Der glückliche Zufall von Söles
Glurns - So nachdenklich und bescheiden wie der Latscher Unternehmer Walter Rizzi in seinem Vorwort zum „Schlern Nr. 8“ aufgetreten war, hatte sogar seine Frau Christine und die allernächsten Freunde überrascht. Er schrieb „von unserem kurzen Leben“, in dem es glückliche und weniger glückliche Zufälle gibt. Im Falle der wiedererstandenen Kirche St. Jakob in Söles seien ihm vor allem glückliche begegnet. Im weiteren Vorwort-Text fasste er noch einmal diese besonders glücklichen Zufälle rund um die Entdeckung, die Ikonographie und Instandsetzung der romanischen Kirchenruine bei Söles zusammen. Inzwischen hatten sich auch der Bürgermeister, die Gemeinderäte, der Stadtpfarrer und ein erstaunlich großer Teil der Glurnser mit dem „Pilgerheiligen in der Obstwiese“ beschäftigt. Der Spaziergang von Glurns nach Söles wurde zum Bet-und Bittgang und schließlich durfte die Familie Walter und Christine Rizzi am 27. Oktober 1996 zur feierlichen Konsekrierung durch den Marienberger Abt Bruno Trauner und den damaligen Stadtpfarrer Norbert Wilhalm einladen. 2026 - 30 Jahre später, am 30. Juni - wurde die kleine Wallfahrt zum 30. Mal wiederholt. Wieder wurde vom Parkplatz an der Pankratius-Kirche ausgegangen. Wieder durfte die Familie Rizzi unter den Teilnehmenden eine Reihe von Persönlichkeiten begrüßen, die von der ersten Stunde an am „Wiedererstehen“ der Jacobi-Kirche in Söles mitgewirkt hatten. Neben interessierten Glurnser Bürgern waren anwesend aus Prad Architekt Kurt Stecher, Ersteller des ersten Sanierungskonzeptes, Albrecht Ebensperger als erster Baumeister, und der damalige Landeskonservator Helmut Stampfer – der wieder in gewohnt kompetenter Art und Weise die Pilgerkirche mit Südtirols wichtigstem Bestand an byzantinischer Malerei als das „Jacobi-Wunder“ vorstellte. Rizzi erwähnte den Restaurator Rufino Emmenegger aus der nahen Schweiz, den Kunstschnitzer aus Taufers Erich Pircher und erinnerte sich an das Wohlwollen des Glurnser Bürgermeisters Erich Wallnöfer. Walter Rizzi fragte in die Runde, was würden wir tun ohne die Stromanschlüsse des Söles-Hof-Bauern Heinrich Stecher. Den bodenständigen Adel vertraten in Söles Cecily Witwe Trapp Gräfin von Matsch und Churburg und Ilse und Christoph Salvini-Plawenn. Für die Ausrichtung des Bittganges dankte Rizzi Gemeindesekretär in Ruhe Sepp Dietl, Mesner Oskar Asper und Walter Rizzi’s ehemaligem Mitarbeiter Armin Eller mit Frau Maria und Hans Beyer. Voran ging als Stadtpfarrer Werner Mair, der auch die Messfeier in der Kapelle zusammen mit der Sängerin Rose-Marie Kranzfelder Poth aus Augsburg gestaltete. Für Musik beim „Mittags-Break“ am Fischerteich in Prad waren Anton Ludwig Wilhalm mit Trompete und Alphorn und Simon Kiebacher aus Vierschach mit der „Steirischen“ zuständig. Beeindruckt von der Gastlichkeit der Familie Rizzi überreichte der Künstler Ernst Müller eine gemalte Ansicht der Festungsmauern von Glurns.