Des Menschen Auge sieht weit
Schlanders - Die Augenheilkunde erfährt eine rasche Entwicklung. Deshalb sei ihre Arbeit zumeist von Erfolgen gekrönt, zeigte sich die Augenärztin Sigrid Freissinger kürzlich bei einem Vortrag in der Bibliothek Schlandersburg erfreut. Auf Einladung der SVP-Frauen sprach sie vor einem interessierten Publikum zum Thema „Augenkrankheiten und neue Erkenntnisse“. In einem zweiwöchigen Projekt in Äthiopien sei es ihr und ihren Kollegen beispielsweise gelungen, täglich 200 Patienten am Grauen Star zu operieren, erzählte sie. Die Operation des Grauen Stars sei die weltweit häufigste Operation und völlig unproblematisch. Die häufigsten Erblindungsursachen weltweit seien der Graue und der Grüne Star, die altersbedingte Makuladegeneration und die diabetische Retinopathie. „Jeder alte Mensch bekommt irgendwann den Grauen Star“, so die Ärztin. Symptome sind schleichend auftretende Sehminderung, „graues“, trübes Sehen, Blendeempfinden, Doppelbilder, verzerrte Konturen. Typisch für den Nachstar ist das Auftreten ein Jahr nach der Grauen Star-Operation. Der Grüne Star, auch Glaukom genannt, ist eine schleichende, sehr langsame und schmerzlose Sehminderung und kann zu irreversibler Erblindung und Sehnervenschädigung führen. Der Grüne Star kann auch genetisch bedingt sein und sollte ab dem 50. Lebensjahr abgeklärt werden. Wichtig sind die regelmäßige Kontrolle des Augeninnendrucks und die Gesichtsfeldmessung, denn die Augendrucksenkung gehört neben Augentropfen und SLT-Laserverfahren zu den ersten Therapien. Bei Glaukom-Operationen gehe es in Richtung minimalinvasive Eingriffe, so Sigrid Freissinger, die sich im Anschluss an ihr Kurzreferat den vielen Fragen aus dem Publikum stellte. So empfahl sie eine Augenarztvisite ab dem 50. Lebensjahr, Sonnenschutz für die Augen und pflegende Befeuchtungstropfen, viel trinken und nicht rauchen, Sport betreiben und mäßige Bildschirmnutzung. Sie warnte auch vor der Handynutzung bei Kindern und Jugendlichen, denn bis zum 20. Lebensjahr bekomme das Auge das Signal zu wachsen, und so entstehe schneller eine Kurzsichtigkeit. Dasselbe passiere auch durch sehr vieles Lesen. Bei Augenverletzungen oder Anzeichen einer Netzhautablösung wie Blitze, Schatten oder Rußregen sollte sofort eine Augenambulanz aufgesucht werden. Die SVP-Ortsvorsitzende Renate Laimer dankte der Augenärztin für ihre ausführlichen Darlegungen.