Im Bild (v.l.): Ulrich Veith, Günter Wallnöfer, Jan Plagge, Martina Hellrigl und Michael Oberhollenzer; Foto: Bioland

Mals im Fokus der Bioland Delegiertenversammlung

Publiziert in 44 / 2014 - Erschienen am 11. Dezember 2014
Das „Biobauern-Parlament“ entwickelt Bioland Richtlinien weiter und verabschiedet Pestizid-Resolution Fulda - Über 140 Delegierte Bioland Bauern reisten Ende November aus ganz Deutschland und Südtirol nach Fulda, um die Bioland Richtlinien weiterzuentwickeln und sich agrarpolitisch auszutauschen. Die gewählten Vertreter der Bauern diskutierten mit dem Bioland Präsidium, den Fachausschüssen und Gästen über die Wege in die Landwirtschaft der Zukunft. Die Bundesdelegiertenversammlung – sozusagen das „Bioland Parlament“, tagt zweimal im Jahr. Bericht von BM Ulrich Veith Ein Höhepunkt der Tagesordnung war der Bericht des ­Malser Bürgermeisters Ulrich Veith. Zusammen mit einer Vertreterin der verschiedenen Malser Bürgerinitiativen, Martina Hellrigl, und dem Vizeobmann von Bioland Südtirol, Günther Wallnöfer, erklärte Veith die Geschehnisse in Mals zur Pestizid-Abstimmung: 75 Prozent stimmten bei einer Volksbefragung für eine pestizidfreie Gemeinde Mals. Die Delegierten honorierten den Mut und das Engagement der Südtiroler mit lang anhaltendem, stehendem Applaus. „Das was ihr geleistet habt, ist das, was uns allen noch bevorsteht”, so eine Stimme aus dem Publikum. Ulrich Veith bedankte sich: „Ich alleine als Politiker hätte das nie geschafft. Die Diskussion über Pestizide muss in der Bevölkerung und bei den Landwirten beginnen. Es braucht eine hohe Beteiligung und viel Engagement. Wir hoffen auf viele Nachahmer.“ Mit guten Beispiel voran gehen Die wichtige Rolle der Biobauern liege darin, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Die Bioland Bundesdelegiertenversammlung hat in diesem Sinne eine Pestizid-Resolution verabschiedet (siehe Seite 7). Sie enthält unter anderem die Forderung nach einem Verbot giftiger Pflanzenschutzmittel, die Einführung einer Pestizidabgabe und den gesetzlichen Schutz von Ökoflächen vor Pestizid-Abdrift. „Wir müssen raus aus der Pestizid-Falle. Die Menschen wollen keine Pestizide in Lebensmitteln oder in ihrem Blut haben. Als funktionierende Anbaumethode, die sich auf natürliche und naturgemäße Pflanzenschutzmittel beschränkt, muss die Politik den ökologischen Landbau stärker unterstützen,“ so Jan Plagge, Präsident von Bioland. „Die ökologische Landwirtschaft sollte die Normalität sein, nicht umgekehrt“, ergänzt Michael Oberhollenzer, Obmann von Bioland Südtirol. Der Biolandbau verursacht keine versteckten Kosten für Umweltschäden, Artenverlust oder Krankheitsbehandlungen. Im Gegensatz zu konventionellen Produkten zeigen Ökolebensmittel den Kunden ihren echten Preis. Bioland fordert Pestizidabgabe Bioland fordert deshalb eine Pestizidabgabe. „Das Verur­sacherprinzip wird grob missachtet. Die Pestizidindustrie muss endlich an den externen Kosten des chemischen-synthetischen Pflanzenschutzes beteiligt werden,“ so Plagge. Zudem müsse der Gesetzgeber die Biobauern endlich effizient vor Pestizidabdrift von konventionellen Nachbarfeldern schützen. red
Redaktion

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