Prad im Zeichen der Zussln
Prad - Es hat Tradition: das Zussl-rennen am Unsinnigen Donnerstag in Prad. Alljährlich kleiden sich junge Burschen in weiße, mit bunten Papierblumen geschmückte Gewänder. Um den Bauch geschnallt tragen sie große, oftmals über 20 Kilogramm schwere Kuhschellen. Beim Zusslrennen handelt es sich um einen alten Brauch zur Winteraustreibung, der in dieser Form nur in Prad stattfindet. Die Zussln werden von sechs „Schimmeln“ begleitet – als weiße Pferde verkleidete Burschen. Angetrieben wird das Gespann vom Fuhrmann mit seiner Goaßl. Dem Fuhrmann folgt der Sämann, der anstelle von Korn Sägespäne in die Menge wirft. Danach schreiten Bauer und Bäuerin, Knecht und Dirn einher sowie schließlich ein ganz in Lumpen gehülltes, ausgelassenes Paar: der „Zoch“ und die „Pfott“.
Exzesse blieben aus
Das Zusslrennen verlief heuer größtenteils reibungslos und ohne größere Vorkommnisse. Zahlreiche Menschen feierten laut, aber friedlich. Die „Exzesse“, zu denen es im vergangenen Jahr teilweise gekommen war – mehrere junge Menschen mussten aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums medizinisch versorgt werden –, blieben heuer aus. Dies bestätigte auch Bürgermeister Rafael Alber gegenüber dem
der Vinschger. Die Maßnahmen der Gemeinde hätten gefruchtet. Im gesamten Veranstaltungsbereich sowie in einem Umkreis von 500 Metern rund um das Veranstaltungsgelände durften Getränke ausschließlich vom Lizenzinhaber und den genehmigten Barbetrieben ausgeschenkt werden. Zudem war das Mitführen und Konsumieren eigener alkoholischer Getränke verboten. Bei Verstößen wurden die Getränke abgenommen. Neben den Ordnungskräften setzte man bei den Kontrollen auch auf einen privaten Sicherheitsdienst.