Übung und Wissensaustausch am Haidersee
St. Valentin a.d. H. - Ein eingebrochener Schlittschuhläufer oder ein unvorsichtiger Spaziergänger: Eisunfälle sind für Rettungskräfte eine extreme Herausforderung. Kürzlich trafen sich die Feuerwehren von St. Valentin a.d.H., Graun, Reschen und Langtaufers sowie die Wasserrettung Meran zu einer gemeinsamen Übung. Im Mittelpunkt stand das Voneinander-Lernen. Konkret ging es darum, effiziente Techniken zur Eisrettung zu erproben. Unter den aufmerksamen Augen von Vertretern des Bezirksfeuerwehrverbandes Obervinschgau verwandelte sich der See in ein lebendiges Klassenzimmer für moderne Rettungstaktiken. Das Besondere an der Übung war der gegenseitige Wissenstransfer. Die Spezialisten der Wasserrettung Meran erklärten ihre professionellen Herangehensweisen und Ausrüstungen für Fließ- und Stillgewässer. Im Gegenzug präsentierten die Feuerwehren ihre bewährten Methoden. Die verschiedenen Ansätze ergänzten sich perfekt und fügten sich zu einem schlagkräftigen Gesamtkonzept zusammen. Um den Ernstfall so echt wie möglich zu üben, stellten sich einige Wehrleute als „Opfer“ zur Verfügung. Gesichert und in speziellen Schutzanzügen simulierten sie den Einbruch im Eis. Die Kameraden retteten sie mit einer Vielzahl an Techniken: Leitern dienten zur Gewichtsverteilung auf der brüchigen Oberfläche; Seiltechniken sicherten sowohl Opfer als auch Retter vor dem Abtreiben oder Versinken; Rettungsboote wurden eingesetzt, um auch entlegenere Einbruchstellen sicher zu erreichen. Die Abordnung des Bezirksfeuerwehrverbandes zeigte sich beeindruckt von der reibungslosen Zusammenarbeit. Das positive Fazit: Die Kombination aus der technischen Ausrüstung der Feuerwehren und der fachspezifischen Expertise der Wasserrettung Meran bildet ein Sicherheitsnetz, das im Ernstfall lebenswichtig ist. „Es war ein Geben und Nehmen“, stimmten die Beteiligten überein. Nur durch das gemeinsame Üben und den offenen Austausch entstehe jene Routine, die auf dem Eis über Leben und Tod entscheidet.