Preis für „lebendig begraben“

Publiziert in 7-8 / 2021 - Erschienen am 4. März 2021

Bochum/Mals - Die Gewinnerinnen und Gewinner des Liselotte-Rauner-Lyrikwettbewerbs stehen seit kurzem fest. Mehr als 300 Einsendungen hatte die Jury mitten im ersten Lockdown auf ihre Ausschreibung zum Jubiläumswettbewerb der Liselotte und Walter Rauner-Stiftung erhalten. Gedichte zu politischen Themen wie Gleichstellung, Klimawandel und zur Situation geflüchteter Menschen erreichten die Jurymitglieder ebenso wie zahlreiche Werke, die sich mit der aktuellen Corona-Pandemie beschäftigten. Häufig war deutlich zu erkennen, dass sich die Einsender*nnen vor dem Verfassen ihrer Lyrik beziehungsweise Kurzprosa ausgiebig mit den Werken Liselotte Rauners beschäftigt hatten – so wie es sich die Jury erhofft hatte. Für die Beurteilungen war daher stets ein entscheidender Gedanke: Was hätte der mutigen und politischen Liselotte Rauner mit der prägnanten Sprache selbst gefallen? - Mit dem dritten Platz wurde Anita Prugger aus Mals ausgezeichnet. „lebendig begraben“ heißt ihr Text. Schonungslos und ohne Pathos beleuchtet sie in ihrem Gedicht Gewalt gegen Frauen. Trotz aller Widrigkeiten plant die Liselotte und Walter Rauner-Stiftung noch immer, die Preisverleihung in der Zukunft im Rahmen einer Live-Veranstaltung durchzuführen. Leider ist noch ungewiss, wie genau das möglich sein kann. Die Bochumer Schriftstellerin Liselotte Rauner hat von 1948 an zusammen mit ihrem Ehemann Walter Rauner in Bochum Wattenscheid gelebt und gearbeitet. Sie hat die Literatur der Region, und nicht nur dieser, wesentlich mitgeprägt. Die Stiftung wurde 1998 zur Förderung der Lyrik in Nordrhein-Westfalen gegründet (www.rauner-stiftung.de).

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.