Rechts im Bild ist die im Bau befindliche multifunktionale Gemeinschaftsstruktur zu sehen.
Auch die Errichtung des „Mobilitätszentrums“ ist derzeit voll im Gang.
Neben dem „Grand Hotel Sulden“ ist auch das Hotel „Post“ in Trafoi (im Bild) seit Jahren geschlossen.
Bei der Sitzung des Stilfser Gemeinderates am 28. April.

Endspurt

„Relativ gut im Zeitplan“ bei PNRR-Bauvorhaben in Stilfs.

Publiziert in 9 / 2026 - Erschienen am 5. Mai 2026

Stilfs - Derzeit wird in Stilfs zwar noch an vielen Baustellen gearbeitet, doch eine Fertigstellung der baulichen Vorhaben im Rahmen des PNRR-Projektes „Stilfs – Resilienz erzählen“ rückt nun in Sichtweite. „Insgesamt gesehen sind wir relativ gut im Zeitplan,“ informierte Bürgermeister Samuel Marseiler im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 28. April. Grundsätzlich sollen die Arbeiten innerhalb 30. Juni abgeschlossen werden. Für die zwei größten Projekte, sprich die multifunktionale Gemeinschaftsstruktur und das „Mobilitätszentrums“ am Dorfeingang, die insgesamt rund 11 Millionen Euro kosten, gilt der 31. Juli als Endtermin. Für kleinere Fertigstellungsarbeiten und Ausgestaltungen soll seitens des Kulturministeriums in Rom eine zusätzliche Frist von 60 Tagen eingeräumt werden. Zu den weiteren PNRR-Bauprojekten gehört u.a. auch die Errichtung von 10 Mietwohnungen: 4 im Untergeschoss der Gemeinschaftsstruktur, 4 im Gebäude der Ex-Altenwohnungen sowie 2 besonders große Wohnungen im Hoferhaus und Grutschhaus. Ziel sei es laut Marseiler, alle PNRR-Projekte möglichst fristgerecht fertigzustellen. „Am meisten hinten sind wir beim Grutschhaus“, räumte er ein. Bezüglich der Finanzierung hielt Marseiler fest, dass der PNRR-Fonds in Höhe von ca. 20 Mio. Euro vom Land mit rund 1,8 Mio. Euro aufgestockt wurde. Es sei gelungen, die Mehrkosten dank teils großer Abgebote von Firmen wettzumachen. Unter dem Strich dürfte sogar noch etwas Geld übrigbleiben. Mit Berichten aus ihren jeweiligen Bereichen warteten bei der Ratssitzung auch Vizebürgermeister Christian Knoll und die Ausschuss-
mitglieder Lisa Grutsch und Karin Wallnböfer auf. Den Bericht von Fabian Brenner, der krankheitsbedingt abwesend war, verlas der Bürgermeister.

Wie werden die Mietwohnungen zugewiesen?

Eingehend diskutiert wurde über den Verordnungs-Entwurf für die Zuweisung der 10 Mietwohnungen. Grundsätzlich sollen Personen bzw. Familien, die im Gemeindegebiet wohnen und arbeiten, einen prioritären Zugang erhalten. Was den Mietzins betrifft, so soll dieser 10 Prozent unter dem Landesmietzins liegen. Zumal bei der Diskussion mehrere Ratsmitglieder der Süd-Tiroler Freiheit und der SVP noch etliche Fragen aufwarfen, etwa in Bezug auf den Rückbehalt einiger Wohnungen mit barrierefreiem Zugang für besondere Fälle, soll die Verordnung nun überarbeitet und dem Gemeinderat erneut zur Verabschiedung vorgelegt werden. Außerdem will die Gemeinde erheben, wie groß die Nachfrage an Mietwohnungen in der Gemeinde ist. Hierfür wird die Bevölkerung zu einer unverbindlichen Interessensbekundung aufgerufen. Mit einem Einzug in die Mietwohnungen dürfte nicht vor September 2026 zu rechnen sein. Auf die Frage des Ratsmitgliedes Leo Berger, wie die Wohnungen in Zukunft geführt bzw. verwaltet werden, meinte der Bürgermeister, dass damit eventuell die noch zu gründende Bürgergenossenschaft betraut werden könnte. Die ersten Mietverträge werden noch von der Gemeinde abgewickelt werden.

Was geschieht mit „Grand Hotel Sulden“ und Hotel „Post“ in Trafoi?

Zu den 56 Südtiroler Gemeinden, für die eine Ausnahme vom Bettenstopp gilt und welche die Verbauung von Tourismuszonen für 5 Jahre verlängern können, gehört auch die Gemeinde Stilfs. „Bei uns sind mehrere Tourismuszonen in Sulden betroffen und wir werden über die Verlängerung der Zonen demnächst im Gemeinderat diskutieren“, kündigte der Bürgermeister an. Was das seit Jahren geschlossene „Grand Hotel Sulden“ sowie das ebenfalls geschlossene Hotel „Post“ in Trafoi betrifft, so habe es unlängst eine Aussprache mit den jeweiligen Eigentümern gegeben. Seitens der Gemeinde habe man den Eigentümern unmissverständlich dargelegt, dass Handlungsbedarf gegeben sei. Werden die Hotels nicht verkauft bzw. nicht wieder in Betrieb genommen, „droht ein Entzug der Bettenlizenzen“, so Marseiler.

Josef Laner
Josef Laner

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