Oswald Graf Trapp auf der Churburg.

Oswald Trapp

Publiziert in 13 / 2013 - Erschienen am 10. April 2013
Neues Schlern-Heft über den Burgenforscher und Denkmalpfleger. Präsentation und ­Gedenkstunde auf Schloss Tirol. Dorf Tirol/Schluderns - Auf Schloss Tirol wurde kürzlich von einigen zur Creme der Tiroler Historiker gehörigen Experten eine besondere Ausgabe des „Schlern“ vorgestellt. Das Heft Nr. 3, 87/2013 dieser bekannten Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde ist dem Burgenforscher und Denkmalpfleger ­Oswald Graf Trapp (1899-1988) zum 25. Todestag gewidmet. ­Oswald Trapp war, so der Präsident des Südtiroler Kulturinstitutes Marjan Cescutti, ähnlich wie der ehemalige Tiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer oder Altbischof Reinhold Stecher eine mit dem Vinschgau eng verwurzelte Gesamttiroler Persönlichkeit. Er war in einer schwierigen Zeit Denkmalpfleger in Tirol, aber doch ein Mann, der stets zum Scherzen aufgelegt war, berichtete Magdalena Hörmann- Weingartner in ihrer Biographie zu Oswald Trapp. So meinte er etwa, als ihm vorgehalten wurde, dass aus der Grafenfamilie Trapp kein Bischof hervorgegangen war: „Wir konnten es uns nicht leisten, jemanden ins Kloster zu schicken, denn wir waren immer sehr wenige und daher eher auf Vermehrung bedacht“. Besonderes Geschick bewies Oswald Trapp, der eigentlich Marineoffizier werden wollte, als Vorsitzender des Vereins Tiroler Landesmuseum. Da Trapp den damaligen Machthabern zu unverlässlich erschien, wurde ihm von der Gauleitung ein staatlicher Aufpasser zur Seite gestellt. Man suchte daher fieberhaft nach einer Persönlichkeit, die etwas von Landeskunde verstand und der Partei angehörte. Fündig wurde man im Althistoriker Richard Heuberger, der dann für diesen Posten vorgeschlagen wurde und der selbstverständlich konfliktfrei mit Trapp zusammenarbeitete. Der damalige Gauleiter Hofer wunderte sich nur, warum ein Blinder über die Museumssammlung gesetzt werde; Heuberger hatte nämlich im 1. Weltkrieg sein Augenlicht verloren. Als Autorinnen und Autoren für die Gedenkschrift haben neben Magdalena Hörmann-Weingartner weitere Personen mitgewirkt: die ehemalige Mitarbeiterin von Oswald Trapp, Herta Arnold aus Innsbruck, Reinhard Rampold, Meinrad Pizzinini, Burgeninstitutspräsident Alexander von Hohenbühel und der designierte Direktor von Schloss Tirol Leo Andergassen. Den Dank für dieses Schlern-Heft in Memoriam seines Vaters brachte Johannes Graf Trapp mit einigen weiteren Anekdoten und einer Übersicht über die landeskundlichen und denkmalpflegerischen Leistungen seines Vaters zum Ausdruck. Die Feier auf Schloss Tirol wurde von der Schlossverwaltung mit Interimsleiterin Paula Mair, dem Burgeninstitut und dem Südtiroler Kulturinstitut organisiert und von vielen Freunden und Kennern der Materie aus ganz Tirol besucht. Friedrich Haring
Friedrich Haring
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