Die Ehrengäste: v.r. Elternvertreterin Sabina Schmidt, Dorothea Staffler, (Pädagogischen Abteilung), Lehrerin Fulvia Basci, Landesbäuerin Antonia Egger, Direktorin Heidi Niederkofler, Christine Gasser (Deutsche Bildungsdirektion), Bäuerin Brigitte Zöschg, Lehrerin Klara Plunger, Verena Niederkofler und Hanna Klammer (SBO-Landessekretariat)

Bäuerinnen vermitteln Lebenskompetenzen

Begeisterte Kinderaugen, flinke Hände, aufgeregte Kinderstimmen: Die Schüler der 1. MB Mittelschulklasse Albert Schweitzer in Bozen ließen sich bei der Abschlussveranstaltung des Projektes „Mit Bäuerinnen wertvolle Lebensmittelerleben“ beim Kochen nicht stören. Sie zeigten, was sie von der Brotzeitbäuerin Brigitte Zöschg gelernt haben.

- „Unser Ziel ist es, dass die Kinder lernen, selbst anzupacken und zu erfahren wieviel Spaß es macht mit Lebensmittel zu kochen und vor allem wie wertvoll sie sind“, sagte Landesbäuerin Antonia Egger bei der gestrigen Pressekonferenz in der Mittelschule Albert Schweitzer. Es geht um Regionalität, Saisonalität, Hand- und Hausgemachtes, Lebensmittelverschwendung, Stärkung des Umweltbewusstseins, Nachhaltigkeit und auch Gesundheit: All diese Themen werden mit den Schülern im Rahmen des Schulprojektes „Mit Bäuerinnen wertvolle Lebensmittel erleben“ angesprochen, und dieser Focus auf die Werte- und Gesundheitsvermittlung macht das Projekt wertvoll.

Bereits seit fünf Jahren bietet die Südtiroler Bäuerinnenorganisation gemeinsam mit der Pädagogischen Abteilung der deutschen Bildungsdirektion das Schulprojekt in den Grundschulen an, heuer auch an zwei italienischen Grundschulen und einer ladinischen Mittelschule, denn seit kurzem wird das Projekt auch an den Mittelschulen angeboten. So auch an der Mittelschule Albert Schweitzer in Bozen. Direktorin Heidi Niederkofler spricht von einem 360-gradigen Projekt: „Es geht um Ernährung, um sensibles Einkaufen, um regionale und gesunde Produkte, aber auch darum wie man Menschen verwöhnen kann, indem ich etwas Gutes koche. Die Schüler erwerben lebenspraktische Kompetenzen.“

An drei Vormittagen kochte Brotzeitbäuerin Brigitte Zöschg mit den Schülern vitale Gerichte und Jausen aus regionalen Produkten: „Wenn die Kinder selbst Hand anlegen empfinden sie für die Lebensmittel einen ganz anderen Wert. Sie lernen, wieviel Arbeit dahintersteckt und das wertvolle Brot landet dann auch nicht in der Mülltonne.“ Die Schülerin Ellen Schönegger spricht mit Begeisterung über die supertollen, gesunden Lebensmittel: „Die Bäuerin hat uns den Unterschied zwischen Vollkorn- und Weizenmehl erklärt. Ich habe zu Hause schon den Müsliriegel selbst gemacht. Man kann das Rezept auch abändern, z.B. die Rosinen weglassen, wenn sie einem nicht schmecken!“

Dass Lernen mit allen Sinnen ist einfach nachhaltig. Davon ist Dorothea Staffler, Gesundheitsförderin an der pädagogischen Abteilung und Koordinatorin des Projektes überzeugt: „Alle sind begeistert: Die Kinder, die zu Haus mit Freude die Gerichte nachkochen, die engagierten Lehrer, die Bäuerinnen, die mit Leidenschaft ihr Wissen weitergeben und die Eltern, von denen ich sehr positive Rückmeldungen erhalte.“ Und noch etwas fördert dieses Projekt: den Gemeinschaftssinn, denn Essen und Zubereiten von Speisen ist etwas grundlegend Soziales.

Von einer gelungenen Zusammenarbeit, das Früchte trägt, spricht auch Christine Gasser von der Deutschen Bildungsdirektion: „Ein gutes Projekt kann nur gemeinsam gelingen, da braucht es ein gutes Netzwerk, da fließen unterschiedliche Fähigkeiten undKompetenzen zusammen. Und bei diesem Projekt geht es um viele Themen: Lebenskompetenzen, fairer Handel, Bewusstseinsbildung und Praxis. Ein Projekt, das unterstützenswert ist.“

Von einem nachhaltigen Projekt spricht auch Elternvertreterin Sabina Schmidt: „Mein Sohn war sehr begeistert, er hat sogar schon für uns daheim die Dinkelbrötchen mit Haferflockenbratlinge nachgekocht, ganz alleine. Das ist schon besonders toll, wenn die Kinder das in der Schule lernen.“

Seit Beginn des Projektes vor fünf Jahren nahmen am Projekt insgesamt ca. 1.280 Schüler und Schülerinnen teil, heuer knapp 390. Eine Zahl auf die Landesbäuerin Egger stolz ist: „Ein Zeichen dafür, dass unser Projekt Mit Bäuerinnen wertvolle Lebensmittel erleben gefragt ist!“

Südtiroler Bäuerinnenorganisation

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