Erstmals trat der Gemeinderat von Latsch im Bildungshaus Schloss Goldrain zu einer Sitzung zusammen.

Was den Goldrainern unter den Nägeln brennt

Publiziert in 39 / 2014 - Erschienen am 5. November 2014
Gemeinderatssitzung im Schloss. Klagen über Verkehrsbelastung. Vereinshaus Schießstand wohin? Goldrain - Dass am Abend des 31. Oktober im Rittersaal des Bildungshauses Schloss Goldrain die Lichter brannten, hatte nichts mit Halloween zu tun. Es war der Gemeinderat von Latsch, der sich zu einer Sitzung in der Fraktion ­Goldrain eingefunden hatte. Goldrain bildete den Auftakt von Ratssitzungen, die in Zukunft in allen Fraktionen stattfinden sollen. „Wir wollen damit den Fraktionen die Arbeit der gewählten Gemeindevertreter näher bringen. Wir wollen Vorschläge und Anregungen einholen und in Erfahrung bringen, wo der Schuh drückt“, sagte Bürgermeister Helmut Fischer vor rund zwei Dutzend Zuhörerinnen und Zuhörern. Er hatte die Aktion „Gemeinde trifft Fraktionen“ bereits unmittelbar nach den Wahlen im März 2014 angekündigt. Im Anschluss an die Abwicklung weniger Tagesordnungspunkte stellte die Bildungshaus-Direktorin Claudia Santer das Schloss als das Bildungs- und Kulturzentrum schlechthin der Vinschgerinnen und Vinschger vor. Ziel sei es nach wie vor, Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen zu bestmöglichen Bedingungen anzubieten. Um dies zu erreichen, setze man auf Qualität, Atmosphäre und Offenheit. Schloss Goldrain gehöre landesweit zu den 5 besten Bildungseinrichtungen, in punkto Qualitätssicherung liege es sogar auf Platz zwei. „Unser Dorf...unsere Zukunft“ Unter diesem Motto berichtete der für Goldrain zuständige Gemeindereferent Robert Zagler, der den zweiten Sitzungsteil zusammen mit den zwei weiteren Goldrainer Ratsmitgliedern Christian Fasolt und Stephan Bauer leitete, über bisherige und geplante Vorhaben. Erfreulich sei, dass Goldrain mit seinen derzeit 1.033 Einwohnern die Fraktion mit dem stärksten Zuwachs sei. „Wir konnten heuer eine neue, schöne und geräumige Schule beziehen“, so Zagler. In absehbarer Zeit ausschreiben werde die Gemeinde die Friedhofserweiterung. Dieses Vorhaben werde ca. 620.000 Euro kosten. Das Land habe eine Förderung von 300.000 Euro zugesichert. Dringender Handlungsbedarf sei beim Vereinshaus Schießstand gegeben. Es sei zu Wassereinbrüchen gekommen. Zagler sowie auch der Bürgermeister hoffen, dass die Fraktion verstärkt tätig wird. Die Gemeinde habe bereits beschlossen, das Gebäude übernehmen zu wollen, doch derzeit fehle noch immer ein Teilungsplan, den die Fraktion vorzulegen habe. Auch bezüglich der „Milchhalle“ am Platzl sei laut Zagler zunächst die Eigentumsfrage mit der Fraktion zu klären. Stephan Bauer informierte über die Erweiterungszone „Gsaler“ und die dabei geplanten Lärmschutzmaßnahmen. Problem Verkehr Bei der Diskussion wurde über Probleme infolge des teils starken Verkehrsaufkommens im Bereich des Platzls bzw. auch in der Schlossstraße sowie im Schulbereich geklagt. Die Situation sei vor allem unmittelbar vor Schulbeginn kritisch. Es gebe nach wie vor einen beträchtlichen Anteil von Durchzugsverkehr. Zur Forderung, mehr Kontrollen einzuführen, meinte der Bürgermeister: „Wenn man nach mehr Kontrollen ruft, muss dann auch bereit ein, mit den Konsequenzen zu leben.“ Laut Robert Zagler muss man beide Seiten der Medaille sehen: „Wenn wir den Verkehr vollständig aussperren, leidet darunter auch die Wirtschaft.“ Zur Eindämmung der Gefahren für die Schulkinder wurde ein Schülerlotse vorgeschlagen. Mehrere Verwalter begrüßten diesen Vorschlag, betonten aber gleichzeitig, dass es dafür bereitwillige Personen braucht. Im Hauptort sei man schon seit einiger Zeit vergeblich auf der Suche nach Schülerlotsen. Angeregt wurde bei der Diskussion auch der Bau eines Fußgängerdurchganges parallel zum sogenannten „Durchlass“. Auch über die langfristige Entwicklung des Dorfes sollte man sich Gedanken machen. Einen richtigen Dorfkern gebe es in der „Streusiedlung“ Goldrain nicht. Die Kirche steht ebenso außerhalb wie das Vereinshaus.  Vandalenakte am Bahnhof Große Probleme bereiten der Gemeindeverwaltung von Latsch vermehrte Vandalenakte am Bahnhof in Goldrain. Laut Robert Zagler wurden jüngsthin immer wieder Scheiben eingeschlagen. Sogar die Tür zur Toilette wurde kürzlich eingetreten (siehe Bild). Für die Reparatur der Schäden müsse die Gemeinde aufkommen, sprich der Steuerzahler. Zu den mutwilligen Zerstörungen sei es trotz der Videoüberwachung gekommen. Zagler rief die Bevölkerung auf, Vandalenakte bei den Polizeikräften zu melden. Um übrigens den Zugang zum Bahnhof zu erleichtern, soll das derzeitige Kiesbeet vor dem Bahnhofgebäude gepflastert werden. Wird Sepp Kofler „Viva:Latsch“-Präsident? Nach dem Rücktritt von ­Hannes Gamper als Präsident der ­„Viva:Latsch“ zeichnet sich nun mit Sepp Kofler, Gemeinderatsmitglied der Freiheitlichen, ein neuer Präsident ab. „Ich habe bereits ein Gespräch mit Sepp Kofler geführt. Die Nachbesetzung des Präsidenten wird auf der Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung aufscheinen“, kündigte Bürgermeister Helmut Fischer bei der Ratssitzung in Goldrain an. Vizebürgermeisterin Sonja Platzer teilte mit, dass Anneliese Aufderklamm nur dann für diese Aufgabe bereit stünde, falls sich kein Mitglied des Gemeinderates zur Verfügung stelle. Kofler hat offensichtlich Interesse, dieses Amt zu übernehmen. sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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