Lola Randl bei ihrer Lesung am Rimpfhof.

Preisträgerin auf Rimpf

Publiziert in 35-36 / 2021 - Erschienen am 26. Oktober 2021

Kortsch - Es war eine Blitzaktion, die sogar den langmütigen Raimund Rechenmacher, Leiter der Mittelpunktbibliothek Schlandersburg und Verwalter des Rimpfhofes, ins Staunen brachte. Es gab es einen kurzen Anruf, am Freitag, 15. Oktober, fuhr sie mit dem Auto quer durch Deutschland, wusch am Samstagvormittag (16. Oktober) Hosen und Socken ihrer zwei Söhne und um 15 Uhr las sie aus ihren Büchern. Lola Randl war beim Franz-Tumler-Literaturpreis vor zwei Jahren im September 2019 der Publikumsliebling und gewann einen Schreibaufenthalt auf dem Rimpfhof, den sie wegen der Covid-Einschränkungen nicht antreten konnte. Südtirol und die Sonne aber lockten und so packte die Schriftstellerin Kinder und Laptop ins Auto und fuhr mit ihrem Mann, der Filmemacher ist, in den Vinschgau, um ihren Preis einzulösen. Obwohl für viele die Lesung zu kurzfristig angesetzt war, wanderten doch einige Interessierte zum Berghof, zumal Raimund und seine Frau Thea Erdäpfel mit Butter und Käse als Nachtisch versprochen hatten. Es wurde eine nette Begegnung. Frau Randl begann mit ihrem Erstlingswerk „Der große Garten“, in dem Menschen und ihre Funktion im Dorfgeschehen beschrieben werden. Die Bewohner wissen voneinander und nehmen Anteil. Was aber nicht sein soll, versinkt, wie in einem Sumpf, manchmal immer tiefer, manchmal nur oberflächlich. In ihrem zweiten Roman „Die Krone der Schöpfung“, der gerade ein Jahr alt ist, werden Erscheinung und Auswirkung der Corona-Pandemie beschrieben. „Sagt man nun das oder der Virus?“, sinnierte sie auf der breiten Holzbank bei der Lesung. Mit sichtlicher Freude las sie noch Auszüge aus ihrem neuesten Werk, das erst noch mit dem Lektor durchgesehen werden muss, bevor es zum Druck frei gegeben wird. Randl hofft, dass sie es noch bis zum Leipziger Buchmesse im Frühjahr nächsten Jahres schafft. Die Gruselgeschichte handelt von einem Wohnungskauf, der von den Nachbarn nicht angenommen wird. „Eigentlich sind Kindererziehung und Bücherschreiben nicht vereinbar, aber zwei Tage in der Woche bekommt sie frei“, meinte sie lachend. Lola Randl ist auch Filmregisseurin. Einer ihrer Kurzfilme kann in der Bibliothek in Schlanders ausgeliehen werden. 

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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