Dem Prozessionsspinner geht es an den Kragen
Vinschgau - Nach dem starken Befall im Vorjahr deutet die laufende Überwachung des Kiefernprozessionsspinners im Forstinspektorat Schlanders für den Winter 2026/2027 und das kommende Frühjahr erneut auf ein stärkeres bis starkes Auftreten hin. Daher ist eine Behandlung stark befallener Bestände am Vinschger Sonnenberg mit einem Präparat auf Basis von „Bacillus thuringiensis“ erforderlich. Vorrangig behandelt werden laut dem Direktor des Forstinspekorates Schlanders, Andreas Platter, stark frequentierte Waldgebiete in tieferen Lagen sowie Bereiche entlang von Wanderwegen und Mountainbike-Trails. Die Behandlungsfläche umfasst insgesamt 500 Hektar Schwarzkiefernwald. Laut den Wetterprognosen wird das biologische Präparat voraussichtlich am Donnerstag, 10. September, und Freitag, 11. September, per Hubschrauber auf den betroffenen Waldflächen ausgebracht. Witterungsbedingt sind kurzfristige Verschiebungen möglich. Die zweitätige Bekämpfungsaktion umfasst ausgewählte Waldgebiete in den Gemeinden Schlanders, Latsch, Laas und Schluderns. Die Bekämpfung wird vom Südtiroler Forstdienst in Abstimmung mit der Uni Padua und mit Genehmigung des Gesundheitsministeriums durchgeführt.
Für Mensch und Tier nicht schädlich
Das verwendete Bekämpfungsmittel ist für Mensch und Tier nicht schädlich, es entwickelt erst im Verdauungstrakt der Raupen seine Giftigkeit, nachdem die Raupen die Nadeln der Kiefern gefressen haben. Das biologische Bekämpfungsmittel baut sich innerhalb weniger Tage ab. Eine Behandlung im Herbst hat den Vorteil, dass die Raupen noch sehr klein sind und daher die Konzentration des Präparates geringer sein kann. Außerdem führt ein frühes Absterben der Raupen zu insgesamt weniger Fraßschäden. Die Dezimierung der Prozessionsspinner-Larven hilft, die unter Druck stehenden Wälder auf trockenen Standorten der tiefen Lagen zu stabilisieren, damit sie weiterhin ihre Schutzfunktion leisten können und damit Personen und Haustiere weniger in Kontakt mit den Raupen kommen. Als mittel- und langfristige Lösung arbeitet der Landesforstdienst an der Umwandlung der Kiefernwälder in strukturreiche, laubholzreiche Mischwälder. An den Behandlungstagen bringen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forststationen in den Morgenstunden an den Zugängen zu den betroffenen Wanderwegen Hinweisschilder und Absperrbänder an. Die Bevölkerung sowie Wandernde und Mountainbiker werden damit darauf hingewiesen, die gekennzeichneten Wege und Trails an diesen Tagen weder zu begehen noch zu befahren.