Wohin mit der Bibliothek?
Angeregte Diskussion im Gemeinderat von Kastelbell-Tschars.
Kastelbell - Eine der drängendsten Fragen bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates von Kastelbell-Tschars betraf den Standort der Bibliothek in Kastelbell. Konkret ging es um den Ankauf der oberen zwei Stockwerke im Gebäude der Raiffeisenkasse Untervinschgau in Kastelbell. Die Diskussion begann mit der neuen KiTa, die aus logistischen Gründen in den Räumen der Bibliothek untergebracht wurde. Somit musste die Bibliothek auf das ehemalige Schuhgeschäft Raffeiner am Dorfplatz ausweichen. Dass dies nur ein Provisorium darstellt, war von Anfang an klar. Obwohl der Standort viele Vorteile bietet und von vielen Benutzerinnen und Benutzern der Bibliothek immer wieder als positiv unterstrichen wird, reicht dort der Platz nicht aus. Als die Raiffeisenkasse der Gemeinde eine mögliche Abtretung der oberen Stockwerke vorschlug, dachte man anfangs, dass die Lösung gefunden sei. Bei näheren Betrachtungen stellten sich jedoch einige Schwierigkeiten heraus, vor allem, was die Statik betraf. Dies berichtete Bürgermeister Gustav Tappeiner am 29. Juli dem Gemeinderat und den zahlreich anwesenden Bürger/innen. „Für die Statik ist bereits eine Lösung gefunden“, sagte er, „dennoch werden einige Anpassungen für die Bedürfnisse einer Bibliothek notwendig sein“. Einige Räte unterstrichen bei der Diskussion, dass der Ankauf der Stockwerke schon aus strategischen Gründen sinnvoll sei. Die Lage sei sehr gut und man könne sich ja auch vorstellen, dass andere Dienstleistungen hier ihr Zuhause finden könnten. Wie zum Beispiel begleitetes Wohnen für die ältere Generation, so der Vorschlag von Reinhard Kaserer. Die neue Gemeinderätin des Freien Bündnisses, Manuela Gerstgrasser, merkte hingegen an, dass die Auflagen für eine Bibliothek und auch für betreutes Wohnen in dieser Immobilie schwer bis gar nicht umsetzbar seien. Einige Bürgerinnen, welche auch anwesend waren, haben sich nun zur „Initiativgruppe
Bibliothek“ zusammengeschlossen, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Bibliothek eine wichtige Struktur für die Gemeinde ist, und man diese Entscheidung nicht übereilt treffen soll. Die Bürgerinnen und Bürger möchten hierzu mitreden. Es gab mehrere Vorschläge, die in ihrer Umsetzung zu prüfen seien. Einer der Vorschläge: Die Bibliothek künftig in die neu geplante Anlage „Mondschein“ zu integrieren. Dies wäre immer noch im Zentrum des Dorfes, für alle zugänglich, schneller umsetzbar und vor allem kostengünstiger. Die zuständige Referentin Christina Hanni Bernhart kündigte an, alle Gremien bei der Entscheidung mit einzubeziehen. „Es hat keinen Sinn, die neueste Bibliothek hinzustellen, wenn die Menschen, die es betrifft, damit nicht zufrieden sind. Es werden deswegen alle angehört und alles gut durchdacht“, so Hanni Bernhart. Weiters wurde bei der Gemeinderatsitzung der Klimaplan genehmigt. Er war während der früheren Verwaltungsperiode ausgearbeitet worden. Der Klimaplan beinhaltet Maßnahmen zur Senkung des Co2-Ausstoßes der Gemeinde, wie zum Beispiel den Umstieg auf LED-Beleuchtung oder die Planung von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden. Der Seniorenbeirat wurde ebenfalls neu eingesetzt, wie auch der Gestaltungsbeirat, der bei Fragen zu größeren Bauprojekten in der Gemeinde zu Rate gezogen werden kann. Besonders wichtig ist der Gestaltungsbeirat, weil in diesem Gremium Personen sitzen, welche die Gegebenheiten vor Ort wirklich kennen und somit konkrete Vorschläge ausarbeiten können.