Trauer um Architekt Karl Spitaler

Publiziert in 8 / 2006 - Erschienen am 20. April 2006
Nicht nur im Vinschgau, sondern weit über das Tal hinaus hat die Nachricht vom Tod des Architekten Karl Spitaler aus Schlanders Betroffenheit ausgelöst. Der bekannte Architekt, der in Schlanders und in Bozen tätig war, ist am Ostersonntag in seinem 55. Lebensjahr an einer schweren Krankheit gestorben. Er wird am 20. April in Schlanders beerdigt. Karl Spitaler studierte von 1971 bis 1977 an der Universtität Innsbruck bis zum Diplom (Staatsprüfung: Institut für Baukunst Prof. Dr. J. Daum). Er studierte 1977 auch an der Universität Venedig bei Prof. Arch. Dott. Carlo Aymonino (Staatsdiplom). Von 1986 bis 1988 war er Vorstandsmitglied der SIAV (Südtiroler Ingenieur- und Architektenkammer), von 1991 bis 1992 Lehrbeauftragter an der TU Innsbruck. Während der Verwaltungsperiode 1990-1995 war er auch politisch tätigt, und zwar als Mitglied des Schlanderser Gemeinderates. Seit 1995 war er Abnahmeprüfer öffentlicher Arbeiten für Hoch- und Monumentalbauten und seit 1996 Sicherheitskoordinator. Karl Spitaler war weiters Referent bei verschiedenen Seminaren (ETH Zürich, Universität Trient, Politecnico Mailand, usw.). Seit 2003 war er Lehrbeauftragter an der TU Wien und seit 2005 Referent bei verschiedenen Seminaren an der Universität Aquila. Auch eine Vielzahl von Publikationen hat er herausgebracht, eine davon ist das Werk „Architektur erzählt - Architettura narrativa“ (2001; Haymon Verlag). Karl Spitaler galt als ein schöpferischer Planer und Architekt, dessen Werke vielfach zu Diskussionen Anlass gaben. Sein Schaffensspektrum reichte von einzelnen Möbelstücken bis hin zum Bau von Wohnanlagen, öffentlichen Gebäuden und zur Restaurierung alter Bausubstanz. Seine Handschrift tragen unter anderem das Freizeitzentrum in Martell, das Nationalparkhaus „culturamartell“, Schloss Juval, private Wohnanlagen im ganzen Land, die Musikschule Naturns und viele weitere Bauten mehr. Auch mit der Sanierung von Bahnhofsgebäuden im Vinschgau befasste er sich sowie mit Restaurierungsarbeiten im Kloster St. Johann in Müstair. Mit dem Tod von Karl Spitaler ist der Vinschgau um ein „schöpferisches Original“ ärmer geworden.

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