Starkregen: Wie sich Südtirols Haushalte besser schützen können

Starkregen trifft Südtirol immer häufiger und heftiger. Wer rechtzeitig vorsorgt, kann Kellerfluten, Kurzschlüsse und teure Gebäudeschäden verhindern.

- Heftige Regenfälle, überflutete Keller und beschädigte Gebäude: Extreme Wetterereignisse nehmen auch in Südtirol immer häufiger zu. Eine der größten Gefahren dabei ist Starkregen. Binnen weniger Minuten kann eine große Regenmenge Straßen und Keller überfluten – selbst dort, wo kein Fluss in der Nähe ist.

 Extremwetter nimmt zu – auch in den Alpen

Klimaforscher beobachten seit Jahren eine Zunahme an intensiven Niederschlagsereignissen. „Solche lokalen Unwetter sind nicht mehr nur Ausnahmefälle“, warnen Expert:innen. Besonders gefährdet sind dicht bebaute Gebiete mit vielen versiegelten Flächen, auf denen das Wasser nicht versickern kann. Auch Hanglagen sind problematisch, da hier Wasser rasch abfließt und Muren auslösen kann.

Risiken für Wohngebäude

Starkregen kann auf vielfältige Weise Schäden verursachen:

  • Überlastete Dachrinnen und Straßenkanäle, aus denen Wasser zurück in Höfe oder Keller läuft.
  • Überlaufende Drainagen und Gullis, die Wasser in den Kellerabgang oder Lichtschacht drücken.
  • Kurzschlüsse durch überflutete Außensteckdosen oder Technikräume.
  • Wasser, das durch Terrassen- oder Eingangstüren eindringt.
  • Überlaufende Bäche die angrenzende Grundstücke fluten. 

Bauliche Vorsorge ist der beste Schutz

„Viele Schäden ließen sich vermeiden, wenn frühzeitig bauliche Maßnahmen getroffen würden“, erklärt Christine Romen, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Südtirol. Schon einfache bauliche Anpassungen können helfen, Wasser gezielt vom Haus fernzuhalten und Folgeschäden zu verhindern:

  • Gefälle vom Haus weg planen, damit Wasser nicht Richtung Gebäude fließt.
  • Rückschlagklappen installieren, um Rückstau aus der Kanalisation zu verhindern.
  • Abdichtungen und Erhöhungen an der Grundstücksgrenze sowie bei Eingängen, Lichtschächten und Haustechnikräumen anbringen.
  • Umleitung des Regenwassers mit Rohren, um Niederschlagswasser gezielt von gefährdeten Bereichen wegzuleiten.
  • Außensteckdosen und Anschlüsse höher anbringen, um Kurzschlüsse zu vermeiden.
  • Wartungsfreundliche und zugängliche Schutzsysteme einplanen.
  • Versickerungsflächen schaffen, etwa durch Rasengittersteine, Grünflächen oder begrünte Dächer.

Vorsicht Rückstau

Bei Starkregen kann Abwasser aus der Kanalisation in tieferliegende Räume wie Keller oder Waschküchen gedrückt werden. Eine funktionierende Rückstausicherung ist hier unerlässlich.

Was tun, wenn das Wasser kommt?

Ist das Wasser bereits im Anmarsch, helfen kurzfristige Schutzmaßnahmen:

  • Sandsäcke oder Barrieren an Türen und Kellerabgängen
  • Abflussöffnungen, Bodenabläufe und Toiletten in tieferliegenden Räumen abdichten oder abdecken, um das Eindringen von Abwasser aus der Kanalisation zu verhindern
  • Wertgegenstände erhöht lagern (mindestens 20 cm über dem Boden)
  • Wasserdichte Behälter für wichtige Dokumente oder Erinnerungsstücke

Information und Warnung

In Südtirol informiert die Landeswarnzentrale täglich im Warnlagebericht über die aktuelle Gefahrenlage bei Starkregen, Hochwasser oder Muren. Bei akuter Gefahr erfolgt die Alarmierung über das Bevölkerungsalarmierungssystem (BAS) mit Sirenensignal sowie über Radio und Fernseher. Aktuelle Warnungen sind online auf der Website der Autonomen Provinz Bozen abrufbar:

https://warnungen.provinz.bz.it/de/reports/risk-potential/ma

Verbraucherzentrale Südtirol

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