Zahlreiche Interessierte hatten den Weg ins Kulturhaus gefunden.
Markus Moriggl, Agostino Bucci und Matthias Holzner (v.l.)
Ivo Martinolli
Patrick Olivetto

Achtung Betrüger

Aufklärung und Sensibilisierung: Schutz vor Cyberkriminalität und Co. 

Publiziert in 8 / 2026 - Erschienen am 21. April 2026

St. Valentin a.d. H. - „Achtung Betrüger“. Unter diesem Titel stand unlängst ein Informationsabend im Kulturhaus von St. Valentin a.d.H., organisiert von der Raiffeisenkasse Obervinschgau im Rahmen des Jahresthemas „Jahr des Friedens“. Wie sehr das Thema unter den Nägeln brennt, wurde an der großen Zahl der Besucherinnen und Besucher deutlich. „Unser Ziel als Raiffeisenkasse ist es, digitale Sicherheit zu bieten“, unterstrich Raika-Direktor Markus Moriggl in seinen einleitenden Worten. Immer wieder komme es zu Betrugsfällen, nur ein geringer Teil werde jedoch angezeigt. „Es ist nicht zum Schämen. Es kann jeden treffen. Macht eine Anzeige“, wies Moriggl auf die Wichtigkeit hin, solche Fälle zu melden. In erster Linie gelte es aber, Betrugsfälle im Voraus zu verhindern. Hierfür seien Informationen und Sensibilisierung wichtig. Dies geschehe vor allem auch durch Veranstaltungen wie diese. 

Chancen und Risiken

Ivo Martinolli, der Leiter der Abteilung Innovation & Operations in der Raiffeisen Landesbank, informierte über den digitalen Zahlungsverkehr, über Chancen und Risiken. So können Sofortüberweisungen heute unabhängig von Tag und Stunde ausgeführt werden und das Geld innerhalb von Sekunden auf dem Konto des Empfängers eingehen. Dies berge jedoch auch Gefahren, Stichwort Cyberkriminalität, wie Hacker- oder Phishingangriffe. Banken wie die Raiffeisenkassen tun aber alles dafür, dass das Onlinebanking sicher sei, beruhigte Martinolli. Strenge Authentifizierungssysteme etc. sollen dafür sorgen. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es jedoch nie. „Aber auch eine Papierüberweisung ist nicht 100 Prozent sicher“, so der Experte. Der größte Risikofaktor sei der Mensch und sein Internetverhalten. Deshalb gelte es einige Regeln im Netz zu beachten: keine unbekannten Links in Mails öffnen, Betriebssysteme und Antivirenprogramme aktuell halten, starke und sichere Passwörter nutzen, keine Passwörter preisgeben, persönliche Daten und Sicherheitscodes nicht an Dritte weitergeben, regelmäßig die Kontoumsätze prüfen und vor allem, wenn etwas ungewohnt wirke, Transaktionen sofort abbrechen.  

Mensch als wichtigster Faktor 

Patrick Olivetto, Spezialist für Cybersicherheit in der Raiffeisen Information Service KonsGmbH (RIS), dem Technologiepartner der Raiffeisenkassen in Südtirol, sprach u. a. über die verschiedenen Betrugsformen, vom Phishing über das Smishing (Phishing per SMS) und Vishing („Voice Phishing“, Betrug via Telefon) bis hin zu Fernzugriffen und sogenanntem Investment scam. Auch er schlug in dieselbe Kerbe und kam zum Fazit: „Wir können noch so viel technisch tun, schlussendlich aber ist der Mensch der wesentliche Faktor“. 90 Prozent aller Cyberangriffe würden nämlich menschliches Versagen ausnutzen, beispielsweise das Anklicken schädlicher Links oder die Verwendung schwacher Zugangsdaten. Wichtig sei, sich über Neuigkeiten zu Betrugsfällen und Cyberangriffen auf dem Laufenden zu halten, um diesen vorbeugen zu können.  

Nicht zögern, Notruf wählen

Matthias Holzner und Agostino Bucci von der Carabinieri-Station Reschen informierten über die Prävention von Betrugsfällen gegenüber Senioren. Betrüger würden auf verschiedene Tricks setzen, um älteren Menschen das Geld abzuluchsen, zum Beispiel die „falschen Carabinieri vor der Haustür“. Die Täter nutzen hierbei falsche Uniformen und täuschen Notlagen vor, um ihre Opfer unter Druck zu setzen. Die Betrugsmaschen würden sich dabei nicht auf die Ordnungshüter beschränken, sondern auch weitere Berufe involvieren, wie etwa falsche Postmitarbeiter. Auch Telefonanrufe falscher Beamter seien gang und gäbe. „Echte Carabinieri oder professionelle Berufsbilder fordern niemals am Telefon oder an der Haustür Geld oder Wertsachen“, unterstrich Matthias Holzner. Prävention sei stets das Um und Auf. „Wissen ist Macht“, so Holzner. Mit dem richtigen Wissen und gesunder Vorsicht könne man sich effektiv schützen und Betrüger erkennen. Hilfe sei dabei stets verfügbar, Carabinieri und Behörden seien für Betroffene da. Bei einem Verdachtsfall gelte es, sofort die Notrufnummer 112 zu wählen. „Zögern Sie nicht, Hilfe zu holen, lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig“, forderten die Ordnungshüter auf. 

Michael Andres
Michael Andres

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