Dem Gemeinderat von Mals blieb nichts anderes übrig, als auch der Zahlung der Gerichtskosten in der Rattengift-Causa zuzustimmen.

Bitterer Schlussstrich ...

... unter Rattengift-Causa

Publiziert in 11 / 2026 - Erschienen am 10. Juni 2026

MALS - Ein für die Gemeinde – sprich die Steuerzahlenden – bitteres Ende fand die Rattengift-Causa, die auf das Jahr 2019 zurückreicht. Carabinieri-Beamte hatten damals in Laatsch 10.860 Kilogramm verfallenes Rattengift beschlagnahmt. Das Rattengift wurde auf Anordnung der Carabinieri Schluderns abtransportiert und in einem Raum beim Fernheizwerk bzw. Hallenbad in Mals deponiert. Im Sommer 2022 wurde die Gemeinde Mals von der Staatsanwaltschaft ermächtigt, das Rattengift regulär zu entsorgen, wobei die Kosten zu Lasten des „Verursachers“ gehen sollten. Zumal es auf die entsprechende Aufforderung seitens der Gemeinde, die Kosten in Höhe von insgesamt 23.813 Euro zu übernehmen, keine Rückmeldung gab, hat die Gemeindeverwaltung im Dezember 2022 beschlossen, die Entsorgung des Rattengiftes in Auftrag zu geben und die Kosten in der Folge beim „Verursacher“ einzutreiben. Im August 2025 erhielt Karl Wegmann von der Gemeinde eine Mahnung, mit der die Kosten eingefordert wurden. Wegmann hat dagegen beim Landesgericht Bozen Rekurs eingelegt. 

Gemeinde bleibt auf Kosten sitzen

Bei der Gemeinderatssitzung am 26. Mai musste Bürgermeister Josef Thurner mitteilen, dass das Landesgericht in der „Streitsache Wegmann Karl und Gemeinde Mals“ geurteilt hat, dass Karl Wegmann nicht zur Verantwortung gezogen werden könne, sondern das Unternehmen in Tschechien zu belangen sei, von dem das Rattengift stamme. Diese Firma gibt es angeblich nicht mehr. Das beschlagnahmte Rattengift war seinerzeit aus der Konkursmasse dieses Unternehmens gekauft worden. Auch zur Zahlung der Verfahrens- bzw. Prozesskosten hat das Landesgericht die Gemeinde verurteilt. Es handelt sich um rund 6.000 Euro. Der Gemeinderat stimmte der Anerkennung dieser außeretatmäßigen Verbindlichkeiten mit Bauchweh und Unverständnis zur. Laut dem Bürgermeister hätte die Gemeinde zwar gegen das Urteil des Landesgerichtes Rekurs einlegen können, „doch die Staatsadvokatur hat uns davon aufgrund geringer Erfolgsaussichten abgeraten.“ Insgesamt bescherte die Rattengift-Causa der Gemeinde Ausgaben in Höhe von fast 30.000 Euro. Aufgeworfen wurde im Rahmen der Diskussion eine wohl mehr als berechtigte Frage: „Warum hat man das Gift nicht sofort in eine Kaserne oder andere Einrichtung des Staates gebracht, sondern damit die Gemeinde beglückt?“ 

Katja Götsch wird neue Generalsekretärin

Erfolgreich bestanden hat Katja Götsch den Wettbewerb bzw. die Prüfung zur Besetzung der Stelle des Generalsekretariats der Gemeinde Mals. Götsch ist derzeit Generalsekretärin in Naturns und wird ihre Stelle im Rathaus in Mals, wo sie in der Vergangenheit bereits als Vizesekretärin gearbeitet hatte, zu Jahresbeginn 2027 antreten. Bis dahin wird die derzeitige Generalsekretärin Monika Platzgummer Spiess im Amt bleiben. Götsch war die einzige Bewerberin für die Stelle in Mals. Einhellig zugestimmt hat der Gemeinderat auch einer Haushaltsänderung bzw. der Zweckbindung von Geldmittelln aus dem Verwaltungsüberschuss. 900.000 Euro können nun in Adaptierungsarbeiten im Hallenbad investiert werden: Erweiterung des Fitnessraums, Erneuerung der sanitären Anlagen und weitere Arbeiten. Ein Betrag von 47.000 Euro ist für kulturelle Initiativen vorgesehen. Wie der Gemeinderefernt Simon Laganda informierte, sind anlässlich des 40. Todestages des Malser Künstlers Karl Plattner (1919-1986) mehrere Initiativen in Mals in Vorbereitung. Wenig Neues konnte Bürgermeister Josef Thurner zur Anfrage des Ratsmitgliedes Andreas Paulmichl bezüglich der im Sommer in Glurns geplanten Straßensperre und der dadurch zu befürchtenden Verkehrsbelastungen in Laatsch und weiteren Orten berichten: „Zum derzeitigen Zeitpunkt sind uns noch kleine Details bekannt.“ Angeblich sei man auch in Bozen nicht gerade glücklich über die geplante Sperre. Zur Frage von Iwan Zanzotti, wie es um die Studie einer großen Umfahrung im Obervinschgau stehe und ob dazu eine öffentliche Vorstellung bzw. Diskussion geplant sei, meinte Josef Thurner: „Geplant ist diesbezüglich nichts. Mehr als ein ‚guter Strich‘ liegt bisher nicht vor.“

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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