Die Hirtin Verena Kienzl.
Der Hirte Manuel Götsch.
Das Land hat heuer Salz für die Schafe angekauft.

Alte Tradition bewahren

Seit 2019 ist die Transhumanz als transnationales Element des immateriellen Kulturerbes der UNESCO anerkannt.

Publiziert in 17 / 2025 - Erschienen am 23. September 2025

Schnalstal - Auch heuer stand im Schnalstal im September die Rückkehr der Schafe aus dem Ötztal nach Kurzras und Vernagt im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Verbreitet ist die Transhumanz, die jahrhundertealte Praxis der länderübergreifenden Wanderweidewirtschaft, im Alpen-, aber auch im Mittelmeerraum. Seit 2019 ist sie als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. „Der lange Marsch der Schafe und Hirten zu den Sommerweiden bei Vent im Ötztal und wieder zurück in den Vinschgau ist ein einzigartiges Ereignis“, unterstreicht Peter Brunner, der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Es sei wichtig, „auf den kulturellen Wert der Transhumanz aufmerksam zu machen.“ Das Land Südtirol hat die Koordination aller UNESCO-Anerkennungen in Südtirol in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren inne.

Salz für die Schafe

„Erstmals konnte das Land in diesem Sommer die Bauern im Hinblick auf die Transhumanz konkret unterstützen, und zwar wurde Salz für die Schafe angekauft“, sagt Marcella Morandini, UNESCO-Sonderbeauftragte des Landes. Der Kulturverein Schnals und der Verein Pro Vita Apina im Ötztal haben bereits 2011 mit der Eintragung in die österreichische Liste den Weg zur UNESCO-Anerkennung eingeschlagen. „Unser gemeinsames Anliegen ist es, die jahrhundertealte Tradition zu bewahren und die Hirten auch auf diesem Wege zu unterstützen“, sagt Benjamin Santer, der die Kandidatur begleitet hat und damals Vorsitzender des Kulturvereins war.

Der Weg der Schafe und Hirten

Eine besondere Rolle in der Transhumanz kommt den Hirten und Treibern sowie ihren Hunden zu. Ihre Arbeit bildet die Grundlage für das UNESCO-Kulturerbe. Hermann Götsch, Obmann der Agrargemeinschaft Niedertal, die seit 1457 ausgedehnte Almen im Ötztal besitzt und bewirtschaftet, hat diese Aufgabe von seinem Vater übernommen. Von ihm hat er auch das nötige Wissen für die Übersteigung des Ötztaler Hauptkamms. „Die Transhumanz kann nur fortbestehen, wenn viele Menschen das Wissen weitertragen und sich am Fortbestand dieser Tradition beteiligen“, betont Götsch. Sein Sohn Manuel, der die Schafe bereits mit sechs Jahren zum ersten Mal ins Ötztal gebracht hat, verbringt die Sommermonate in der Schäferhütte auf der Niedertalalm im Ötztal. „Auch wenn die Gletscher zurückgegangen sind, für die Weidehaltung und den Schaftrieb ergeben sich heute viele neue Herausforderungen durch den Struktur- und den Klimawandel“, berichtet er. Auch heuer sind die Schafe wieder gut am Vernagter Stausee angekommen. 2026, beim nächsten Schaftrieb ins Ötztal, werden sie erneut im Rampenlicht stehen. Insbesondere auch deshalb, weil die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Weideflächen und Viehzüchter erklärt hat. 

Landespresseamt

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.