Ort zum Wohlfühlen und Mitgestalten
Werkstatt in Prad: Neue Freizeitstruktur, bewährte Angebote und unveränderter Stand beim Umbau.
Prad - Einen geschützten Rahmen und gleichzeitig eine Art Wohlfühloase, ein Ort, an dem sie sich zuhause fühlen. Das finden die Menschen in der Werkstatt in Prad. Dies wurde unlängst bei einem Informationstreffen in der Einrichtung der Bezirksgemeinschaft einmal mehr klar. Gleichzeitig wurde dabei zurück- und nach vorne geblickt. In Bildern und Videosequenzen wurde dargestellt, was in der Werkstatt im Jahr 2025 so alles erlebt wurde: Die Nutzer/innen der Einrichtung lasen dabei selbst aus dem „Werkstattbuch“. Und sie hatten vieles zu berichten. Von den Faschingsfeierlichkeiten und dem Besuch von Pfarrer Konrad Gasser über Haussitzungen, dem Spiel- und Sportfest im Mai, den Besuch der Sommerschule, mehrere Sommerausflüge, die Baumpflanzchallenge bis hin zum traditionellen Weihnachtsmarkt mit dem Theaterstück „Mitnond“ und vieles mehr. Auch in diesem Jahr steht wieder einiges auf dem Programm, wie Koordinatorin Sarah Renner vorausblicken ließ.
Angebote auf das ganze Jahr verteilt
2026 werden die Freizeitaktivitäten etwas anders geplant als gewohnt. Und zwar sind die Angebote auf das ganze Jahr verteilt, das heißt zum Beispiel das Angebot Spielenachmittag erstreckt sich über das erste Halbjahr. Somit finden die Freizeitaktivitäten nicht nur in einem kurzen Zeitraum statt, sondern sind über das ganze Jahr durchgemischt. „Auch die Anmeldungen werden wir individuell mit den Nutzer/innen hier in der Werkstatt machen, sodass jeder mal an einem Angebot teilnehmen kann und das Angebot auch an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst ist“, erklärte Sarah Renner. Für das heurige Jahr sind insgesamt zehn Freizeitaktivitäten geplant. Dazu zählen Kino, Spielenachmittag, Rätselspaß, Märchen erzählen, Disco, Sitzgymnastik, Kräuter sammeln und verarbeiten, Karten basteln sowie Kekse backen. Fixpunkt bleibt zudem die Spaziergruppe jeden Mittwoch. Auch an verschiedenen Vinschger Märkten wird die Werkstatt wieder teilnehmen. Diese seien nicht nur eine wichtige Möglichkeit, die in der Werkstatt hergestellten Produkte zu präsentieren, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit für Begegnung und Austausch.
Wertvolle Tageseinrichtung
Die Werkstatt in Prad ist eine Tageseinrichtung für Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung. Sie bietet einen geschützten Rahmen, um in verschiedenen sozialen und lebenspraktischen Belangen so viel Selbständigkeit als möglich zu erreichen und so viel Hilfe als notwendig zu bekommen. In diesem Umfeld können die Nutzer/innen einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen und ihre Fähigkeiten im kreativen, handwerklichen und lebenspraktischen Bereich weiterentwickeln. Dabei stehen zwei Bereiche im Fokus, der Dienst zur Arbeitsbeschäftigung und die sozialpädagogische Tagesstätte. Bei der Arbeitsbeschäftigung geht es um die Förderung der Arbeitsfähigkeit und die Teilhabe am Arbeitsleben. Durch verschiedene produktive Tätigkeiten werden kognitive, soziale und motorische Fähigkeiten gestärkt. Dazu gehören die Hauswirtschaftsgruppe mit Kochen, Reinigung, Gartenpflege, Dekoration und Verarbeitung von Lebensmitteln, die Serienarbeit wie Etikettieren, Verpacken und Sortieren für externe Betriebe sowie die Kreativgruppe, in der Tonprodukte für den Verkauf hergestellt werden. „Für Serienarbeit können Betriebe Aufgaben an uns weitergeben und somit zur Inklusion beitragen“, erklärte Sarah Renner. Ergänzt wird das Angebot durch die sozialpädagogische Tagesstätte. Dieser Bereich bietet sozialpädagogische und pflegerische Betreuung mit dem Schwerpunkt auf Förderung, Freizeitgestaltung und sozialer Integration. Ziel ist es, individuelle Fähigkeiten weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Familien zu unterstützen. Derzeit wird die Werkstatt in Prad durchschnittlich von knapp 30 Nutzer/innen besucht, betreut werden sie von zehn Betreuer/innen.
Umbau lässt weiter auf sich warten
Keine Neuigkeiten gibt es derweil in Sachen Umbauarbeiten. Der Stand sei derselbe wie vor rund einem Jahr. Seitens der Bezirksgemeinschaft und der Gemeinde sei man startklar, das Warten auf die endgültige Zusage zur Finanzierung seitens des Landes gehe jedoch weiter. „Wie es aussieht, dürfte es auch nicht so schnell gehen wie noch vor zwei Jahren erhofft“, so Sarah Renner.