Die Tür zur Außenstelle ­Schlanders des Landesgerichtes Bozen ist nun gesperrt. Sie wurde am 13. September um 13. 30 Uhr geschlossen.

Tür zum Gericht ist zu

Publiziert in 32 / 2013 - Erschienen am 18. September 2013
Schlanders - Die Gerichts­außenstelle in Schlanders ist seit wenigen Tagen geschlossen. „Jetzt können wir nur noch dafür kämpfen, dass zumindest einige bestimmte Dienstleistungen weiterhin in Schlanders gewährleistet werden“, sagte BM Dieter Pinggera am 11. September dem der Vinschger. Am Tag zuvor hatte er sich zusammen mit dem Kammerabgeordneten Albrecht Plangger und Landesrat Richard Theiner mit der geschäftsführenden Landesgerichtspräsidentin Elisabeth Roilo in Bozen zu einer Aussprache getroffen. „Roilo gab sich unserem Vorschlag gegenüber, die Gerichtsstelle in Schlanders zumindest für bestimmte Dienste aufrecht zu erhalten, zwar recht aufgeschlossen, doch feste Zusagen konnte sie keine geben. Wir müssen jetzt das Anliegen mit der neuen Gerichtspräsidentin Elsa Vesco besprechen, die ihr Amt Mitte Oktober antritt.“ Roilo habe angekündigt, „dass die Mitarbeiter in Schlanders nach dem 13. September vorerst in Bozen werden arbeiten müssen.“ Der Mitarbeiterstab beläuft sich auf insgesamt 6 Personen. Ob der „Plan B“ umgesetzt werden kann, steht vorerst noch in den Sternen. Gemeint ist damit der Erhalt einiger Dienstleistungen in den Bereichen Grundbuch, Vormundschaft, Sachwalterschaft und Sprachgruppenzugehörigkeit. Albrecht Plangger: „Wir denken an eine Art gericht­liche Anlaufstelle für bestimmte Agenden unter der Miteinbeziehung des Friedensgerichtes.“ Schon seit Monaten bemühen sich Plangger, Senator Karl ­Zeller, Landesrat Richard Theiner, Landtagsabgeordneter Sepp ­Noggler, Bezirkspräsident Andreas Tappeiner, Dieter ­Pinggera und SVP-Bezirksobfrau Roselinde Gunsch Koch darum, zu retten was noch zu retten ist. Während es für die Außenstelle Schlanders vorbei ist, bestehen für Bruneck laut Pinggera noch Chancen, für Meran hingegen kaum. Für den Vinschgau wiege das doppelt schwer, denn Bozen ist noch weiter entfernt als Meran. Sollte es trotz allem gelingen, zumindest einige Dienstleistungen zu erhalten, werde sich die Gemeinde Schlanders darum bemühen, das Friedensgericht in die Räume der Gerichtsaußenstelle zu verlegen. Am letzten Arbeitstag am 13. September war die Stimmung in der Gerichtsaußenstelle gelinde gesagt sehr getrübt. Während der letzten Tage vor der Schließung war der Publikumszustrom außerordentlich groß, denn viele wollten noch rasch Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Manche wollten nicht glauben, dass die Tür nun endgültig zugesperrt wird. Bürger, die eine Vormundschaft übernommen hatten, kündigten an, die Vormundschaft niederzulegen. „Man verliert einen Tag, wenn man bis nach Bozen muss“, ärgerten sie sich. Die Akten behängender Gerichtsverfahren sind bereits in Bozen. Wenn die Mitarbeiter mit der Bahn zur Arbeit nach Bozen fahren möchten, müssen sie um 6 Uhr in Schlanders starten. Vielen Bürgern wird wohl erst jetzt so richtig bewusst, was es bedeutet, keine Gerichtsaußenstelle mehr im Tal zu haben. Kanzleileiter Franz Punt wollte sich am letzten Arbeitstag nicht mehr näher zur ganzen Problematik äußern. Er dankte im Namen aller Mitarbeiter allen, die sich für den Erhalt der Außenstelle eingesetzt haben. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
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