderer Probleme und Anliegen. Nicht tragbar seien etwa die derzeitigen Wetterprognosen. „Das Wetter war schlecht, die Prognosen aber noch schlechter“ „Es stimmt, dass das Wetter heuer im Sommer schlecht war, aber die Prognosen waren noch viel schlechter.“ Man arbeite nun an einer eigenen, landesweiten Plattform für Wetterprognosen, „denn es kann nicht sein, dass zum Beispiel für Schlanders 12 Grad vorhergesagt werden und wir dann tatsächlich weit über 20 Grad haben.“ Respekt zollte Pinzger dem Gemeinderat von Glurns, der sich mit einer Grundsatzentscheidung mehrheitlich dafür ausgesprochen hat, Gemeindegrund für einen Golfplatz bereit zu stellen. Den Argumenten von Umweltschützern gegen einen Golfplatz könne er herzlich wenig abgewinnen. Insgesamt sei der Tourismus im Vinschgau nicht schlecht aufgestellt, auch wenn man sich im Vinschgau manchmal untereinander in die Haare komme. Auf diesen Aspekt wies auch Andreas Tappeiner hin. Alexandra Mair von der SMG lobte die gute Zusammenarbeit mit Vinschgau Marketing und dem Vinschgau insgesamt: „Es ist euch gelungen, ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen. Ihr verzettelt euch nicht und das ist sehr wichtig.“ Mair rief die Vinschger Touritiker zu einer regen Teilnahme am Projekt „Südtirol Balance“ auf. Seinen Abschluss fand die TourismusRunde mit einem geselligen Beisammensein und dem Genuss von regionalen Köstlichkeiten. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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