Stefan Kobald, Georg Altstätter, Massimo Gardetto, Hochwürden Alois Wallnöfer und Peter Wachter unter dem Widumgarten (von links).

Dorfgemeinschaft findet ihren Platz

Publiziert in 38 / 2013 - Erschienen am 30. Oktober 2013
Martell Dorf bekam einen Dorfplatz. Bürger und ­Vereine nutzten ihn erstmals, um das Erntedankfest und das 25-jährige Wirken ihres Pfarrers zu feiern. Martell - Deutlicher und intensiver ließen sich Notwendigkeit und Sinn eines dörflichen Mittelpunktes nicht darstellen. Gleich mehrmals an dem Oktobersonntag erwies sich der neu gestaltete Dorfplatz als Glücksfall und Bereicherung im Sozialgefüge der Gemeinde Martell. Zuerst zogen am Kirchweihsonntag die Gläubigen über den Platz oder nutzten die behindertengerechte Aufstiegsrampe zu Kirche und Friedhof, um den Erntedankgottesdienst zu besuchen. Anschließend wurde der Platz von Seelsorger Alois Wallnöfer gesegnet. Die Musikkapelle, der gemischte Chor, die Volkstanzgruppe und die Grundschulkinder umrahmten die Feier, zu der Bürgermeister Georg Altstätter als Ehrengäste Landeshauptmannstellvertreter und Soziallandesrat Richard Theiner und den Obmann der Raiffeisenkasse Latsch mit Goldrain und Martell, Adalbert Linser, begrüßen konnte. Altstätter betonte den gelungenen Entwurf des Architekten Massimo Gardetto, aus Martell stammend, und würdigte die Verdienste von Referent Stefan Kobald bei der Begleitung des Dorfplatzprojektes. „Von den Gesamtkosten in der Höhe von 216.000 Euro konnten wir 145.000 Euro durch einen Leader-Beitrag abdecken“, berichtete der Bürgermeister. Der Erweiterung durch eine halbrunde, auskragende Plattform im Osten und durch Unterhöhlung des Widumgartens im Westen seien viele Monate intensiver Diskussionen im Gemeinderat und in einer Arbeitsgruppe vorausgegangen, erwähnte Altstätter. „Durch die Unterhöhlung haben wir eine große, überdachte Fläche für mehrere Anschlagetafeln erhalten und auch die beiden größten Probleme, ein öffentliches WC und einen überdachten Zugang zum Friedhof, behindertengerecht gelöst.“ Ein erster, ernsthafter Test für die Tauglichkeit des Dorfplatzes war die Ehrung von Seelsorger Alois Wallnöfer, den die Marteller weiterhin „ihren Pfarrer“ nennen wollen, obwohl er seit Jahren in Pension ist. Wie sehr er jungen und weniger jungen Martellern in den 25 Jahren seines Wirkens ans Herz gewachsen war, bewiesen Pfarrgemeinderat und Grundschule. Reimend und singend wurden „der recht coole Pfarrer Alois“ und seine Häuserin Traudi Pircher gefeiert und beschenkt. Humorvoll blickte Pfarrgemeindepräsident Peter Wachter auf die Wirkungsstationen des „Marteller Pfarrers“ zurück - von den Kooperatorenstellen in Latzfons, Deutschnofen und Bozen bis zum Pfarrstuhl in St. Gertraud, Ulten, in St. Martin, Passeier, und seit 1988 in Martell. Im Anschluss luden Pfarrgemeinderat und Gemeindeverwaltung alle Bürger zu einem gemütlichen Beisammensein bei Speis und Trank ins Bürgerhaus ein. s
Günther Schöpf
Günther Schöpf
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