Populismus mit System?

Publiziert in 9 / 2026 - Erschienen am 5. Mai 2026

„Was die Menschen seit Jahren spüren, wird jetzt endgültig bestätigt. Wer hier lebt, arbeitet und einzahlt, fühlt sich zunehmend wie ein Bürger zweiter Klasse.“ „Es kann nicht sein, dass jene, die das System finanzieren, immer öfter leer ausgehen.” „Wir zahlen, andere kassieren.“ Mit solchen Sätzen ist eine Pressemitteilung der „Süd-Tiroler Freiheit Vinschgau“ bespickt. „Unterlegt“ werden sie mit „neuen Zahlen der Bezirksgemeinschaft Vinschgau zur Verteilung finanzieller Sozialhilfe“. Im Sprengel Mittelvinschgau „lag der Ausländeranteil am 31.12.2024 bei durchschnittlich 8,4 Prozent der Bevölkerung.“ 2025 seien jedoch 43,75 Prozent der Bezieher finanzieller Sozialhilfe keine italienischen Staatsbürger gewesen, „und sie erhielten in Summe 48,96 Prozent der gesamten ausbezahlten Geldmittel.“ Darin sieht die STF ein „Missverhältnis“, das „für die einheimische Bevölkerung nicht mehr hinnehmbar ist.“ Diese und weitere Zahlen, wie sie auch im Sprengel Obervinschgau festzustellen seien, würden eine „massive Schieflage im Sozialsystem im Bezirk“ belegen. Bei steigendem Ausländeranteil steige auch die „Anzahl ausländischer Beitragsbezieher“. Pressemitteilungen wie diese riechen stark nach Populismus. Und auch mit System wird vorgegangen. Ähnliche Aussendungen wurden unlängst u.a. auch von den weiteren STF-Bezirken veröffentlicht, mit Schlagworten wie „Immer weniger für Einheimische“.

redaktion@dervinschger.it

Josef Laner
Josef Laner

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