Eine Hommage an Franz Tumler
Christina König gewinnt den Franz-Tumler-Literaturpreis und Annegret Liepold den Publikumspreis.
Laas - Mit Tröte und Papphütchen lud das Konterfei des bedeutenden Romanschriftstellers Franz Tumler zur Jubiläumsfeier „10. Ausgabe Franz Tumler Literaturpreis“ nach Laas. Die Gemeinde Laas, der Bildungsausschuss Laas, der Südtiroler Künstlerbund und der Verein der Vinschger Bibliotheken vergaben vergangene Woche zum 10. Mal den Franz-Tumler-Literaturpreis, und zwar an die 1993 in Linz geborene Autorin Christina König für ihren Debütroman „Alles, was du wolltest“. Der Preis wird in Laas ausgetragen, weil Laas aufgrund der Herkunft von Tumlers Familie eine tiefe Beziehung zu Franz Tumler aufgebaut hat. Laas will mit diesem Literaturpreis an das literarische Werk des Schriftstellers Tumler erinnern. Verliehen wird der Preis an deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die im Zeitraum der Ausschreibung (01.01.2025 bis 31.05.2025) einen Debütroman publiziert haben. Zuvor hatten die fünf Jury-Mitglieder Ferruccio Delle Cave, Manfred Papst, Jutta Person, Gerhard Ruiss und Daniela Strigl jeweils einen Erstlingsroman für das Finale in Laas ausgewählt und bekannt gegeben. Die fünf Finalistinnen bzw. Finalisten für die Jubiläumsausgabe waren Amira Ben Saoud („Schweben“, Zsolnay Verlag), Christina König („Alles, was du wolltest“, Otto Müller Verlag), Annegret Liepold („Unter Grund“, Roman Blessing), Ricarda Messner („Wo der Name wohnt“, Suhrkamp Verlag) und Jan Snela („Ja, Schnecke, ja“, Klett-Cotta). Zusätzlich zum Preisgeld von 8.000 Euro, gestiftet vom Land Südtirol, winkt ein Schreib- und Leseaufenthalt in Laas im Rahmen der Vinschger Literaturtage im Herbst 2026.
Preisverleihung in Marxkirche
Die Veranstalter bespielten gleich drei Orte: die Eröffnung der Literaturveranstaltung fand in der Bibliothek von Laas statt, die öffentlichen Lesungen der Autorinnen und des Autors und die Jurystatements im Josefshaus und die Preisverleihung in der Markuskirche. Begleitet von musikalischen Klängen des Damenduos „Du und i“ mit Gabriele Markart und Jasmin Tappeiner eröffnete Katrin Klotz vom OK-Team den Abend. Bürgermeisterin Verena Tröger warf einen Blick zurück auf das Jahr 2005, als sich die „verrückte“ Idee in die Köpfe von Ferruccio Delle Cave und Wilfried Stimpfl einnistete, in Laas, in der äußersten Provinz sozusagen, eine solche Literaturveranstaltung zu initiieren. „Mit eurer Idee, eurer Hartnäckigkeit und mit viel Herzblut habt ihr dazu beigetragen, dass wir heute, 20 Jahre später, hier stehen“, sagte sie. Beim damaligen Bürgermeister Andreas Tappeiner seien sie offene Türen eingerannt, sie selbst hatte als Kulturreferentin anfänglich ihre Zweifel gehabt.
Eine Erfolgsgeschichte
Selten habe sich die Jury so schwer getan, fünf wunderbare Bücher auszusuchen und aus diesen noch ein bestes auszuwählen, sagte Daniela Strigl, stellvertretend für die Jurymitglieder in ihrem Schlussstatement. Die Gewinnerin Christina König habe ihre präzise Beobachtung, ihren zuweilen boshaften Witz und eine alltägliche Geschichte auf eine originelle Art in ihrem Debütroman „Alles, was du wolltest“ niedergeschrieben. Die Gewinnerin war sichtlich gerührt und überrascht; das Publikum gratulierte mit anhaltendem Applaus. Brigitte Schönthaler vom Bildungsausschuss Laas nannte den Franz Tumler Literaturpreis eine Erfolgsgeschichte, die klein begonnen hat und die von mehreren couragierten Menschen und Institutionen getragen wurde. Stellvertretend überreichte sie den Ideengebern Wilfried Stimpfl, Ferruccio Delle Cave, Andreas Tappeiner und Verena Tröger ein Geschenk. Es fehlte Ludwig Fabi. Raimund Rechenmacher und Angelika Pircher überreichten in Vertretung der Vinschger Bibliotheken der Autorin Annegret Liepold aus Nürnberg den Publikumspreis, der heuer zum achten Mal verliehen wurde. Mit Blumen gratulierte Dietmar Spechtenhauser von der Laaser Aktionsgemeinschaft. In einem Online-Votum wurde ihr Debütroman „Unter Grund“ vom Publikum ausgewählt. Der Publikumspreis besteht aus einem Schreibaufenthalt auf dem Rimpfhof am Sonnenberg, gestiftet vom Verein der Vinschger Bibliotheken.