Viele offene Baustellen beim Pflegegeld

Der Betrag für die 1. Pflegestufe wird von € 587,50 auf € 599 erhöht. Die Beträge für alle anderen Pflegestufen bleiben gleich. Im Jahr 2025 wurden in Südtirol insgesamt 7.421 Gesuche zur Pflegeeinstufung eingereicht, 3.374 davon sind bis heute offen. Das geht aus einer Landtagsanfrage des Team-K hervor. Rund 70 % der über 15.000 pflegebedürftigen Menschen werden im häuslichen Umfeld betreut und gepflegt – überwiegend durch Ang

- Viele Betroffene müssen monatelang, in einzelnen Fällen sogar bis zu elf Monate, auf eine Pflegeeinstufung und damit auf das Pflegegeld warten. In dieser Zeit erhalten sie keinerlei finanzielle Unterstützung, obwohl der Pflegebedarf längst gegeben ist. Für die betroffenen Familien bedeutet diese Verzögerung eine enorme Belastung: Die Pflege muss über Monate hinweg vollständig selbst organisiert und finanziert werden – zusätzlich zu Beruf und eigenen familiären Verpflichtungen. Zwar hat die Landesregierung kürzlich das Pflegegeld der 1. Pflegestufe von 587,50 Euro auf 599,00 Euro erhöht, also um 11,50 Euro, alle anderen Pflegestufen werden nicht angepasst. Für  die Team-K-Abgeordnete Maria Elisabeth Rieder greift diese Maßnahme jedoch zu kurz: „Eine minimale Erhöhung des Pflegegeldes der 1. Pflegestufe, während in allen anderen Pflegestufen der Betrag seit über 10 Jahren nicht der Inflation angepasst wurde und dazu noch die extrem langen Wartezeiten auf die Pflegeeinstufung. Aus Rückmeldungen pflegender Angehöriger hören wir sogar von Wartezeiten bis zu elf Monaten, bis das Pflegegeld tatsächlich ausbezahlt wird. Das ist für Betroffene und ihre Familien eine unzumutbare Situation.” Die Belastung der Familien verschärft sich zusätzlich durch deutlich gestiegene Kosten für Haushaltshilfen und Betreuungspersonal. Auch dort, wo "Badanti" eingesetzt werden, ist die Versorgung keineswegs vollständig abgedeckt: Ruhestunden, freie Tage, Nachtzeiten oder kurzfristige Ausfälle müssen nahezu immer von den Angehörigen übernommen werden. „Pflegende Angehörige tragen eine enorme Verantwortung – oft rund um die Uhr. Ohne sie würde das gesamte Pflegesystem kollabieren“, unterstreicht die Team K Abgeordnete. Sie erinnert zudem an die Ankündigungen von Soziallandesrätin Pamer im Rahmen einer Pressekonferenz im September 2025. Damals wurden Maßnahmen zur Verkürzung der Wartezeiten präsentiert, darunter eine Erhöhung der Anzahl der Einstufungsteams sowie eine automatische Pflegeeinstufung bei Demenzkranken. Bis heute fehlt jedoch die Umsetzung. Maria Elisabeth Rieder hatte bereits damals den Einsatz sogenannter Notfallteams gefordert, um die tausenden offenen Gesuche rasch abzuarbeiten. Dieser Vorschlag wurde von der Mehrheit im Landtag abgelehnt. “Derzeit sind landesweit 17 Einstufungsteams im Einsatz und wie aus einer weiteren Antwort auf die Anfrage hervorgeht, können im Zeitraum Jänner bis April dieses Jahres lediglich drei zusätzliche Krankenpflegekräfte und eine Sozialfachkraft aufgenommen werden. Angesichts der 3.374 offenen Gesuche völlig unzureichend, so lässt sich der Rückstau sicher nicht abbauen. Wir brauchen jetzt diese zusätzlichen Notfallteams, um den Rückstau endlich abzubauen. Zudem warten wir weiterhin auf die automatische Pflegeeinstufung bei Demenzerkrankungen über die Memory-Kliniken, obwohl auch diese Maßnahme längst angekündigt war. Sie würde doppelte Erhebungen vermeiden, bürokratische Abläufe vereinfachen und Betroffene deutlich schneller entlasten. Bei einer bestätigten Demenzerkrankung ist der Pflegebedarf evident. Hier braucht es eine unbürokratische, automatische Lösung“, fordert Maria Elisabeth Rieder. Abschließend hält sie fest: „Wir sprechen immer davon, dass Pflege zu Hause das Rückgrat unseres Systems ist. Wer aber dieses System erhalten will, muss auch Verlässlichkeit bieten – und das beginnt mit einer raschen Pflegeeinstufung und der Umsetzung längst angekündigter Maßnahmen.“

Team K



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