Jürgen Pircher kann sich trotz allem über eine gute Saison freuen.

„Wir sind gerüstet“ 

Eisfix-Präsident Jürgen Pircher über die abgebrochene Saison und die Zukunft. 

Publiziert in 16/17 / 2020 - Erschienen am 7. Mai 2020

LATSCH - Alles lief nach Plan. Der AHC Vinschgau Eisfix beendete die reguläre Saison in der IHL (Italian Hockey League) Division 1 im Kreis „Ost“ auf dem starken 2. Tabellenplatz. Nur Favorit Toblach war besser. Die Vinschger spielten über weite Strecken der Saison überzeugend. Auch im Playoff-Viertelfinale konnte sich das Team von Trainer Tomas Demel durchsetzen. Daheim wurden die Aosta Gladiators mit 7:2 besiegt, auswärts machten die Eisfix mit einem 4:1-Sieg alles klar. Der Halbfinalgegner hätte Chiavenna oder Pieve di Cadore geheißen, diese „Best-of-Three“-Serie war bei Abbruch der Saison noch nicht beendet. Das Fazit von Eisfix-Präsident Jürgen Pircher fällt dennoch positiv aus. Der Blick richtet sich bereits nach vorne.

der Vinschger: Was wäre möglich gewesen? 

Jürgen Pircher: Möglich ist immer alles. Fakt ist, wir haben bis zum Schluss eine starke Saison gespielt. Auch im Halbfinale hätten wir alle Chancen gehabt. Das Finale wäre drin gewesen. Dann wäre es wahrscheinlich zum Südtiroler Duell gegen den großen Favoriten und den Tabellenführer der regulären Saison Toblach gekommen. Dass wir mit Toblach mithalten können und sie auch besiegen können, haben wir in der Hinrunde der Meisterschaft bereits gesehen (Anmerkung der Redaktion: Die Eisfix haben das erste Spiel der Meisterschaft Ende September mit 4:1 in Toblach gewonnen). 

Wie haben Sie den Saisonabbruch erlebt? 

Es war die einzig richtige Entscheidung. In unserer Liga hat es etwas länger gedauert, bis die Saison definitiv für beendet erklärt worden ist, erst wurden Spiele abgesagt und verschoben. Bereits mit Anfang März mussten aufgrund der Maßnahmen der italienischen Regierung sämtliche Tätigkeiten vorerst eingestellt werden, auch Training und dergleichen. Wir haben dabei von der Viva:Latsch, der gemeindeeigenen Einrichtung, welche unter anderem die Eishalle verwaltet, stets Unterstützung erhalten. Die Eisproduktion wurde aufrechterhalten. Hierfür möchte ich mich bedanken. Am 11. März, noch vor Liga-Absage des Verbandes, haben wir uns dazu entschlossen, den Spielbetrieb einzustellen, um sinnlose Kosten zu vermeiden und der Ungewissheit ein Ende zu setzen. Nur wenige Tage danach kam auch das offizielle Liga-Ende. 

Wie geht es weiter? 

Wir sind gerüstet für den Neustart. Die Situation ist aber schwierig, keine Frage. Es herrscht nach wie vor viel Ungewissheit. Wir hoffen bald mit dem Trockentraining in kleinen Gruppen starten zu können. Zuletzt trainierten unsere Spieler aller Altersklassen daheim, mittels Videokonferenzen blieb der Trainer mit ihnen in Kontakt. Wenn alles gut geht, könnte das Eistraining mit Mitte August wieder beginnen. 

Gibt es bereits einen Plan für die neue Saison? 

Bis zum 15. Juni laufen die Einschreibungen. Wir werden sicher wieder mit dabei sein. Noch weiß man nicht wie viele und welche Vereine in der IHL Division 1 an den Start gehen. Es hängt auch vieles von den höheren Ligen ab. Wir wollen jedenfalls bereit sein und die Mannschaft zusammenhalten. Dann werden wir auch wettbewerbsfähig sein und wieder um den Titel mitspielen können. 

Steht die Finanzierung? 

Es ist schwierig. Hierbei werden alle auf eine harte Probe gestellt. Niemand weiß wie es weitergeht. Dadurch, dass die entscheidenden Playoff-Spiele weggefallen sind heuer, mussten wir erheblich Einbußen hinnehmen. Gerade jetzt, im Halbfinale und dem eventuellen Finale wäre mit vielen Zuschauern zu rechnen gewesen. Die Zuschauereinnahmen fehlen freilich. Aber auch im Hinblick auf die Sponsoren ist derzeit vieles ungewiss. Die Coronavirus-Krise trifft alle hart. Zudem sind auch im Sommer wohl keine Feste und dergleichen möglich. Damit fehlt uns eine weitere Einnahmequelle. Auch der Vinschgau Cup mit Ingolstadt und anderen hochkarätigen Teams im August ist ungewiss. Dies wäre für uns ein weiterer harter Schlag. Zudem könnte es sein, dass in diesem Jahr gar keine Spiele mit Zuschauern mehr möglich sind. Vor diesen Herausforderungen stehen aber alle Sportvereine. So oder so bedanken wir uns schon jetzt von Herzen bei unseren treuen Sponsoren und Gönnern. 

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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