Schutzbauwerke unter der Lupe
Landeshauptmann besucht Baustellen in Trafoi und Pflanzgarten in Prad
Stilfs/Prad - Die Errichtung von Schutzbauten, um die Sicherheit der Bevölkerung vor Hochwasser, Überschwemmungen, Erdrutschen, Murgängen, Steinschlag und Lawinen ständig zu erhöhen: Damit befasst sich die Wildbach- und Lawinenverbauung in der Agentur für Bevölkerungsschutz. Mit dem Direktor der Agentur, Klaus Unterweger, dem Direktor des Funktionsbereichs Wildbachverbauung, Fabio De Polo, sowie dem Direktor des Landesamtes für Wildbach- und Lawinenverbauung West, Peter Egger, hat sich Landeshauptmann und Bevölkerungsschutzlandesrat Arno Kompatscher am 20. August in Trafoi ein Bild vom Stand der Arbeiten an je einem Bauwerk der Wildbach- und Lawinenverbauung verschafft. „Diese Investitionen in Schutzbauten und Sicherungsmaßnahmen sind die Grundvoraussetzung für den Erhalt und die Weiterentwicklung des ländlichen Raums als Wirtschafts- und Lebensraum“, sagte Kompatscher. Bei der Besichtigung dabei waren auch der amtsführende Bürgermeister von Stilfs, Samuel Marseiler, mit der Gemeindereferentin für Trafoi, Karin Wallnöfer, sowie der Bürgermeister von Prad am Stilfserjoch, Rafael Alber.
Schutz der Wallfahrtskirche
Beim jüngsten großen Unwetterereignis am 27. August 2023 waren die Wallfahrtskirche zu den Heiligen Drei Brunnen in Trafoi und die Fußgängerbrücke mit 150.000 bis 200.000 Kubikmetern Material aus dem Bachbett des Eiswandfernerbaches vermurt worden. Zur Verringerung dieser Gefahr hat das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung West unmittelbar nach dem Ereignis verschiedene Baumaßnahmen unter der Leitung von Julius Staffler umgesetzt, die jedoch für ein größeres künftiges Ereignis unzureichend sind. Der Landeshauptmann hat daher vor Ort mit den Vertretungen der Gemeinde und den Technikern diese Geschiebeproblematik und mögliche Schutzmaßnahmen besprochen.
Verbauung der Lawine Steintal
Besichtigt hat die Delegation auch die Baustelle zur Verbauung der Lawine Steintal in Trafoi. Laut Teilgefahrenzonenplan für Trafoi liegen mehrere Gebäude, darunter das Nationalparkhaus Trafoi, in der roten Zone. Die kostengünstigste und am schnellsten durchführbare Verbauungsmöglichkeit nach einem Projekt von Matthias Platzer ist die Errichtung von zwei Lawinenauffangdämmen, die im Ereignisfall rund 70.000 Kubikmeter Lawinenschnee aufhalten können, berichtet Amtsdirektor und Bauleiter Peter Egger. Vorarbeiter Florian Hofer und sein Bautrupp haben im Sommer des vorigen Jahres mit den Arbeiten begonnen.
Laubhölzer für Schutzbauten
Im Pflanzgarten der Agentur für Bevölkerungsschutz in Prad werden heimische Laubhölzer herangezogen und vermehrt, die für Bepflanzungen an den verbauten Bächen, für Hangroste, Hochlagenaufforstungen und Holzkrainerwände in ganz Südtirol notwendig sind. Die Jahresproduktion an Gehölzen beträgt rund 50.000 bis 60.000 Stück. Der Großteil wird im Frühjahr an Baustellen der Wildbachverbauung im ganzen Land verteilt. In der Zeit, während der aufgrund der Vegetationsruhe im Pflanzgarten keine Arbeiten anfallen, führen die 8 Mitarbeitenden des Pflanzgartens mit Vorarbeiter Pirmin Lanthaler Instandhaltungsarbeiten an der Ufervegetation verschiedener Gewässer durch, mähen die Schilfvegetation und durchforsten das Ufergehölz.