In Südtirol ist der Siedlungsraum begrenzt, ein gutes Miteinander daher unabdingbar.

Abdrift ist vermeidbar

Publiziert in 6 / 2014 - Erschienen am 19. Februar 2014
Aspekte zum Obstbau im Obervinschgau (Teil 4 von 6) Obervinschgau - Pflanzenschutzmaßnahmen sind sowohl im integrierten wie im biologischen Obstanbau unerlässlich. In Bezug auf die Ausbringungstechnik war der Südtiroler Obstbau schon immer bemüht, sich an die neuesten Anforderungen anzupassen. Bereits seit 1992 führt der Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau technische Funktionskontrollen an den Sprühgeräten durch. Seit 1997 haben sich die Südtiroler Obstbaubetriebe im AGRIOS-Programm verpflichtet, ihre Sprühgeräte alle fünf Jahre überprüfen und einstellen zu lassen. Die EU-Pflanzenschutzrichtlinie (2009/128) schreibt eine solche Überprüfung erst zum Jahr 2016 vor – eine Forderung, die in Südtirol somit bereits seit vielen Jahren erfüllt wird. Neben dem Schutz der Pflanze steht die Vermeidung von Abdrift im Mittelpunkt des Interesses. Mit dem Projekt „Verlustarm Sprühen“ verfolgt der Beratungsring gemeinsam mit dem Verband der Steirischen Erwerbsobstbauern und der Marktgemeinschaft Bodenseeobst das Ziel, die Applikation zu verbessern und die Abdrift zu minimieren. Zu diesem Zweck hat die Südtiroler Obstwirtschaft einen speziellen Prüfstand angekauft, der eine bessere Abstimmung der Sprühgeräte ermöglicht. Ein zentraler Punkt zur Vermeidung von Abdrift ist die neue Sprühtechnik. Mit der heutigen Technik und einer Reihe von Maßnahmen lässt sich die ungewollte Abdrift von Pflanzenschutzmitteln auf umliegende Flächen wirksam verhindern. Maßnahmen gegen Abdrift Ein bedachtes Vorgehen bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln ist immer erforderlich und Teil der guten Agrarpraxis. Bei ungünstigen Windverhältnissen sollte eine geplante Behandlung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Eine wirksame Maßnahme zur Vermeidung von Abdrift ist die Behandlung der äußeren Baumreihen nur in Richtung des eigenen Grundstücks. Ein modernes Sprühgerät kann die Abdrift stark vermindern. Moderne Geräte sind dazu mit speziellen Düsen, einem Gebläseaufsatz und Abdeckblechen bestückt. Das Anpflanzen von Hecken oder das Aufstellen von mechanischen Barrieren sind ein effizienter zusätzlicher Schutz vor Abdrift. Es gibt Abstandsvorgaben zum Schutz der angrenzenden nicht-landwirtschaftlichen Flächen (v. a. zu sensiblen ­Flächen wie öffentliche Gebäude, Wohnhäuser, Spielplätze oder Gewässer) und der umliegenden Kulturflächen, die von den Obstbauern eingehalten werden müssen. Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau
Vinschger Sonderausgabe

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