Kurswechsel
Der Bub, der einfach nur glücklich ist, weil er derzeit nicht in die Schule muss, das Mädchen, das der Mutter den Lippenstift fladert oder die Jugendlichen, die zum ersten Mal aus dem elterlichen Nest ausbrechen und allein irgendwohin fahren. Sie sind in der Regel spannend, die Kinder- und Jugendjahre. Irgendwann werden es die Rotznasen, frechen Gitschn, Social-Media-Süchtigen, laut Schreienden oder Zurückgezogenen von heute sein, die unser Land und die Gesellschaft prägen werden. Nicht nur als Landeshauptmann, Bischof, Wirtschaftsmächtige oder in anderen Funktionen, sondern auch als breite Masse. Der Wechsel kommt nicht abprupt, sondern fließend. Aber er kommt. Die große Frage ist das Wie. Wird die Jugend von heute überhaupt bereit und gewillt sein, den Karren weiterzuziehen? Wenn ja: Woran wollen die jungen Leute festhalten und was möchten sie lieber über Bord werfen? Eine große Rolle spielt bei der Übernahme des Ruders sicher das, was die jungen Menschen aus dem Elterhaus, aus der Schule und der Gemeinschaft, in der sie aufwachsen, mitnehmen. Was die Jugend weltweit immer stärker beschäftigt, ist die Frage, wo die Welt als Ganzes hingeht. Der Wunsch, sie auf den richtigen Kurs zu bringen, ist bei den Jugendlichen sicher da, auch hierzulande. Von den derzeitigen „Kapitänen“ darf erwartet werden, dass sie einen positiven Kurswechsel fördern oder zumindest nicht verhindern.
redaktion@dervinschger.it