Starke Netzwerkpartner (v.l. stehend): Irene Sanmartino (Caritas), Sadbhavana Pfaffstaller, Arianna Manferdini (beide Eurac), Projektleiterin Barbara Wopfner und Karin Tschurtschenthaler (Direktorin Sozialdienste) sowie (vorne kniend) Ingrid Spiess, Josef Mair und Christian Presti (alle GRW Sarntal).

Drittes ESF-Projekt CON-TAKT

Publiziert in 9 / 2026 - Erschienen am 5. Mai 2026

Schlanders - „Es geht um das Miteinander, darum, in Kontakt zu treten. Eine ganz große Herausforderung ist auch der Rhythmus, sich auf den Takt der Klienten einzulassen“, erklärte Barbara Wopfner bei der Vorstellung des ESF-Projekts CON-TAKT am Sitz der Bezirksgemeinschaft Vinschgau in Schlanders. Dabei handelt es sich nach „MeWo“ und „Inclusio MeWo 2.0“ um das dritte Vorhaben dieser Art. Projektleiterin Wopfner blickte auf die Entstehung zurück und erinnerte an die Vorgängerinitiativen. Während „MeWo“ auf Menschen mit Migrationshintergrund ausgerichtet war und den Fokus auf die Wohnungssuche setzte, wurden im zweiten Projekt auch Menschen mit psychischen Erkrankungen und Menschen mit Behinderung miteinbezogen. Neben der Unterstützung bei der Wohnungssuche, die als mehrstufiger integrierter Ansatz verfolgt wurde, ging es aber auch um Themen wie Rechtsberatung, Bildungs- und Schulungsangebote – unter anderem Kurse zu Finanzfragen, Sprachkurse, kultursensible Aufklärung usw. – sowie Unterstützungsmaßnahmen im Bereich der Arbeitssuche. Es galt sozusagen, eine umfassende Unterstützung für die Klienten in den verschiedenen Lebensbereichen zu bieten. 

Erfolgreiche Arbeit fortsetzen

CON-TAKT will diese erfolgreichen Initiativen konsequent fortsetzen und dabei aber auch einen Schritt weiter gehen: Bestehende Angebote werden nicht nur fortgeführt, sondern strategisch erweitert, vernetzt und an aktuelle Bedürfnisse angepasst. Im Zentrum steht ein innovativer ganzheitlicher Ansatz. Die Projektpartner sind wiederum dieselben und altbewährten. Die Bezirksgemeinschaft Vinschgau fungiert als Trägerin, weiters beteiligt sind die Caritas (Erstaufnahme sowie Beratung und Unterstützung), die Genossenschaft für Regionalentwicklung und Weiterbildung (GRW) Sarntal sowie Eurac Research für das Monitoring. Auch die Zielgruppen bleiben dieselben: vulnerable Personen, sprich Migrantinnen und Migranten bzw. Geflüchtete, benachteiligte Familien und Einzelpersonen, Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen sowie Personen in prekären Wohnsituationen. Ein Projektziel sei wiederum vor allem auch die Stabilisierung der Wohnsituation und die Förderung von sozialer Inklusion und Autonomie, wie Sadbhavana Pfaffstaller und Arianna Manferdini vom Eurac-Institut für Public Management berichteten. 

CON-TAKT versteht sich als dynamisches Projekt, das gesellschaftliche Entwicklungen früh erkennt und flexibel darauf reagiert. Dabei werden u. a. wiederum Sprachförderung, Wohnprojekte und individuelle Unterstützungsmaßnahmen gebündelt, weiterentwickelt und systematisch aufeinander abgestimmt. CON-TAKT verbindet klassische Sozialarbeit mit präventiven und aufsuchenden Methoden, etwa durch Hausbesuche, Vor-Ort-Interventionen und praxisnahe Workshops. Ein neues Element ist die geplante Einführung einer spezialisierten Beratungsstelle für Männer. „Ein solches Angebot fehlt derzeit noch im Vinschgau“, erinnerte Barbara Wopfner. In einer Pilotphase sollen dabei Themen wie Konfliktbewältigung, Gewaltprävention und familiäre Belastungen gezielt aufgegriffen werden. Dies geschehe in erster Linie in Zusammenarbeit mit der Caritas. Die Projektpartner betonten bei der Vorstellung einmal mehr das gute Miteinander der Beteiligten und die Wichtigkeit einer umfassenden Netzwerkarbeit.

Michael Andres
Michael Andres

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.