Im Bild (vorne v.l.): Johannes von Berg (Meraner Mühle), Irene Holzmann (BRING), Benjamin Profanter (Bäckermeister), Rudolf von Berg (Meraner Mühle), Hanspeter Felder (Pustertaler Saatbau Genossenschaft), Michael Kaufmann (SBB, stellvertretender Landesobmann) und Ulrich Höllrigl (Ressortdirektor); hintere Reihe (v.l.) David Frank (IDM), Thomas Fill (IDM), Maximilian Pichler (IDM), Manuel Pramsohler (Laimburg), Anna Dorfmann Jocher (Bäuerin und Testimonial), Hannes Schwienbacher (Bäckermeister), Thomas Ortler (Koch im Flurin), Christian Plitzner (BRING) und Joseph Fink (Meraner Mühle).
Die Wertschätzung von Korn und Brot ist im Vinschgau und ganz Südtirol tief verwurzelt.
Die zwei neuen Backmischungen: Dinkelpizza-Backmischung und Vinschgerle-Backmischung.
Viel Zulauf bei der Pressekonferenz zum Jubiläum 15 Jahre Regiokorn®
Das neue Logo

15 Jahre Regiokorn®

Ein Erfolgsmodell regionaler Wertschöpfung. Ab 2027 soll auch Sommerweizen angebaut werden. Starke Vinschger Handschrift.

Publiziert in 17 / 2026 - Erschienen am 22. September 2026

Lana/Vinschgau - Das Südtiroler Qualitätsprojekt Regiokorn®, ins Leben gerufen im Jahr 2011, hat sich zu einem Erfolgsmodell regionaler Wertschöpfung entwickelt. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens von Regiokorn® wurde am 17. September am Sitz der Meraner Mühle in Lana nicht nur zurückgeblickt, sondern unter dem Motto „Südtiroler Getreide mit Zukunft“ auch nach vorne geschaut. Seit 15 Jahren verbindet Regiokorn® Landwirtschaft, Mühlen- und Bäckerhandwerk, Gastronomie und Handel in einer regionalen Wertschöpfungskette. Das Ziel bei der Gründung war es, den Getreideanbau in Südtirol wieder stärker zu verankern. Derzeit bauen rund 60 Bauernfamilien auf rund 100 Hektar Roggen, Dinkel, Gerste und Buchweizen an. Die Anbauflächen befinden sind vorwiegend im Vinschgau, Pustertal, Eisacktal und am Tschögglberg. Ein Großteil der Flächen wird biologisch bewirtschaftet. Jährlich werden rund 300 Tonnen Getreide geerntet, gereinigt und in der Meraner Mühle vermahlen. Die Produkte tragen das Qualitätszeichen Südtirol und sind bis zum einzelnen Feld rückverfolgbar. Ca. 40 Prozent des Getreides stammen aus dem Vinschgau.

Netzwerk und Vertrauen

Für Rudolf von Berg, dem geschäftsführenden Inhaber der Meraner Mühle, bedeutet „15 Jahre Regiokorn®“ vor allem 15 Jahre gewachsenes Vertrauen zwischen Menschen: „Zwischen den Bauern, die uns ihr Getreide anvertrauen, den Bäckereien, die daraus jeden Tag Brot backen, und den Gastwirten, die es auf den Tisch bringen.“ Ohne diese Partnerschaften wäre Regiokorn® nur ein gutes Konzept auf dem Papier geblieben. „Unser Ziel ist es, dieses Netzwerk weiter zu stärken und Regiokorn® auch weiterhin eine Zukunft zu geben“, so Rudolf von Berg. Die wichtigsten Partner des Gemeinschaftsprojekts sind der Südtiroler Bauernbund, BRING, IDM Südtirol, die Meraner Mühle und das Versuchszentrum Laimburg. Auch von der „Gruppe Südtiroler Gasthaus“ wird das Projekt unterstützt.

Noch ausbaufähiges Vorzeigeprojekt

In ihren Grußworten stimmten Ressortdirektor Ulrich Höllrigl (Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus), IDM-Präsident Hansi Pichler, BRING-Präsident Christian Plitzner und Michael Kaufmann, der stellvertretende Obmann des Südtiroler Bauernbundes, darin überein, dass sich Regiokorn® zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt habe, das es weiter auszubauen gelte. Laut Kaufmann sei der Getreideanbau ein Südtiroler Kulturgut, dass auch dank Regiokorn® bewahrt wurde. Bei einem Gespräch mit Personen der ersten Stunde (Bäcker, Köche, Vertreter von Bauernbund und IDM sowie der Laimburg und Pustertaler Saatbau Genossenschaft) wurden viele Aspekte rund um den Getreideanbau in Südtirol und dessen mögliche Weiterentwicklung vertieft. 

„Form von Kultur und Identität“

Mehrfach hingewiesen haben die Bäcker Benjamin Profanter und Hannes Schwienbacher, der Koch Thomas Ortler (Restaurant Flurin in Glurns) und weitere Gesprächspartner darauf, dass alle Bäckereien bzw. Hotels und Gastbetriebe in Südtirol zumindest eine heimische Brotsorte anbieten sollten. Wie sich beim Gespräch, das David Frank (Koordinator Qualitätszeichen Südtirol bei IDM) moderierte, zeigte, gibt es noch in etlichen Bereichen Luft nach oben. Die Anbauflächen seien zum Teil begrenzt und die Arbeitsbedingungen nicht selten schwierig. Thomas Ortler sieht im Getreideanbau auch eine „Form von Kultur und Identität.“ Die Wertschätzung von Korn und Brot sei tief verwurzelt.

Sommerweizen ab dem nächsten Jahr

Den nächsten Entwicklungsschritt hat Regiokorn® bereits geplant: Ab 2027 soll erstmals Südtiroler Sommerweizen angebaut werden. Damit soll künftig auch heimisches Weizenmehl für Brot, Pizza, Kuchen und weitere Speisen verfügbar sein und das regionale Sortiment um eine wichtige Getreideart ergänzen. „Es freut mich sehr, dass das Regiokorn®-Sortiment weiterwächst“, sagt Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner. Mit dem Anbau von Sommerweizen stehe den Südtirolern künftig auch heimisches Weizenmehl für den täglichen Gebrauch in der Küche zur Verfügung. Das sei ein weiterer wichtiger Schritt hin zu mehr regionaler Wertschöpfung.

Neues Rezepteheft

Zum Jubiläum erhielt Regiokorn® auch einen neuen Auftritt mit neuem Logo und Design. Im Mittelpunkt der begleitenden Kampagne stehen Menschen, die das Getreide anbauen und verarbeiten: die Bäuerin Anna Dorfmann Jocher vom Frötscherhof in St. Andrä bei Brixen, die Bäcker Benjamin Profanter und Hannes Schwienbacher sowie Thomas Ortler, Koch im Restaurant Flurin. Gemeinsam haben sie ein Rezepteheft entwickelt. Dieses ist bei verschiedenen Events der Meraner Mühle und künftig auch in ausgewählten Verkaufsstellen erhältlich, die Regiokorn®-Produkte führen. „Mit der Kampagne rücken wir jene Menschen in den Mittelpunkt, die Regiokorn® anbauen und täglich verarbeiten“, sagt Thomas Fill, Direktor der Abteilung Agrar bei IDM Südtirol. „Sie stehen stellvertretend für eine starke regionale Wertschöpfungskette, in der bäuerliches Wissen, traditionelles Handwerk und kreative Südtiroler Küche ineinandergreifen.“ 

Zwei neue Backmischungen

Die Meraner Mühle erweitert das Regiokorn®-Sortiment im Jubiläumsjahr um eine Dinkelpizza-Backmischung und eine Vinschgerle-Backmischung. Damit umfasst das Sortiment acht Produkte, darunter Körner und Mehle aus Dinkel, Roggen, Buchweizen und Gerste. Die beiden Backmischungen verbinden Südtiroler Getreide mit vertrauten Rezepturen für den Alltag. Die Dinkelpizza-Backmischung greift die italienische Backkultur auf, die Vinschgerle-Backmischung bringt einen Klassiker der Südtiroler Brottradition in die eigene Küche. Sie sind auf eine einfache Zubereitung zu Hause ausgerichtet und in ausgewählten Verkaufsstellen in Südtirol erhältlich. Am 19. September lud Regiokorn® zu einem großen Jubiläumsfest in die Meraner Mühle ein.

Josef Laner
Josef Laner

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