Theater mit Tiefgang
Volksbühne Latsch zeigt Komödien-Drama über psychische Gesundheit.
Latsch - „Jedes fünfte Jahr wollen wir ein besonderes Stück spielen, das über die übliche Komödie hinaus geht“, erklärt Valeria Trafoier, die Obfrau der Volksbühne Latsch. Mit „Schimmer zur Glückseligkeit“ wagte man sich an ein Komödien-Drama mit Tiefgang. Für das Stück als Regisseurin gewonnen werden konnte Hanenn Huber. Als ausgebildete professionelle Schauspielerin ist sie unter anderem auf Südtiroler Bühnen zu sehen. Die in Vetzan lebende Grödnerin führt zum ersten Mal im Vinschgau Regie. Ideen zum Stück lehnen sich an einen Roman und Film an, die meisten Szenen sind aber selbst geschrieben und frei interpretiert. „Das Stück ist zum Schmunzeln und regt zum Nachdenken an“, so die Regisseurin. Dabei geht es vor allem um das Stigma psychischer Krankheiten. „Wie geht das Umfeld damit um? Oft gibt es Verschwiegenheit und falsche Unterstützung“, unterstreicht Trafoier. Zuschauerinnen und Zuschauer könnten sich auf irgendeine Art und Weise durchaus im Theater wiederfinden. „Ein Kern des Stücks ist auch, dass jeder auf der Suche nach der absoluten Glückseligkeit ist“, so Huber. Viele würden dann aber den falschen Weg finden bzw. einschlagen.
Parkbank im Grünen
Zum Inhalt: Eine Parkbank im Grünen stellt die Kulisse dar. Die Regisseurin nimmt das Publikum mit an einen Ort der Hoffnung, an dem sich die Wege von Gabe, gespielt von Simon Geiser, und Lilien, gespielt von Valeria Trafoier, kreuzen. Gabe, frisch aus der Psychiatrie entlassen und geplagt von Halluzinationen, will alles tun, um seine Frau Rose zurückzugewinnen. Unterstützt von seiner Familie und von Camille, einer einfühlsamen Psychiaterin, begibt er sich auf die Suche nach seinem Schimmer zur Glückseligkeit. Dabei begegnet er Lilien, einer temperamentvollen jungen Witwe, die ihn mit Akzeptanz und trockenem Humor auf den Boden der Tatsachen zurückholt und ihn dazu bringt, mit ihr an einem Tanzwettbewerb teilzunehmen. Gemeinsam beginnen sie einen Neuanfang in einer Welt, die wenig Verständnis für zerbrochene Seelen hat. Das Stück spielt in einer US-amerikanischen Vorstadt, wobei dies nicht als Hommage an die Vereinigten Staaten zu verstehen ist, sondern mehr auf ironische Weise die Kleinstadtillusion darstellen soll.
Authentisches Stück
Die Hauptrollen haben Simon Geiser und Valeria Trafoier inne, weiters auf der Bühne stehen Sonja Kuppelwieser, Andrea Stolcis, Petra Pedross, Magdalena Tappeiner, Verena Lenz, Jakob Mitterer und Sarah Wenin. Das Stück ist komplett in Hochdeutsch gehalten. Anfängliche Hemmungen aufgrund der Sprache wurden schnell verworfen. Ohnehin wüssten die Schauspielerinnen und Schauspieler zu überzeugen, wie Hanenn Huber betont: „Ich war positiv überrascht, wie schnell sie alles annahmen und mir das Vertrauen gaben.“ Dabei hatten die Darsteller/innen auch durchwegs ihre Freiheiten. „Es ist immer wichtig, dass man auch das Individuelle mitreinnimmt, dann wirkt es authentisch“, so die Regisseurin. Für das Stück wurde intensiv geprobt, bereits im November wurde damit begonnen. Auch Tanzeinheiten wurden einstudiert, hierfür zeichnete Lotte Gamper, Leiterin der Sektion Sporttanzen im ASV Latsch, verantwortlich.
Die Volksbühne Latsch freut sich auf zahlreiche Besucher/innen und lädt zu einem mitfühlenden, aber dennoch humorvollen Stück über psychische Gesundheit, Vorurteile und zwei Menschen ein, die lernen, dass Hoffnung manchmal dort wächst, wo man sie am wenigsten erwartet – auf einer einfachen Parkbank im Grünen.
Die Premiere des Stücks erfolgt am Freitag, 10. April. Weitere Aufführungen finden am 12.04., 16.04., 18.04. und 19.04. statt. Kartenreservierung unter Tel. 334 24 49 120 (telefonisch: 17–21 Uhr, SMS/WhatsApp), unter volksbuehnelatsch@gmail.com oder online über Ticketleo https://reservation.ticketleo.com/event/35156/schimmer-zur-glueckseligkeit-regie-hanenn-huber. Das Stück wird ab 12 Jahren empfohlen.