Hannes Götsch (links) und Thomas Schuster.
Christine Kaaserer präsentierte den Preis.

„Ein Ritterschlag“

Der EU-Preis als Startschuss. 

Publiziert in 5 / 2026 - Erschienen am 10. März 2026

Schlanders -  „Es ist ein Ritterschlag für die Südtiroler Handelspolitik“, unterstrich Dietmar Spechtenhauser, der Vinschger Bezirkspräsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes hds, bei seinen Grußworten im Rahmen des Informationsabends zur „Vanguard City Schlanders“ am 5. März in der Aula Magna der WFO. Zur Erinnerung: Der Vinschger Hauptort war als einer von drei Finalisten in der Kategorie „Vanguard City“ (5.000 bis 50.000 Einwohnern) für den erstmals vergebenen europäischen Wettbewerb „European Capitals of Small Retail (ECoSR) 2026“ nominiert worden. Im Finale in Brüssel setzte sich Schlanders gegen die Mitbewerber Makarska (Kroatien) und Silla (Spanien) durch. Nun wurde der Preis offiziell der Bevölkerung präsentiert und erklärt, worum es sich in erster Linie handelt. „Die Auszeichnung ist eine große Anerkennung für unseren Ort, aber vor allem für all jene, die täglich dazu beitragen, dass Schlanders belebt ist und unsere Geschäfte Orte der Begegnung sind“, so Bürgermeisterin Christine Kaaserer, die zur Preisverleihung selbst mit in Brüssel war. Der Impuls am Wettbewerb teilzunehmen sei von hds-Ortsobfrau Karin Gluderer und hds-Bezirksleiter Aaron Pircher gekommen. Luca Daprà von der BASIS Vinschgau schrieb schließlich die Bewerbung. BASIS-Geschäftsführer Hannes Götsch und Thomas Schuster von der Eisdiele Ortler präsentierten Schlanders im Finale in Brüssel. In der Aula der WFO erklärten sie noch einmal, womit Schlanders in der EU-Hauptstadt überzeugen konnte. Vier Kriterien seien entscheidend gewesen: Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Digitalisierung und Attraktivität. Vor allem habe Schlanders durch das Konzept der „Sieben-Minuten-Stadt“ punkten können. Das bedeutet: Im Sieben-Minuten-Radius sei zu Fuß oder mit dem Fahrrad fast alles erreichbar – von der Schule über die Nahversorgung bis hin zur Natur oder dem Innovationszentrum BASIS. Außerdem verfüge Schlanders über einen lebendigen Ortskern. Vor allem auch für Familien mit Kindern sei Schlanders ein idealer Lebensraum. 

„Als Vorreiterstadt vorangehen“ 

„Schlanders ist ein funktionierendes städtisches Dorf. Das gibt es in vielen Teilen Europas so nicht mehr“, sagte Götsch. Man müsse „schauen was da ist und nicht was nicht ist“. Mit dem Preis – Schlanders setzte sich gegen insgesamt 28 Bewerber durch – bekomme der Ort europaweite Sichtbarkeit, fachliche Unterstützung seitens der EU, eine Art Markenaufbau und „viel Netzwerk und Austausch“. Beim Preis handle es sich nicht um einen Millionenpreis. „Aber er eröffnet viele Möglichkeiten. Und es ist eine Chance zu zeigen, dass ein Ort wie Schlanders Zukunft gestalten kann“, so Götsch. U. a. um das Gestalten der Zukunft gehe es: Mit dem Preis habe Schlanders einen Arbeitsauftrag erhalten. Verschiedene Workshops und Werkstätten sind in diesem Jahr geplant. Die Ideen sollen dann auch anderen Orten zur Verfügung gestellt werden. So soll es etwa verschiedene Leuchtturmprojekte geben: „Be the Next Boss“ im Hinblick auf die Problematik mit dem Generationenwechsel, die Etablierung als Ort für „Slow Shopping“, das digitale Ortsbild oder etwa die Wiederbelebung des Andreasmarkts als Treffpunkt für einheimische Bauern und kleine Händler. Schlanders habe den Auftrag „als Vorreiterstadt voranzugehen“, so Götsch. Der offizielle Startschuss erfolgt am 17. April mit einer Art „Aufbruchtag“, wobei auch die „Schlanderser Erklärung“ bekannt gegeben wird. 

Michael Andres
Michael Andres

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