Schultütensuppe

Publiziert in 43 / 2013 - Erschienen am 4. Dezember 2013
Wir sind es vielfach nicht mehr gewohnt, Menschen beim Wort und ihre Aussagen (vor allem die Konsequenzen dieser Aussagen!) ernst zu nehmen. Nach der ersten Sitzung des neuen Landtages wurden die Neo-Abgeordneten nach ihrem Eindruck befragt. Mehrere Angesprochene erklärten unisono wie aus einer Instantpackung, sie hätten sich gefühlt wie an ihrem ersten Schultag. Gut, was sie damit wahrscheinlich meinten, ist mir klar. Aber was haben sie damit ohne es zu wollen zwischen den Zeilen gesagt? Nehmen wir ihre Aussagen wörtlich. Der Landtag als Schule. Ein schönes Bild. Der LeHrer steht vorne und sagt den anderen, was zu tun ist, wer artig ist, bekommt ein Fleißbildchen und wer allzu kritische Fragen stellt, kann schon einmal anecken. Übrigens: In der Schule sind Absenzen selbstverständlich zu entschuldigen und bei einer Anwesenheit von weniger als 75 % gibt es keine Versetzung in die nächste Schulstufe. Vielleicht sollten wir den neuen Schultütenträgern nicht nur peinlich genau auf die Wörter sehen, sondern auch ins Absenzenheft. Für eine eventuelle Versetzung in die nächste Legislaturperiode. z
Christian Zelger
Christian Zelger

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