Damit der Flussregenpfeifer in Ruhe brüten kann
Prad am Stjilfserjoch - Der Flussregenpfeifer ist ein kleiner Watvogel, der vom Aussterben bedroht ist. In Südtirol gibt es nur drei Orte, wo diese gefährdete Vogelart brütet, und zwar südlich von Bozen, an der Mündung der Passer und in der Prader Sand. Dort hat die Umweltschutzgruppe Vinschgau (USGV) am 28. März ein Projekt zum Schutz des Flussregenpfeifers vorgestellt. Wie Josef Gruber, der Vorsitzende der Umweltschutzgruppe, vorausschickte, gibt es innerhalb der USGV schon seit Jahren eine Gruppe von Personen, sogenannte Paten, sie sich ehrenamtlich um die Biotope im Vinschgau kümmern. Die Patenschaft für die Prader Sand hat Rudi Maurer übernommen, der in die Details des Schutzprojektes einführte. Er freute sich, dass es gelungen ist, viele Partner für das Projekt zu gewinnen. Es sind dies in erster Linie der Dachverband für Natur- und Umweltschutz und die Arbeitsgemeinschaft für Vogelkunde und Vogelschutz Südtirol. Aber auch die Forststation Prad, das Landesamt für Natur, der Nationalpark Stilfserjoch und die Gemeinde Prad stehen hinter dem Projekt. Entlang des Suldenbach-Deltas in der Prader Sand wurden drei temporäre Hinweisschilder angebracht. Die Wanderer, Fußgänger und Erholungssuchenden werden gebeten, Ufer- und Kiesbereiche nicht zu betreten und Hunde nicht frei herumlaufen zu lassen, um die Flussregenpfeifer während der Brutzeit, die sich von April bis Juni erstreckt, nicht zu stören. Der seltene Vogel brütet bevorzugt auf Schotterflächen und Sandbänken. Zu Informationen zum Flussregenpfeifer kommt man über einen QR-Code an den Hinweisschildern. Zudem hat die USGV eigene Flyer in deutscher, italienischer und englischer Sprache herausgebracht, die unter anderem in Tourismusbüro und öffentlichen Gebäuden bzw. Einrichtungen aufliegen. Valentin Schroffenegger vom Landesamt für Natur (Naturpark Texelgruppe sowie Zuständiger für die Biotope im Vinschgau, Burggrafenamt und im Passeiertal) hob die Bedeutung des Biotops Prader Sand hervor: „Die Prader Sand bietet mit seinen Sand- und Kiesflächen, dem Auwald-Relikt und den Trockenständen einen alpenweit einzigartigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, die zum Teil gefährdet sind.“ Ähnlich äußerten sich auch Simon Ferrara vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz sowie Patrick Egger von der Arbeitsgemeinschaft für Vogelkunde und Vogelschutz. Unter Eggers fachkundiger Führung hatte im Vorfeld der Projektvorstellung eine ornithologische Wanderung durch die Prader Sand stattgefunden, wobei unter anderem zwei Flussregenpfeifer beobachtet werden konnten. Für Barbara Folie, Leiterin der Forststation Prad, ist die Prader Sand „einer der schönsten Flecken unserer Station.“ Auch Bürgermeister Rafael Alber freute sich über das Gemeinschaftsprojekt und dankte allen Beteiligten. Es sei gut, wenn in Bezug auf die Zukunft der Prader Sand alle zusammenschauen.