Gertrud Wellenzohn und Markus Pircher

„Brauchen mehr Geld“

Publiziert in 7 / 2026 - Erschienen am 8. April 2026

Latsch - „Weiterbildung bringt eigentlich kaum Geld, aber Bildung bringt einen großen Mehrwert“, unterstrich Gertrud Wellenzohn, Direktorin des Bildungshauses Schloss Goldrain, bei der Latscher Gemeinderatssitzung Ende März. Wellenzohn und Markus Pircher, Obmann des Bildungshauses, stellten dem Gemeinderat traditionell die Tätigkeiten im Schloss vor. Diese sind vielseitig, wie die Zahlen belegen. Die Kursangebote konnten ausgebaut werden, die Teilnehmertage wurden gesteigert. So gab es 2025 über 250 Angebote in verschiedenen Bereichen, auch neue Personengruppen konnten angesprochen und vermehrt junge Menschen ins Schloss geholt werden. Auch zahlreiche Kulturangebote fanden statt. Weiters konnten die Übernachtungen im Gästehaus gesteigert werden, 2025 waren es 5.895. Das Gästehaus sei wirtschaftlich ein wichtiger Faktor, vor allem, da die Förderungen im Bildungsbereich seitens des Landes „eigentlich zu gering sind“. Es werden zwar mehr Kurse angeboten und es gebe ein Mehr an Arbeit im Schloss, aber es lohne sich finanziell nicht. 

„Wir müssen von der öffentlichen Hand eine größere Sockelfinanzierung erhalten. Der Adressat hierfür ist das Land. Wir brauchen das Geld“, forderte auch Obmann Markus Pircher bei der Vorstellung der Zahlen. So betrug der Gesamtumsatz 2025 1,27 Millionen, 2024 waren es noch über 1,32. Die Umsätze konnten in den vergangenen Jahren aus eigener Kraft zwar gesteigert werden, die Kosten – insbesondere was das Personal betreffe – haben sich jedoch erhöht. Gleichzeitig wurden die öffentlichen Beiträge weniger, 2024 waren es noch rund 503.000 Euro, 2025 nur mehr knapp 343.000 Euro. Betrugen die Gewinne nach Steuern 2024 somit noch rund 48.000 Euro, waren es 2025 nur mehr etwa 10.000 Euro. „2026 müssen wir vom Land besser behandelt werden, sonst wird es knapp“, betonte Pircher. Um weiterhin den Weiterbildungs- und Kulturauftrag erfüllen zu können, sei die Genossenschaft Bildungshaus Schloss Goldrain auf mehr Beiträge angewiesen, fand der Obmann klare Worte. Diese müssten zudem konstant – „das heißt ohne Schwankungen“ – ausgezahlt werden. Eine gute Planbarkeit sei in Sachen Bildungsangebot wichtig. Entsprechende Verhandlungen mit der Landesverwaltung seien im Gange. 

Dalla Barba: Land ist gefordert 

„Die Herausforderungen sind groß, aber auch die Motivation in eurem Team ist groß. Ihr sorgt seit Jahren für ein wichtiges Angebot im Vinschgau, mit viel Weiterbildung und Kultur. Danke, dass die Mauern des Schlosses sinnvoll genutzt werden“, lobte Bürgermeister Mauro Dalla Barba. Er hoffe, dass das Schloss weiterhin ein Ort für Bildung, Begegnung und Entwicklung bleibe. Es gelte nach außen zu tragen, was gut laufe und was man vom Land noch einfordern könne, wies Dalla Barba ebenfalls auf die zu geringen Förderungen hin.

Michael Andres
Michael Andres

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