Grundsätzlich ja …
… zum Ankauf und zur Sanierung des Lechner-Areals.
Laas - Mit breiter Mehrheit hat sich der Gemeinderat von Laas am 4. März grundsätzlich dafür ausgesprochen, das Lechner-Areal in der Zaingasse in Laas anzukaufen und zu sanieren, falls bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Zum Areal gehören ein leerstehendes Gebäude, das einst bewohnt war und wo im Erdgeschoss u.a. Marmorplatten geschnitten wurden, sowie eine Grundparzelle. Die Erbgemeinschaft Lechner hatte das Areal schon vor einiger Zeit der Gemeinde zum Verkauf angeboten. Wie die Bürgermeisterin Verena Tröger informierte, hat Architekt Alexander Zöggeler, der Präsident des Südtiroler Künstlerbundes, ehrenamtlich ein Nutzungskonzept bzw. eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Demnach sollte das „beeindruckende Gebäude“ mit Veranda und weiteren Besonderheiten nicht abgerissen werden, sondern in seiner Grundstruktur erhalten bleiben. Im Gebäude könnten nach den Vorstellungen der Gemeindeverwaltung und des Künstlerbundes kleinere Ateliers untergebracht und an Kunstschaffende vermietet werden. Gedacht werde nicht nur an Bildhauer und Steinmetze, sondern auch an andere Kunstbereiche, wie etwa Literatur und Malerei. Auf einem Teil des Gebäudes könnte ein neuer Baukörper in Holzbauweise aufgesetzt werden, um den Kunstschaffenden Wohnmöglichkeiten zu bieten.
Führungskonzept steht noch aus
Damit das Vorhaben verwirklicht werden kann, müssen allerdings mehrere Voraussetzungen gegeben sein. Dazu gehört nicht nur die im Ratsbeschluss festgeschriebene Bedingung, dass das Land mindestens 80 Prozent der Kosten für den Ankauf und die Sanierung übernimmt, sondern dass auch ein Führungskonzept auf den Tisch kommt. Es gilt zu klären, wer die Führung übernimmt, wieviel sie kostet und wer die Ausgaben bestreitet. Das Führungskonzept dürfte laut der Bürgermeisterin in einigen Monaten vorliegen. Bei der Diskussion wurde das Projekt der „Schaffung eines spezialisierten Kultur- und Produktionsstandortes, der sich dem lokalen Leitmaterial Laaser Marmor widmet“, von mehreren Ratsmitgliedern gutgeheißen. „Das ist eine einmalige Chance. Dieses Projekt könnte Laas als Marmordorf weiter stärken“, meinte etwa der Gemeindereferent Dietmar Spechtenhauser. Michael Angerer von der Bürgerliste warf hingegen die Frage in den Raum: „Wo ist der Nutzen für die Gemeinde?“ Bei der Abstimmung enthielten sich Angerer und seine Listenkollegin Deborah Tscholl der Stimme, alle weiteren anwesenden Ratsmitglieder stimmten mit Ja. Die endgültige Entscheidung über den Kauf und die Sanierung wird zu gegebener Zeit der Gemeinderat fällen.
Dauerbrenner Straßennamen
Das Thema der schon längst überfälligen Umbenennung von Straßennamen in der Gemeinde brachte das Ratsmitglied Karlheinz Köfler aufs Tapet. Die Bürgermeisterin musste einräumen, dass noch immer keine Lösung erarbeitet wurde, „dass wir die Sache aber bis spätestens zum Schulende klären wollen und müssen.“ Zu den Knackpunkten gehört die Findung eines neuen Namens für die Vinschgauerstraße in Eyrs, zumal es auch in Laas eine Vinschgaustraße gibt. In italienischer Sprache – und das ist ausschlaggebend – heißen beide Straßen „Via Venosta“.
Wohnung für Flüchtlingsfamilie gesucht
Zumal die Südtiroler Gemeinden, in denen es keine CAS- oder SAI-Strukturen (Aufnahmezentren bzw. Aufnahme- und Integrationssysteme) gibt, angehalten sind, jeweils eine Wohnung für die Unterbringung einer Flüchtlingsfamilie aus der Stadt Bozen zu suchen bzw. bereitzustellen und die Gemeinde Laas zurzeit über keine geeignete Wohnung verfügt, rief die Bürgermeisterin alle Ratsmitglieder dazu auf, sich umzuhören bzw. bei der Suche mitzuhelfen. Insgesamt sollen im Vinschgau 6 Familien aufgenommen werden.
Probleme auf Bahnhofsparkplätzen
Vorgetragen hat Verena Tröger auch ein Schreiben von Anrainern des Bahnhofs- bzw. Bahnhofsparkplatzes in Eyrs. Der Parkplatz befinde sich in einem sehr schlechten Zustand. Im Sommer fließe bei Starkregen Wasser in die Gärten und bei Trockenheit komme es zu Staubbelastungen. Oft würde der Wendeplatz von Autofahrern benutzt, um schnelle Runden zu drehen, sodass Kieselsteine bis zu den Türen und Fassaden geschleudert werden. Bei Bahnbetrieb werden der Parkplatz und die privaten Gartenhecken oft als „Toiletten“ benutzt, „da es am Bahnhof leider keine Toiletten gibt.“ Verena Tröger verwies darauf, dass der Parkplatz der STA gehört, bei der sie erneut auf eine Lösung pochen werde. Ähnliche Probleme wie in Eyrs gebe es leider auch beim Bahnhof in Laas.