Neubau Winterbrücke wird konkret
Naturns - Noch im Oktober dürfte seitens des Landesamts für Straßenbau West das Ausführungsprojekt für die neue Winterbrücke in Naturns erstellt werden, Ende des Jahres bzw. spätestens Anfang 2027 sollen dann die Arbeiten ausgeschrieben werden. Der Bau der neuen Brücke sei notwendig, wie Philipp Sicher, der Abteilungsdirektor der Landes-Abteilung Straßendienste, im Rahmen der Bürgerversammlung betonte. Die bisherige Brücke war im Jahr 1950 errichtet worden und ist für heutige Verhältnisse zu eng. Zudem sei die Brücke statisch und baulich in die Jahre gekommen. Insgesamt wurden acht Neubau-Varianten studiert. In Absprache zwischen Land und Gemeinde fiel die Entscheidung auf den Bau einer Brücke mit asymmetrischem Bogen. Sicher informierte die zahlreichen Interessierten über den genauen Ablauf. „Die Bauzeit soll elf bis zwölf Monate betragen“, schickte er voraus. Konkret solle mit den Maßnahmen, sprich erste Vorbereitungen etc., im September des nächsten Jahres begonnen werden, dies könne sich aber – je nach Ausschreibungszeiten – noch verschieben. Für den Bau habe es einiges zu beachten gegeben: So könne im Flussbereich nur von November bis April gearbeitet werden, zudem sollen die umfangreichen Bauarbeiten – mit Abbruch der Bestandsbrücke – erst nach der Apfelernte beginnen. Sicher stellte die konkreten Verkehrseinschränkungen vor. Eine Herausforderung stelle vor allem der Lkw-Verkehr dar, schließlich befindet sich unter anderem die Obstgenossenschaft Texel „auf der anderen Seite“ der Winterbrücke. Der Schwerverkehr solle teils über ein Einbahnsystem erfolgen, bei Bedarf werden Ampeln angebracht. Über den Ortsteil Kompatsch und die Tschirlander Brücke erfolgt die Zufahrt, über Landesstraße und die Fraktion Staben soll es dann zurück auf die Vinschger Staatsstraße gehen. Für Fuß- und Radfahrer sei die Querung der Etsch über den Axamer Steg hingegen bis auf jene 1,2 Tage, an denen die Stahlkonstruktion eingehoben wird, stets möglich, die Erreichbarkeit des Bahnhofs sei damit gewährleistet.
„Lösungen nicht ideal“
Johann Brunner, der Obmann der Obstgenossenschaft Texel, äußerte die Befürchtung, dass es zu einem Verkehrschaos kommen könne und dass diese Lösung nicht optimal sei. Das Verkehrsaufkommen könnte die Kapazität der Umleitungen übersteigen. „Zahlreiche Möglichkeiten wurden geprüft, auch eine Behelfsbrücke. Hier haben wir aber leider bisher keine möglichen Szenarien gefunden“, so Sicher. Ihm sei bewusst, „dass die Lösungen nicht ideal sind“. Jedoch seien diese nicht in Stein gemeißelt. Vor allem eine Reduzierung der Bauzeit wird angestrebt. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass das ausführende Unternehmen neue Lösungen anbietet“, so Sicher. Man wolle die Ausschreibungen abwarten.