Engagiertes Personal belohnen
Flexibilisierung im Bildungssystem dringend erforderlich
- Die Allianz für Familie hat sich mit Landesrätin Magdalena Amhof und Landesrat Philipp Achammer getroffen. Im Zentrum der Diskussion stand die Frage, ob die derzeit geführten Debatten über Gehaltserhöhungen auch zu konkreten Verbesserungen und Entlastungen für Familien führen. Aus Sicht der Familienorganisationen wird dem dringend nötigen qualitätsvollen Ausbau der Bildungs- und Betreuungsangebote zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Maßnahmen zur Angebotserweiterung – etwa im Sommer oder am Nachmittag – werden derzeit vielfach auf private Träger ausgelagert. Dort arbeiten Mitarbeiterinnen unter wesentlich schlechteren arbeitsrechtlichen Voraussetzungen, was die Personalsuche erheblich erschwert. Dieses Modell stößt daher zunehmend an seine Grenzen. „Gerade weil die Situationen immer komplexer werden und Familien zunehmend unterschiedliche erzieherische und soziale Voraussetzungen mitbringen, ist ein solides Bildungssystem zentral, das auf Augenhöhe mit privaten Angeboten zusammenarbeitet. Nur durch einen gemeinsamen, engagierten Einsatz des öffentlichen und privaten Personals kann dem fortschreitenden Phänomen der Bildungsarmut entgegengewirkt werden”, sagt Christa Ladurner. „Jetzt ist es Zeit für eine Abkehr von alten Mustern und eine Neuausrichtung des gesamten Systems. ” Internationale und regionale Beispiele zeigen, dass solche Modelle erfolgreich umsetzbar sind. Die Allianz für Familie fordert daher, dass in Synergie an neuen Modellen gearbeitet wird. Ein erster Schritt wäre, im Zuge der laufenden Gehaltsverhandlungen klare Rahmenbedingungen zu schaffen, die mehr Leistung im öffentlichen Bildungssystem vorsehen. Wer im Bildungssystem zusätzliche oder neue Aufgaben übernimmt, muss entsprechend zusätzlich vergütet werden. Grundsätzlich braucht es eine Ausweitung der Kindergartenzeiten in den Sommer hinein. Dafür sind entsprechende finanzielle Mittel bereitzustellen und die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Einen weiteren möglichen Handlungsspielraum sieht die Allianz für Familie etwa im turnusmäßigen Einsatz von Lehrpersonen bei der Mensabetreuung. „Es gibt viel motiviertes und engagiertes Bildungspersonal, das für eine Weiterentwicklung bereit wäre, wenn die entsprechenden Grundlagen geschaffen werden”, sagt Doris Albenberger von der Allianz für Familie. Die Landesregierung ist aufgefordert, gezielt in ein flexibles, qualitativ hochwertiges und familienfreundliches Bildungssystem zu investieren. Dafür ist es höchste Zeit.
Allianz für Familie